Lionel Messi wehrt sich gegen Vorwürfe: «Uns schenkt niemand etwas»
Ein ganzes Spiel kann Lionel Messi mit 39 Jahren nicht mehr dominieren. Aber um die Partie in der entscheidenden Phase an sich zu reissen und diese für sein Team zu gewinnen, ist der Argentinier noch immer gut genug. Das mussten nun auch die Engländer erfahren. Beide späten Tore beim 2:1-Sieg im WM-Halbfinal bereitete Messi vor, wodurch er erneut als bester Spieler der Partie ausgezeichnet wurde. Damit steht die Albiceleste mit dem wohl besten Fussballer der Geschichte zum zweiten Mal in Folge im Finale der Weltmeisterschaft, wo sie am Sonntag (21 Uhr Schweizer Zeit) auf Spanien trifft.
«Ich bin sehr glücklich, diesem Argentinien noch einmal einen Freudentag zu bescheren», schwärmte Messi danach. «Wir haben erreicht, was wir wollten: wieder einmal bis zum Ende dabei zu sein.» Der Weltmeister von 2022 ist damit beim vierten grossen Turnier in Serie im Final. 2021 und 2024 gewann Argentinien die Copa America. «Einen weiteren WM-Final zu bestreiten, ist der Wahnsinn!»
Für Messi war es das erste Aufeinandertreffen mit England, mit dem Argentinien aufgrund des Falklandkriegs eine besondere Rivalität verbindet. Diese konnte auch der Superstar nicht ausblenden. «Wir haben vor dem Spiel zwar gesagt, dass es nur ein Fussballspiel sei, und wir sind es auch so angegangen, aber manchmal ist es schwer, die Emotionen im Zaum zu halten», berichtete Messi. Schon bei der Hymne – die argentinischen Fans übertönten die Hymne der Engländer, deren Fans reagierten mit Buhrufen auf jene der Argentinier – habe das Team etwas Besonderes gespürt. «Es war ein Spiel, das keiner von uns Argentiniern verlieren wollte», so Messi.
Der Topskorer der WM (8 Tore, 4 Assists) nahm nach dem Halbfinalsieg auch Bezug auf die vor allem in den sozialen Medien kursierenden Vorwürfe, dass Argentinien von den Schiedsrichtern bevorteilt würde. «Wir sind Weltmeister und waren in den letzten vier Jahren die Besten der Welt», stellte Messi klar und fügte an: «Es mag manchen Leuten wehtun, aber sie können sagen, was sie wollen: Wir haben einmal mehr bewiesen, dass uns auf dem Platz niemand etwas schenkt. Das ist eine Riesenfreude.»
Die Genugtuung des achtfachen Weltfussballers rührt auch von den Zweifeln, denen sich Argentiniens Nationalteam vor der WM gegenübersah. «Es gab viele Vorbehalte uns gegenüber, aber ich wusste, dass diese Mannschaft immer alles gibt und selbst aus unmöglich erscheinenden Situationen noch das Beste herausholen kann», erklärte Messi. «Ich war mir sicher, dass wir in den Halbfinal kommen würden, und jetzt haben wir es sogar in den Final geschafft.»
In diesem trifft Messi mit Argentinien auf seine zweite Heimat. Mit 13 Jahren wechselte er in die Nachwuchsakademie des FC Barcelona, 21 Jahre spielte er dann für die Katalanen. Erst 2021 wechselte er zu PSG und zwei Jahre später dann zu Inter Miami. «Es wird ein sehr spezielles Spiel», sagte Messi dazu und prophezeite «eine sehr ausgeglichene Partie». (nih)
