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WM 2026: Darum tragen die Schiedsrichter eine Kamera am Kopf

epa13031540 Brazilian referee Wilton Sampaio during the FIFA World Cup 2026 Group A match between Mexico and South Africa in Mexico City, Mexico, 11 June 2026. EPA/SASHENKA GUTIERREZ
Der Brasilianer Wilton Sampaio leitete das WM-Eröffnungsspiel und trug dabei eine auffällige Konstruktion um den Kopf.Bild: keystone

Darum sehen die Schiedsrichter an der WM ein bisschen aus wie Cyborgs

11.06.2026, 23:5711.06.2026, 23:57

Beim WM-Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika (2:0) im Aztekenstadion stand Schiedsrichter Wilton Sampaio mehrmals im Mittelpunkt. Nicht, weil er eine schlechte Leistung zeigte. Vielmehr, weil ihm die Spieler nicht viel anderes übrig liessen. Gleich dreimal musste der Brasilianer die Rote Karte zeigen.

Erst flog Südafrikas Yaya Sithole wegen einer Notbremse in der 49. Minute vom Platz, dann wurde sein Teamkollege Themba Zwane nach knapp 84 Minuten für eine Tätlichkeit des Feldes verwiesen, und in der Nachspielzeit wurde auch noch Mexikos Cesar Montes für eine Notbremse mit Rot gebüsst. Auffällig war Schiedsrichter Sampaio aber auch wegen der Konstruktion, die er um den Kopf trug.

Daran befestigt sind einerseits ein Mikrofon sowie ein Kopfhörer, mit denen er mit seinen Schiedsrichterkollegen sowie den Videoassistenten kommunizieren kann. Ausserdem werden über das Mikrofon nach dem Betrachten des Videobeweises die Entscheide über die Stadionlautsprecher mitgeteilt.

Zusätzlich kommen an dieser WM erstmals Schiedsrichterkameras zum Einsatz. Anders als in verschiedenen Topligen wie der Premier League oder der Bundesliga tragen die Unparteiischen diese nicht an der Brust, sondern an der Seite des Kopfes. Dies soll dazu führen, dass die Bilder weniger verwackelt sind, wenn die Schiedsrichter laufen.

Referee Wilton Pereira Sampaio shows South Africa s Sphephelo Sithole a red card after he tackled Mexico s Brian Gutierrez just outside the box in the second half of a FIFA World Cup, WM, Weltmeisters ...
Dreimal griff Sampaio zur Roten Karte.Bild: www.imago-images.de

Zusätzlich hilft eine KI-Software dabei, diese in Echtzeit anschaulicher zu machen, damit die Bilder auch in die Live-Übertragung eingebaut werden können. Dies war schon bei der Klub-WM im letzten Sommer der Fall. Doch seither hat FIFA-Partner Lenovo die Qualität noch mal deutlich verbessert und beim grössten Turnier im Weltfussball kommen nun so viele Fans in den Genuss davon wie nie zuvor.

Ein weiterer Vorteil der Schiedsrichterkameras soll zudem sein, dass Fussballfans mehr Verständnis für die Unparteiischen zeigen. «Viele Leute haben uns gesagt, dass sie die Herausforderungen dieses Jobs nun besser verstehen würden», erklärte FIFA-Innovationsdirektor Johannes Holzmüller und fügte an: «Sie verstehen besser, wie hoch der Druck ist, wenn eine Entscheidung innerhalb von Millisekunden getroffen werden muss.»

@allthingsworldcup REF CAM for the first goal of the 2026 World Cup👀 What a moment. #worldcup2026 #football #worldcup #soccer #foryoupage ♬ original sound - AllThingsWorldCup
So sah das erste Tor der WM aus Sicht des Schiedsrichters aus.

Und vielleicht hat es ja auch eine Wirkung auf die Spieler, wenn jemand vor ihnen steht, der ein bisschen aussieht wie ein Cyborg – also eine Mischung aus Mensch und Maschine. Da dürfte es auch an Respekt nicht mangeln. (nih)

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