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WM 2026: Kap Verdes Ärger gegen Uruguay: Unsportlichkeit und Penalty?

Uruguay's Sebastian Caceres, right, and Cape Verde's Nuno da Costa battle for the ball during the World Cup Group H soccer match in Miami Gardens, Fla., Sunday, June 21, 2026. (AP Photo/Mart ...
Kurz vor Schluss hoffte Kap Verde gegen Uruguay noch auf einen Penalty.Bild: keystone

Unsportlich oder clever? Diese Uruguay-Szenen gegen Kap Verde erhitzen die Gemüter

Kap Verde bejubelte das 2:2 im WM-Gruppenspiel gegen Uruguay wie einen Sieg. Doch gleichzeitig gab es auch Ärger – wegen einer angeblichen Unsportlichkeit und einer Penaltyszene in der Nachspielzeit.
22.06.2026, 10:3222.06.2026, 10:32

Nach dem 1:1 gegen Saudi-Arabien zum WM-Auftakt enttäuscht Uruguay im zweiten Auftritt gegen Kap Verde erneut. Nach dem 2:2 stehen die Südamerikaner nur mit zwei Punkten da und drohen, die K.o.-Phase sensationell zu verpassen – zumal es zum Abschluss der Gruppenphase noch gegen Europameister Spanien geht.

Dabei ist es nicht so, dass Uruguay gegen den krassen Aussenseiter Kap Verde nicht alles versucht hätte. Ja, es muss sich gar den Vorwurf gefallen lassen, in der Partie unsportlich agiert zu haben. Gemeint ist die Szene vor dem 1:1-Ausgleich.

Kurz vor der Pause lag Kap Verdes Telmo Arcanjo scheinbar von Krämpfen geplagt am Boden. Uruguays Stürmer Federico Vinas hatte Erbarmen mit seinem Gegner und half ihm beim Dehnen – allerdings nur kurz. Als Vinas merkte, dass seine Mitspieler den Gegenangriff fuhren, liess er Arcanjo links liegen und orientierte sich nach vorn. Am Ende der Szene schob Maximiliano Araujo zum 1:1 ein.

Sofort protestieren die Spieler von Kap Verde. Auch im Internet, wo der Aussenseiter grosse Sympathien geniesst, ist man sich rasch einig: Das sei eine unsportliche Aktion gewesen von Vinas. Das Problem: Kap Verde hatte zwischenzeitlich den Ball, als Arcanjo bereits am Boden lag, und hätte diesen nach draussen spielen und so selbst für einen Spielunterbruch sorgen können. Das Problem? Wenn dann die Physiotherapeuten von Kap Verde für eine Behandlung aufs Spielfeld gekommen wären, hätte Arcanjo gemäss den neuen Regeln für diese WM danach für eine zusätzliche Minute aussetzen müssen.

Penaltyfrage in der Nachspielzeit

Proteste von Kap Verde gab es auch noch in der Nachspielzeit. In der 95. Minute zieht Yannick Semedo los und lässt sein Land gar noch vom späten Sieg träumen. Doch am Strafraumrand wird er zunächst von Uruguays Sebastian Caceres ins Stolpern gebracht und dann von Rodrigo Bentancur abgeräumt.

Bei beiden Interventionen der Uruguayer stellt sich die Frage nach dem Foul. Die Verlangsamung zeigt, dass Bentancur bei seiner Grätsche wohl tatsächlich noch am Ball war, bevor er Semedo zu Fall bringt.

Am Strafraumrand hingegen traf Caceres nicht den Ball, sondern nur seinen Gegner. Da die Aktion wohl knapp ausserhalb des Strafraums passierte, hätte es hier keinen Penalty, dafür aber einen Freistoss und Rot gegen Caceres (wegen Verhinderung einer klaren Torchance) geben können. Doch die Pfeife des norwegischen Schiedsrichters Espen Eskas blieb stumm und auch der VAR meldete sich nicht.

Kuriose Offside-Szene

Eine kurze Meldung des VAR gab es hingegen in der 68. Minute, als Uruguay das vermeintliche Tor zur 3:2-Führung erzielte. Doch dem Treffer von Araujo ging eine kuriose Abseitsposition voraus. Araujo führte den Eckball selbst aus und bekam den Ball rasch wieder zurück. Bei der Passabgabe stand der Flügel jedoch hinter der Grundlinie und damit klar im Abseits.

Auch Kap-Verde-Goalie Vozinha, der im ersten Spiel gegen Spanien noch der grosse Held war, hob sofort die Hand, um gegen das Offside zu protestieren. Möglicherweise war er deshalb nicht bereit, als der Ball in den Strafraum kam. Vozinha brachte den Ball nicht unter Kontrolle und sorgte so dafür, dass Araujo am Ende gleich selbst abstauben konnte. Doch die Fahne des Linienrichters ging dann doch noch in die Höhe, als der Ball über der Linie war. Und der VAR lieferte wenig später das bislang kurioseste Offside-Bild der WM nach.

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