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Manzambis Transfer zu Aston Villa im Schatten des Sportswashing
Für viele war Johan Manzambi die Entdeckung der WM. Nun ist er nach England gereist, um bei seinem neuen Klub Aston Villa den Medizincheck zu absolvieren. Der Genfer zog die Villans einem Angebot von Newcastle vor.
Die Ablösesumme dürfte sich auf rund 70 Millionen Euro (64.6 Mio. Franken) belaufen – ein Rekord für einen Schweizer Spieler. Seine starken Auftritte bei der WM in den USA und Kanada sowie eine ausgezeichnete Bundesliga-Saison beim SC Freiburg haben seinen Marktwert deutlich steigen lassen.
Bevor Manzambis Zukunft offiziell die Vereinsfarben claret and blue annimmt, verbreitete sich in den sozialen Medien ein Gerücht, das mehrere britische Medien aufgriffen. Newcastle-nahe Nachrichtenseiten behaupteten sogar, die Magpies verfolgten die Situation mit Interesse. Was steckte hinter dem angeblichen Sinneswandel?
Übersetzung
Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.
Der Knackpunkt? Visit Rwanda
Die Antwort liegt im neuen Sponsoringvertrag der Villans. Aston Villa hat mit Visit Rwanda einen mehrjährigen Vertrag abgeschlossen, dessen Wert laut lokalen, von Reuters zitierten Medien auf rund 23 Millionen Euro (21.2 Mio. Franken) pro Jahr geschätzt wird. Damit setzt sich der Klub Sportswashing-Vorwürfen aus. Der ruandischen Regierung wurden laut Berichten der Vereinten Nationen Verbindungen zur M23 nachgewiesen, einer bewaffneten Gruppe im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Auch Amnesty International äussert deutliche Kritik.
Felix Jakens, Kampagnenleiter von Amnesty in Grossbritannien, sagte gegenüber BBC Sport, Ruanda betreibe Sportswashing, um «von seiner Menschenrechtsbilanz abzulenken» – eine Praxis, die alles andere als neu sei.
Auch die Fans des Klubs äusserten ihren Unmut. Sie bezeichneten den Entscheid als «schockierend» und warfen der Führung vor, sie würde «das Trikot ruinieren».
Visit Rwanda arbeitet nicht zum ersten Mal mit europäischen Klubs zusammen. Die Marke ist auf den Trikots von Bayern München – was dort schon Proteste der Fans ausgelöst hat –, Paris Saint-Germain und Atlético Madrid zu sehen. Sie war zudem auf den Trikots von Arsenal präsent, aber diese Zusammenarbeit ist inzwischen beendet.
Ist Manzambis Umfeld unzufrieden?
Der neue Sponsor soll auch in Manzambis Umfeld für Unmut gesorgt haben. Laut einigen Quellen soll seine Entourage die Vereinbarung kritisch aufgenommen haben, weil sein Vater aus der Demokratischen Republik Kongo stammt – einem Land, das direkt von den Ruanda vorgeworfenen Handlungen betroffen ist. Die Bedenken sollen den Transfer jedoch nicht verhindert haben.
Die in Los Angeles ansässige Agentur The Team, die den Spieler vertritt, reagierte nicht auf unsere Anfrage, die Informationen zu bestätigen oder zu dementieren.
