«Klopp hat Bereitschaft signalisiert» – Nagelsmann ist nicht mehr deutscher Bundestrainer
Julian Nagelsmann ist als Bundestrainer der deutschen Fussball-Nationalmannschaft offiziell zurückgetreten. Das gab der Deutsche Fussball-Bund (DFB) am Freitagvormittag bekannt. Nagelsmann liess verlauten:
Gleichzeitig habe die deutsche Nationalmannschaft nach dem enttäuschenden WM-Aus «einen unbelasteten Neuanfang verdient».
Der 38-Jährige soll sich Medienberichten zufolge mit dem Verband auf eine Abfindung von geschätzten rund sieben Millionen Euro geeinigt haben. Es ist etwa die Hälfte seines noch ausstehenden Gehalts im bis 2028 laufenden Vertrag. Die Verantwortlichen beim DFB hatten Nagelsmann einen Rücktritt nahegelegt, ansonsten wäre er wohl entlassen worden.
Gespräche mit Klopp
Sein Nachfolger steht offenbar bereit. «Hinsichtlich der Neubesetzung des Trainerpostens wird die DFB-Spitze nunmehr das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen. Er hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert», liess der DFB verlauten.
Für Klopp wäre es der erste Job als Nationaltrainer. Aktuell arbeitet der frühere Erfolgscoach von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool als Chefstratege der Fussballabteilung von Red Bull. Derzeit ist der 59-jährige Klopp als TV-Experte in Nordamerika im Einsatz.
In der Gunst des Publikums abgestürzt
Deutschland war am Montag im WM-Sechzehntelfinal blamabel gegen Paraguay ausgeschieden. Danach sagte Nagelsmann noch, dass er seinen Posten nicht freiwillig räumen werde. «Ich bin keiner, der wegläuft», sagte der frühere Bayern-Coach in Interviews. Nun blieb ihm aber nichts anderes übrig.
Nagelsmann hatte im Herbst 2023 als Bundestrainer von Hansi Flick übernommen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten riss er das Ruder ab März 2024 mit Siegen gegen Frankreich und die Niederlande herum und sorgte bei der Heim-EM mit dem Viertelfinaleinzug für neue Euphorie rund um das Nationalteam in Deutschland.
In der Folge verpasste er es jedoch, die positive Entwicklung weiter voranzutreiben und machte durch Fehlentscheidungen und schlechte Kommunikation vieles wieder selbst kaputt. Am Ende der WM war von seiner grossen Beliebtheit, die er sich rund um die EM 2024 erarbeitet hatte, nichts mehr übrig.
Auch einer der Chefs geht
DFB-Sportdirektor Rudi Völler meinte zu Nagelsmanns Rücktritt: «Nach dem für ausnahmslos alle enttäuschenden WM-Aus verdient Julians Entscheid unseren Respekt. Weil er Verantwortung übernimmt, wo er gerne weiter gestalten würde und die Nationalmannschaft als Ganzes über die eigene Person stellt.»
Über Völlers Zukunft äusserte sich der DFB nicht. Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig hingegen wird seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern. Hierüber habe er den DFB-Präsidenten bereits vor Beginn der WM informiert. (nih/hkl/ram/sda/dpa)
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