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Murat Yakin nominiert Boteli und Britschgi – das sagt er zu den Neuen

Murat Yakin, Cheftrainer der Schweizer Fussball Nationalmannschaft, praesentiert waehrend einer Medienkonferenz den Kader fuer die Spiele der Nationalmannschaft in der Nations League gegen Nordmazedon ...
Nati-Trainer Murat Yakin hat sein erstes Kader nach der WM bekannt gegeben.Bild: KEYSTONE

Yakin zu Boteli und Co.: «Wir setzen niemanden ein, nur um ihn an uns zu binden»

Murat Yakin hat sein Aufgebot für die Nations-League-Spiele im September und Oktober bekannt gegeben. Mit Winsley Boteli und Sascha Britschgi sind auch zwei Neulinge dabei – eine Einsatzgarantie gibt es für die beiden Spieler, die auch für ein anderes Land spielen könnten, aber nicht.
17.09.2026, 11:5217.09.2026, 12:32

Nationaltrainer Murat Yakin hat sein erstes Kader nach der erfolgreichen WM, bei der die Schweiz bis in den Viertelfinal vorgestossen ist, nominiert. Der 52-Jährige setzt für die Spiele der Nations League wie erwartet gleich auf einige neue Gesichter im Vergleich zum Turnier in den USA. Dies wurde nicht zuletzt aufgrund der Nati-Rücktritte von Silvan Widmer, Noah Okafor und Christian Fassnacht notwendig.

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bild: sfv

Unter anderem könnte Sion-Shootingstar Winsley Boteli in den Partien gegen Nordmazedonien, Schottland, Slowenien und nochmal Nordmazedonien zwischen dem 26. September und dem 6. Oktober zu seinem Debüt für die A-Nati kommen. Der 20-jährige Stürmer erzielte in den ersten acht Super-League-Partien fünf Tore und bereitete vier weitere vor.

«Er kann aktuell von überall schiessen und trifft wahrscheinlich das Tor», schwärmt Yakin und fügt an: «Er kann Frische reinbringen, wie wir es letztes Jahr auch bei Johan Manzambi gesehen haben. Wir sind gespannt, wie er und die anderen jungen Spieler es annehmen, wenn sie zum ersten Mal mit den Topcracks trainieren und dann im Spiel auflaufen.»

Boteli spielte ab der U17 in allen Juniorennationalteams der Schweiz, hätte aber auch für die Demokratische Republik Kongo spielen können. «Die Schweiz war immer die Nummer 1 in meinem Herz», erklärte er vor einer guten Woche und stellte klar, dass ein Verbandswechsel nie ein Thema gewesen sei. «Ich warte auf die Nominierung», sagte der 20-Jährige der Walliser Zeitung «Le Nouvelliste». Nun ist diese Tatsache.

Doppeltorschuetze Winsley Boteli (SIO) jubelt nach dem Tor zum 1:2 im Fussball Meisterschaftsspiel der Regular Season der Swiss Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC Sion im Stadion St. J ...
Winsley Boteli ist eines der Gesichter des Sittener Höhenflugs.Bild: keystone

Gegen die Schweiz entschied sich hingegen Alessandro Romano. Yakin und Co. bemühten sich um den 20-jährigen Linksverteidiger, doch will der langjährige U-Nati-Captain lieber für Italien spielen. Yakin sprach von einer speziellen Situation, «weil er schon seit vier Jahren in Italien spielt und sich dort einen Lebensmittelpunkt aufgebaut hat». Romano wechselte 2022 von Winterthur in die Jugendabteilung der AS Roma und spielt in dieser Saison auf Leihbasis für Cagliari in der Serie A. «Es war ein Herzensentscheid von ihm und das können wir nicht beeinflussen», erklärte Yakin.

Der zweite Neuling im Kader der Schweizer Nati ist Sascha Britschgi. Der 20-jährige Rechtsverteidiger spielt seit der letzten Saison für Parma in der Serie A. Der Luzern-Junior hat Wurzeln in Kamerun, durchlief aber wie Boteli die Schweizer U-Nationalteams. Mit einem Einsatz in der Nations League wäre er nur noch für die Schweiz spielberechtigt.

Auf Britschgis Position klafft spätestens seit Widmers Rücktritt aus dem Nationalteam eine Lücke. An der WM setzte Yakin auch auf Denis Zakaria und Luca Jaquez als rechten Teil der Viererkette. Auf der Position ist auch Zachary Athekame zu Hause. Der 21-Jährige kehrt wieder ins Aufgebot zurück. Der Genfer und Ex-YB-Profi wurde im Oktober 2025 schon mal nominiert, blieb aber ohne Einsatz. Nach einer Saison bei der AC Milan ist Athekame, der auch für Nigeria spielen könnte, derzeit an Olympique Lyon ausgeliehen.

Roma's Bryan Cristante, right, vies the ball from Parma's Sascha Britschgi during a Serie A soccer match between Roma and Parma, in Rome, Italy, on Wednesday, Oct. 29, 2025. (AP Photo/Andrew ...
Sascha Britschgi ist erstmals für die Schweizer A-Nati nominiert.Bild: keystone

Yakin freut sich über die beiden jungen Aussenverteidiger, die international überzeugen konnten und jetzt ihr Debüt in der Nati geben könnten. Sowohl Britschgi als auch Athekame könnten auch auf der linken Seite eingesetzt werden. Mit Ricardo Rodriguez, der nach einem Transfer erst einen Einsatz in dieser Saison absolviert hat, ist nur ein nomineller Linksverteidiger im Kader. Eine Einsatzgarantie gibt es für Yakin aber weder für Britschgi und Athekame noch für Boteli.

Zwar sagt der Coach, dass er davon ausgehe, aufgrund des dichten Spielplans alle Spieler zu brauchen. Jedoch fügte er an: «Sie müssen sich im Training aufdrängen. Wir wollen Spiele gewinnen und werden niemanden einsetzen, nur um ihn an die Schweiz zu binden.»

Das gilt wohl auch für Alvyn Sanches von YB. Der Jungstar hat sich im März 2025 in einem Freundschaftsspiel mit der Nati gegen Nordirland bei seinem Debüt verletzt. Ein Jahr später absolvierte er zwei weitere Freundschaftsspiele, wurde für die WM aber nicht nominiert. Dank seiner starken Leistungen bei YB hat sich der Spielmacher aber wieder für die Nati empfohlen.

Alvyn Sanches (YB) jubelt ueber sein Tor zum 3-2 im Super League Spiel zwischen dem BSC Young Boys und dem FC Vaduz, am Sonntag, 23. August 2026 im Stadion Wankdorf in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Alvyn Sanches ist ebenfalls wieder für die Nati nominiert.Bild: keystone

Diese Namen sind auch ein Zeichen dafür, dass der Nati ein Umbruch bevorsteht. Die Erfolgsachse der WM um Goalie Gregor Kobel, die Innenverteidiger Manuel Akanji und Nico Elvedi sowie Mittelfeldregisseur Granit Xhaka bleibt vorerst aber selbstverständlich bestehen. Erst in der zweiten Woche des Zusammenzuges wird Breel Embolo zur Mannschaft stossen, da er für das erste Spiel ohnehin noch gesperrt ist.

Etwas überraschend mit dabei ist Johan Manzambi, der erst vor Kurzem sein Comeback nach der bei der WM erlittenen Knieverletzung gegeben hat. Die Nati-Verantwortlichen hätten nicht mit ihm gerechnet, erklärte Yakin. Doch der 20-jährige Shootingstar sei wieder zu 100 Prozent einsatzbereit und sein Klub Aston Villa erteilte ihm die Freigabe, zur Nati zu reisen. «Das war sehr gentlemanlike von ihnen», befand Yakin.

Neben den neuen Spielern war eines der Hauptthemen auch Noah Okafor, der einmal mehr öffentlich Kritik an Yakin äusserte. Dies missfiel dem Nati-Trainer, wie dieser unmissverständlich sagte: «Ein Gang an die Öffentlichkeit hat bei mir noch nie eine positive Wirkung gehabt.»

Für den lustigsten Moment der Pressekonferenz sorgte Yakins Antwort auf eine Frage nach Granit Xhaka und dessen Liebäugeln mit einem Wechsel zu Chelsea während der WM. Der Captain bespreche manchmal auch persönliche Dinge mit Yakin. Auch zum Thema Chelsea sei er von Xhaka nach seiner Meinung gefragt worden. «Ich habe ihm meine Meinung gesagt, aber die behalte ich für mich», erklärte Yakin und schob nach: «Wie er sich entschieden hat, war aber sicher der richtige Weg.»

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