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18.05.2014; Berlin; Fussball 1. Bundesliga - Vorstellung Valentin Stocker; Valentin Stocker wird bei Hertha BSC Berlin vorgestellt (City-Press/freshfocus)

Valentin Stocker kommt langsam aber sicher in Berlin an. Bild: City-Press/freshfocus

Endlich angekommen?

Stockers Höhenflug im Tabellenkeller

Valentin Stocker war am Sonntag wieder einer der besten bei Hertha Berlin. Der Mittelfeldspieler blüht unter Pal Dardai auf. Aber jetzt ist er gesperrt. Und sein Konkurrent kehrt zurück.



Knapp über 3 Millionen Euro blätterte Hertha Berlin im letzten Sommer für Valentin Stocker hin. Sechs Jahre lang hatte man in der Hauptstadt nicht mehr so viel Geld für einen neuen Spieler ausgegeben. Als Königstransfer wurde der 25-Jährige gefeiert.

Die Ernüchterung folgte – wie so oft, wenn es um Berlin und Fussball geht – schnell. Für die ersten drei Saisonspiele nahm der Schweizer auf der Tribüne platz. Trainer Jos Luhukay erklärte nach der enttäuschenden WM von Stocker, der Spieler sei mental und körperlich noch nicht auf der Höhe. Stocker nahm es hin. Erst vor wenigen Wochen gestand er im «Blick»: «Ich hatte mir alles etwas leichter gewünscht.»

Immerhin besserte sich seine Lage in den nächsten Partien. Stocker kam zu ersten Einsätzen, durfte in elf von 17 Spielen von Beginn weg ran. Vier Assists buchte er auf seinem Konto bis zur Winterpause. Für einen Königstransfer klar zu wenig. In der Vorbereitung auf die Rückrunde verletzte sich Änis Ben-Hatira, der normalerweise die linke Aussenbahn beackert. Luhukay gab Stocker die Chance.

01.02.2015; Bremen; Fussball Bundesliga - SV Werder Bremen - Hertha BSC Berlin; Valentin Stocker (R, Hertha) gegen Jannik Vestergaard (Marco Leipold/City-Press/freshfocus)

Valentin Stocker gehört in den letzten Wochen zu den Stützen von Hertha. Bild: Marco Leipold/freshfocus

Stocker: «Ein bisschen wie neu verliebt»

Die Rückrunde startete mit dem 0:2 gegen Bremen. Luhukay hatte den Schuldigen schnell ausgemacht, tadelte Stocker vor versammelter Mannschaft und setzte ihn im nächsten Spiel auf die Bank. Wäre der Holländer nach der folgenden 0:1-Pleite gegen Leverkusen nicht entlassen worden, Stocker wäre wohl weiterhin Reservist. Doch Luhukay musste gehen; Pal Dardai übernahm.

MAINZ, GERMANY - FEBRUARY 07:  Head coach Pal Dardai of Berlin gestures after the Bundesliga match between 1. FSV Mainz 05 and Hertha BSC at Coface Arena on February 7, 2015 in Mainz, Germany.  (Photo by Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images)

Unter Pal Dardai blüht Valentin Stocker auf. Bild: Bongarts

Für Stocker war der Wechsel wie eine Befreiung. Seither blüht der 25-Jährige auf: «Für mich war das ein Neuanfang. Ich habe mir gesagt: Alles fängt jetzt wieder von vorn an. Du haust alles rein, um der Mannschaft zu helfen.» In der Berliner Morgenpost beschrieb er das Gefühl gar wie folgt: «Ein bisschen wie neu verliebt.» 

Noch fehlen die Tore

Stocker durfte gegen Mainz von Beginn weg ran. Er holte den Penalty zum 1:0 heraus und lieferte beim 2:0-Endstand die starke Vorarbeit. Die Fans wählten ihn zum «Helden des Spiels». Gegen Freiburg spielte Stocker über 90 Minuten und am Wochenende gehörte er erneut zu den besten Berlinern. Der «kicker» benotet nur Torschütze Julian Schieber und Stocker mit einer 3. Besser war keiner. Tatsächlich imponierte der Mittelfeldspieler bei seiner Vorarbeit mit Durchschlagskraft, wie man sie im Abstiegskampf benötigt.

Hertha Berlin's Anis Ben-Hatira (L) challenges Eintracht Frankfurt's Bastian Oczipka during their German first division Bundesliga soccer match in Frankfurt, December 17, 2014. REUTERS/Ralph Orlowski (GERMANY - Tags: SPORT SOCCER) DFL RULES TO LIMIT THE ONLINE USAGE DURING MATCH TIME TO 15 PICTURES PER GAME. IMAGE SEQUENCES TO SIMULATE VIDEO IS NOT ALLOWED AT ANY TIME. FOR FURTHER QUERIES PLEASE CONTACT DFL DIRECTLY AT + 49 69 650050

Änis Ben-Hatira kehrt nach seiner Entzündung im Zeh bald zurück. Doch Stocker kann auch zentraler spielen, als im linken Mittelfeld. Bild: RALPH ORLOWSKI/REUTERS

Einziger Makel am vergangenen Wochenende: Stocker kassierte gegen Wolfsburg seine fünfte Gelbe Karte und fehlt jetzt gegen Augsburg. Zudem will Ben-Hatira diese Woche wieder ins Training einsteigen. Stocker muss sich in seiner Form aber nicht vor seinem Teamkollegen fürchten. Doch um den Titel «Königstransfer» zu rechtfertigen, müsste Stocker eine seiner grössten Basler Tugenden wieder finden: Wichtige Tore erzielen. Aktuell steht er bei sieben Assists, null Toren.

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