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Dreck gehört einfach zu einem richtigen Radquer.
Dreck gehört einfach zu einem richtigen Radquer.Bild: Tim De Waele/freshfocus
Rückkehr nach Eschenbach SG

Nach Jahren im Sumpf haben die Schweizer Radquer-Athleten endlich wieder den Tritt gefunden

Am Sonntag schreibt der Schweizer Radsport im doppelten Sinne des Wortes Geschichte: Erstens endet eine erfolgreiche erste Saison der neuen EKZ CrossTour. Und zweitens feiert das legendäre Radquer von Eschenbach SG sein Comeback.
13.12.2014, 18:4627.04.2015, 17:13

Seit Mitte September 2014 kämpfen an der EKZ CrossTour internationale Spitzenfahrer gegen die besten Schweizer Cyclocrosser. Nach Baden AG, Dielsdorf ZH und Hittnau ZH findet am Sonntag in Eschenbach SG das letzte Rennen dieser neuen Rennserie statt.

Insgesamt 10'000 Zuschauer haben an vier Wochenenden spektakuläre Radquer-Rennen erlebt. Und am Sonntag kämpfen Schweizer Athleten in allen Kategorien um die ersten Plätze der Gesamtwertung. «Die EKZ CrossTour ist damit ein grosser Schritt für den Schweizer Radquer-Sport», erklärt Organisator Christian Rocha, «ein Meilenstein auf dem Weg der Schweiz zurück an die Weltspitze im Cyclocross».

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Wenn's auf dem Velo nicht mehr geht, muss gerannt werden.
Wenn's auf dem Velo nicht mehr geht, muss gerannt werden.Bild: KEYSTONE

1973 hatte die Ära der Schweizer Radquer-Athleten begonnen, als Albert Zweifel bei der WM in London auf den fünften Platz fuhr. Bis 1986 gewann Zweifel 300 von insgesamt 600 Radquer-Rennen und wurde sechs Mal Weltmeister. Neben ihm oft der «ewige Zweite» Peter Frischknecht.

Ihnen folgten grosse Namen wie Beat Breu, Pascal Richard, Dieter Runkel, Beat Wabel und Thomas Frischknecht. Bis 1999 zählte die jährliche Radquer-Weltmeisterschaft zu den wichtigsten Anlässen im Schweizer Sport. Danach fehlte aber der Nachwuchs, mangels internationalen Erfolgen verschwand das Radquer aus der Schweizer Sport-Berichterstattung.

Internationale Rennserie für die jungen Schweizer

Die jungen Schweizer mussten für alle wichtigen Cyclocross-Rennen nach Belgien fahren. Sich nach der langen Reise auf eigene Faust in billigen Hotels einquartieren und dann auf fremdem Terrain starten, die Bedingungen waren alles andere als optimal. Die besten Cyclocrosser sind meist Belgier und starten vor der eigenen Haustüre – oder sie leben und trainieren das ganze Jahr bei den Radsport-verrückten Belgiern.

Die Zuschauer sind beim Radquer hautnah dabei.
Die Zuschauer sind beim Radquer hautnah dabei.Bild: Tim De Waele/freshfocus

Tempi passati. Jetzt stehen die «Jungen Wilden» am Start, eine neue Generation erfolgshungriger Schweizer Cyclocross-Athleten. «Mit der EKZ CrossTour bieten wir den Schweizer Fahrern eine Alternative zur Radquer-Hochburg Belgien», erklärt Christian Rocha, «hier können sie sich im eigenen Land mit der internationalen Top-Konkurrenz messen».

Beim Kampf um den Gesamtsieg bei den Elite Herren kommt es denn auch zu einem Zweikampf zwischen dem Schweizer Arnaud Grand und dem Italiener Bryan Falaschi. Bei den Elite Frauen steht die italienische Vize-Weltmeisterin Eva Lechner als grosse Favoritin am Start, dicht hinter ihr wartet aber Schweizer Meisterin Sina Frei auf ihre Aussenseiter-Chance.

Freude über neue Rennserie
Mit Respekt schaut man im Schweizer Radsportverband Swiss Cycling auf die neue EKZ

CrossTour. Gemäss Willi Schuppli, Präsident der Radquer-Fachkommission, «kommen mit der

spektakulären Rennserie die besten internationalen Fahrer in die Schweiz. Wenn sich unsere

jungen Athleten praktisch vor der Haustüre mit der Weltspitze messen können, steigt das

Niveau der Schweizer Fahrer langfristig an».

Eine Einschätzung, die der Weltradsportverband UCI teilt. «Der Schweizer Radquer-Sport hat

eine grosse Geschichte mit grossartigen Erfolgen. Mit der neuen Rennserien kann die Schweiz zurück zu diesen Erfolgen finden», erklärt Peter van den Abeele, der UCI-Radquer-Verantwortliche.

Das Radquer in Eschenbach als Highlight

Höhepunkt der EKZ CrossTour ist am Sonntag das «neue» Cyclocross-Rennen im st.gallischen Eschenbach oberhalb des Zürichsees. «Neu» in Anführungszeichen, weil der VC Eschenbach als legendäre Radquer-Schmiede gilt und bis 1999 spektakuläre Rennen auf der schwierigsten Radquer-Strecke der Welt organisierte. Von den Weltmeisterschaften 1995 mit 20'000 Zuschauern in Eschenbach spricht man international bis heute mit Respekt.

Beat Wabel 1995 auf der legendären Abfahrt von Eschenbach.
Beat Wabel 1995 auf der legendären Abfahrt von Eschenbach.Bild: Keystone

«Als Verein mit grosser Geschichte, einer langen Tradition im Radquer und einer grossen Nachwuchsabteilung wollen wir einen entscheidenden Teil zum Wiederaufschwung des Schweizer Cyclocross-Sports beitragen», erklärt René Wittweiler vom VC Eschenbach.

Der Trailer zum Rennen in Eschenbach.Vimeo/Schertenleib Bruno

Der VC Eschenbach ist aber nicht nur als Organisator sackstark, sondern auch auf der Rennstrecke: Von den zehn Schweizer Athleten mit Siegerpotential im spektakulären Finale der EKZ CrossTour starten gleich fünf Fahrer des VC Eschenbach: Marcel Wildhaber, Lars Forster und Andri Frischknecht sowie die Mountainbike-Profis Fabian Giger und Michael Wildhaber.

Radquer EKZ Cross Tour

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