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Englands WM-Hymne: Oasis selbst fremdelte mit «Wonderwall»

FILE - Liam Gallagher, left, and Noel Gallagher of Oasis appear during their reunion tour in Toronto on Aug. 24, 2025. (Sammy Kogan/The Canadian Press via AP, File)
Music - Rock Hall
Liam Gallagher (l.) und sein Bruder Noel während der Comeback-Tour ihrer Band Oasis, am 24. August 2025 in Toronto.Bild: keystone

Englands WM-Hymne: Oasis selbst fremdelte mit «Wonderwall»

Der 90er-Hit der Gallagher-Brüder ist zur WM-Hymne der Engländer um Harry Kane geworden. Was viele nicht wissen: Noel und Liam sind selbst keine Fans von «Wonderwall». Die besten Geschichten zum Song.
05.07.2026, 13:3105.07.2026, 13:31

Wenn Englands Fussballer bei der WM ein Spiel gewinnen, ist «Wonderwall» nicht weit. Der Kult-Song der Britpop-Band Oasis dröhnt aus den Boxen, Zehntausende Fans auf den Rängen singen leidenschaftlich mit, auch Kapitän Harry Kane und seine Teamkollegen kosten den besonderen Moment aus. Das erste spontane gemeinsame Singen des Songs sei «einer meiner schönsten Momente überhaupt im England-Trikot» gewesen, sagte Kane in einem Podcast.

Der Hit aus den Neunzigern ist so populär wie Oasis selbst. Was gar nicht so viele wissen: Die legendären Brüder Liam und Noel Gallagher haben selbst so ihre Probleme mit der Hymne, die England nun zum ersehnten ersten Titel seit 1966 begleiten soll. Die besten Geschichten um «Wonderwall» und seine Schöpfer:

Widmung von «Wonderwall» war Notlüge

«Because maybe, you're gonna be the one that saves me. But after all, you're my wonderwall»: Der Songtext von «Wonderwall» handelt von der Hoffnung, dass eine besondere Person Halt gibt und einen emotional retten könnte. Die Zeilen stammen von Noel Gallagher. Dieser erzählte einst, der Song sei seiner damaligen Freundin und späteren Frau Meg Mathews gewidmet. Eine Notlüge, wie er Jahre später (und nach der Scheidung) der BBC anvertraute: Die Medien hätten ihm die Deutungshoheit genommen. «Und wie sagt man seiner Frau, dass es nicht von ihr handelt, wenn sie es einmal gelesen hat?»

Achtung Ohrwurm:

Die Gallaghers mögen das Lied nicht

Liam Gallagher sagte dem «Far Out Magazine» einmal: «Am Anfang mochte ich den Song nicht. Ich fand ihn irgendwie seltsam.» Selbst der Songschreiber, sein Bruder Noel, fremdelt bis heute: Auf die Frage, warum er glaube, dass ausgerechnet «Wonderwall» als erster Oasis-Hit die eine Milliarde Streams geknackt habe, sagte er dem Magazin «MOJO»: «Ich habe keine Ahnung. Das ist kaum zu glauben. ‹Wonderwall› ist einer meiner am wenigsten geliebten Songs, weil er nicht fertig ist. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich wahrscheinlich einen anderen Song als unser Markenzeichen auswählen. Wahrscheinlich ‹Some Might Say›.»

Nach dem Zittersieg der Engländer gegen die DR Kongo schrieb Liam Gallagher aber: «Komm schon, England. Komm schon, ‹Wonderwall›.» Noel sagte der «Sun» schon nach dem ersten WM-Spiel: «‹Wonderwall› gehört den Menschen und es war ein magischer Moment zwischen den Menschen und den Spielern.»

Fifa sieht Parallelen zwischen «Wonderwall» und Misere

Auf der Fifa-Website ist aktuell ein Bericht über «Wonderwall» zu lesen. Darin schreibt der Weltverband auch, warum der Hit so gut zu den bei grossen Turnieren notorisch erfolglosen Three Lions passt: «Der Songtext handelt von einer Figur, die das Feuer im Herzen verloren zu haben scheint, das sie einst antrieb, die aber im Innersten nie an ihren eigenen Fähigkeiten zweifelte. Genau wie England mit der sechs Jahrzehnte andauernden Durststrecke. Tatsächlich wird ‹Wonderwall› seit seiner Entstehung mit Hoffnung verbunden.» 1966 wurde England zum ersten und einzigen Mal Weltmeister, den EM-Titel gewann das Team nie.

Die besondere Beziehung der Brüder

Die Bühnen der Welt stürmten Liam und Noel Gallagher, die im Vereinsfussball übrigens Fans von Manchester City sind, spätestens mit ihrer zweiten Platte «(What's The Story) Morning Glory?» von 1995. Hits wie «Wonderwall» machten Oasis weltberühmt. Genauso wie ihre zahlreichen Differenzen, die 2009 in der Band-Auflösung gipfelten. «Ich würde lieber meine eigene Scheisse fressen, als wieder in einer Band mit ihm zu sein. Er ist ein miserabler kleiner Scheisser», klagte Liam 2011 über Noel. Viele Jahre und etliche Scharmützel später war alles vergessen: Die Reunion-Tournee begeisterte 2025 die Massen. (sda/dpa)

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