Trump im Bild, aber nicht auf dem Foto: Was bei Spaniens Siegerfoto geschah
Es war die Neuauflage einer Szene, die viele schon einmal gesehen hatten. Nach der Übergabe des WM-Pokals an Kapitän Rodri blieb US-Präsident Donald Trump auf der Bühne stehen – im Bild der frisch gekrönten Weltmeister. FIFA-Präsident Gianni Infantino eilte schliesslich herbei, lotste ihn zur Seite und dann ganz von der Bühne.
Genau dasselbe hatte sich ein Jahr zuvor abgespielt: Beim Final der Klub-WM 2025 im selben Stadion überreichte Trump Chelsea den Pokal – und blieb anschliessend mitten in der Siegerfeier stehen, statt Platz zu machen. Schon damals war er beim Betreten des Rasens von Teilen des Publikums ausgebuht worden.
Retuschiert?
Auf jenem Bild, das der spanische Verband anschliessend auf seinen Kanälen verbreitete, war Trump nicht mehr zu sehen – ebenso wenig wie Infantino.
Rasch kursierte die Behauptung, Spanien habe den US-Präsidenten aus dem Foto retuschiert. Belege für eine Bildbearbeitung gibt es allerdings keine. Bei der Siegerehrung eines WM-Finals entstehen hunderte Aufnahmen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Der Verband hätte für den offiziellen Post eine Aufnahme wählen können, auf der Trump die Bühne bereits verlassen hatte.
Der «No-Look»-Gruss
Mindestens ein Spieler im spanischen Kader hatte sich auf den Moment der Pokalübergabe geflissentlich vorbereitet: Borja Iglesias. Der Stürmer von Celta Vigo, seit Jahren für seine politischen Stellungnahmen bekannt, hatte bereits vor dem Final offen darüber gesprochen, wie er mit der Begegnung mit Trump umgehen würde.
Iglesias sagte, es gebe ein Protokoll und eine Verpflichtung zur Höflichkeit, auch wenn sein Bauchgefühl ihm etwas anderes rate. Er hoffe, die Begegnung gehe schnell vorbei. Er wolle keine Kontroverse schaffen, die Leute wüssten ohnehin, was er denke.
Borja Iglesias didn’t even look at Trump during the medal ceremony.
— Leyla Hamed (@leylahamed) July 19, 2026
He’s truly one of a kind. pic.twitter.com/9z2K72kZAd
Bei der Medaillenübergabe löste Iglesias das Dilemma auf seine Weise: Er schüttelte Trump kurz die Hand, ging aber weiter, ohne ihm ins Gesicht zu blicken. Auch andere Szenen wurden im Netz vielfach geteilt – etwa wie Unai Simon, der als bester Goalie des Turniers ausgezeichnet wurde, Trump beim Händedruck die kalte Schulter zeigte. (car)
Unai Simon hates Trump. He shakes his hand while not looking at him and as Trump tries to talk to him he walks off. He has no interest in exchanging pleasantries 😭#WorldCupFinal
— Imran (@Im_K1992) July 19, 2026
#SPAARG pic.twitter.com/ZKhpfZsbsm
Yamal ganz kurz davor den Dragovic zu machen… pic.twitter.com/CrwmAXYRct
— mats (@matsloser) July 20, 2026
