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Spanien ist Weltmeister! So hat es auch Argentinien geschlagen

Spain's Ferran Torres celebrates with the trophy after winning the World Cup final soccer match between Spain and Argentina in East Rutherford, N.J., near New York, Sunday, July 19, 2026. (AP Pho ...
Finalheld Ferran Torres präsentiert Spaniens WM-Pokal nach dem Final.Bild: keystone
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Ein unspektakulärer, aber mehr als würdiger Weltmeister

Spanien ist der hochverdiente Weltmeister! Wer Spektakelfussball sucht, ist beim Team von Trainer Luis de la Fuente zwar falsch, doch gibt es keine Nation, welche die Furia Roja in dieser Form schlagen kann.
20.07.2026, 00:5120.07.2026, 09:29

106 Minuten hat Spanien sich dieses Argentinien im WM-Final zurechtgelegt. Hat der Europameister immer wieder versucht, die Lücke in der Defensive des Weltmeisters zu finden. Lange brachte er aber nur wenig gefährliche Distanzschüsse zustande. In der Nachspielzeit der regulären Spielzeit sah Argentiniens Enzo Fernandez dann die Gelb-Rote Karte und es entstanden in der Folge immer grössere Räume. Dies spielte den Spaniern natürlich in die Karten.

Und in der 106. Minute war es dann so weit: Nach einer Flanke von Pedro Porro bewies Nico Williams am langen Pfosten Übersicht und köpfelte den Ball zurück zu Ferran Torres, der den Ball perfekt traf und unter der Latte versorgte. Dieses Mal konnte der zuvor überragende Emiliano Martinez im Tor der Albiceleste nichts ausrichten. 1:0 für Spanien! Dabei blieb es in der Folge auch – obwohl Argentinien in den letzten Minuten erstmals überhaupt im Endspiel vor den Toren von New York annähernd gefährlich wurde.

Spanien dominierte den WM-Final über 120 Minuten und liess Argentinien nicht den Hauch einer Chance – nur die zwingenden Torchancen fehlten lange. Es war ein Abziehbild vom bisherigen Turnier der Furia Roja. Für Spektakel hat diese an dieser Weltmeisterschaft nicht wirklich gesorgt. Das Team von Trainer Luis de la Fuente scheut das Risiko, bewahrt seine Struktur in jeder Phase des Spiels. Die Angriffe laufen schematisch und ohne das grosse Tempo ab. Keine schnellen Konter, bei denen im Falle eines Ballverlusts grosse Lücken entstehen, die der Gegner nutzen kann. Stattdessen arbeiten sich die Spieler alle gemeinsam nach vorne, die Räume zwischen den Linien bleiben klein, damit die Gegenangriffe des Gegners nach Ballverlusten gleich im Keim erstickt werden können.

Und wie hervorragend das klappt, mussten nach der Superoffensive Frankreichs um Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé und Michael Olise nun auch Lionel Messi und Argentinien feststellen. Im WM-Final war es noch viel extremer als im Halbfinal. Argentinien hatte keinen einzigen Torschuss, der erste Abschluss erfolgte erst in der zweiten Halbzeit der Verlängerung, nachdem Spanien in Führung gegangen war. Die Spanier hatten dieses Spiel jederzeit im Griff – so wie schon während der gesamten Weltmeisterschaft.

Die Statistiken des WM-Finals.
Die Statistiken des WM-Finals.bild: sofascore

Vom ersten Spiel an dominierte die spanische Defensive, die aus elf Spielern besteht. Natürlich enttäuschte der Europameister zum Auftakt mit einem torlosen Unentschieden gegen Kap Verde. Doch lag dies mehr an der zu harmlosen Offensive, hinten liess Spanien nämlich schon da nichts anbrennen. Es folgten dominante Auftritte gegen Saudi-Arabien (4:0), Uruguay (1:0), Österreich (3:0), Portugal (1:0), Belgien (2:1) und Frankreich (2:0), bevor Argentinien im Final völlig neutralisiert wurde. Nur ein Gegentor kassierten die Iberer in acht Spielen.

Spanien ähnelte dabei eher einer Maschine, jedes Zahnrädchen griff ins andere. Jeder Spieler kennt seine Rolle und erfüllt diese perfekt. Dass in Taktgeber Rodri ein Mittelfeldspieler als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde, passt zu diesem Spanien. Ebenso, dass der fehlerfreie Innenverteidiger Pau Cubarsi mit 19 Jahren zum besten Jungstar der WM ausgezeichnet wurde. Sie prägten das spanische Spiel mit ihren Pässen und gewonnenen Bällen stärker als beispielsweise Offensivstar Lamine Yamal. Auch die Aussenverteidiger Marc Cucurella und Pedro Porro zeigten brillante Leistungen.

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Rodri ist Weltmeister von 2024 und hatte auch an der WM alles im Griff.Bild: www.imago-images.de

Sie sorgten nicht für trickreiches Spektakel wie Frankreich oder Torfestivals wie Argentinien. Spanien spielte hingegen nahe an der Perfektion, überliess nichts dem Zufall und war dadurch das beste Team an der Weltmeisterschaft. Wenn die Furia Roja so spielt wie in Nordamerika, gibt es kein Nationalteam, das sie schlagen kann. Deshalb könnte es keinen würdigeren Weltmeister geben.

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quelle: keystone / ashley landis
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