FCZ zofft sich öffentlich mit den SBB: «Kommunikative Eskalationsstrategie ist falsch»
Am Samstagabend um 20.30 Uhr trifft der FC Zürich auswärts auf den FC Sion. Doch bereits in den Tagen im Vorfeld sorgt die Partie für Diskussionen – nicht wegen irgendwelcher Szenarien auf dem Rasen, sondern wegen der An- und Abreise der FCZ-Fans.
Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) veröffentlichten am Dienstag die Mitteilung, dass für die FCZ-Fans für die Reisen ins Wallis und zurück keine Extrazüge zur Verfügung stellen können. Der Grund: Baustellen auf den Strecken zwischen Visp und Brig sowie zwischen Bex und Villeneuve. Die SBB schreiben: «Obwohl die SBB bereits frühzeitig darauf hingewiesen haben, findet das Spiel statt.» Und sie äussern den Vorwurf: «Die frühzeitige Information hätte den zuständigen Stellen die Möglichkeit gegeben, alternative Anreiseformen – etwa mit Reisecars – zu planen und umzusetzen.» Die SBB schrieben, dass die Fussballfans stattdessen womöglich mit Regelzügen anreisen würden, und warnten vor stark ausgelasteten Zügen.
Das will der FC Zürich nun nicht auf sich sitzen lassen und geht in die Gegenoffensive. Die Anschuldigung, dass der FCZ und die Swiss Football League (SFL) rechtzeitig über die Baustellen informiert worden seien und keine alternativen Massnahmen geprüft hätten, sei falsch. «Weiter verschweigen die SBB den Fakt, dass sie seit dieser Saison 2026/27 keine Extrazüge ausserhalb des Regelbetriebs mehr anbieten», schreibt der Klub. Demnach hätten die SBB für das Spiel vom Samstag zwischen Sion und Zürich auch ohne Baustellen keinen Extrazug zur Verfügung gestellt.
𝐒𝐭𝐞𝐥𝐥𝐮𝐧𝐠𝐧𝐚𝐡𝐦𝐞 𝐝𝐞𝐬 𝐅𝐂 𝐙𝐮̈𝐫𝐢𝐜𝐡 𝐳𝐮𝐫 𝐌𝐞𝐝𝐢𝐞𝐧𝐦𝐢𝐭𝐭𝐞𝐢𝐥𝐮𝐧𝐠 𝐝𝐞𝐫 𝐒𝐁𝐁 𝐛𝐞𝐳𝐮̈𝐠𝐥𝐢𝐜𝐡 𝐝𝐞𝐦 𝐒𝐩𝐢𝐞𝐥 𝐅𝐂 𝐒𝐢𝐨𝐧-𝐅𝐂 𝐙𝐮̈𝐫𝐢𝐜𝐡 𝐯𝐨𝐦 𝐒𝐚𝐦𝐬𝐭𝐚𝐠, 𝟏𝟗. 𝐒𝐞𝐩𝐭𝐞𝐦𝐛𝐞𝐫 𝟐𝟎𝟐𝟔
— FC Zürich (@fc_zuerich) September 16, 2026
Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) haben… pic.twitter.com/17RDcYo63g
Ein Antrag des FCZ, die Partie von 20.30 Uhr auf 18 Uhr vorzuverlegen, sei von der Liga abgelehnt worden, weil es dafür eine behördliche Anordnung brauche, heisst es vom Klub weiter. Die Zürcher heben den Mahnfinger: «Die kommunikative Eskalationsstrategie der SBB hält der FC Zürich für falsch und ruft alle beteiligten Akteure dazu auf, sich in einem lösungsorientierten Dialog für den Erhalt des heutigen Extrazugsystems einzusetzen.»
Das Thema Extrazüge für Fussballfans beschäftigt die Super League schon die ganze Saison über. Wegen «ungedeckter Kosten von bis zu vier Millionen Franken» haben die SBB angekündigt, Extrazüge für Fangruppen unter 400 Personen oder ausserhalb der regelmässigen Betriebszeiten zu streichen. GC-Fans reagierten mit einer Protestaktion, bei der sie bei der Anreise in Regelzügen mehrfach die Notbremse betätigten. Und vergangenes Wochenende wurde die Partie zwischen Lugano und den Young Boys am Samstagabend von 20.30 Uhr auf 19 Uhr vorverlegt, damit für die Rückreise der Berner aus dem Tessin noch ein Extrazug zur Verfügung stand. (abu)
