So emotional war Breel Embolo beim Empfang der Nati in Zürich
Er war die grosse, unglückliche Figur im WM-Viertelfinal der Schweizer Nati gegen Argentinien: Breel Embolo. Die Nati hatte gegen Argentinien gerade ausgeglichen und Oberhand gewonnen, da leistete sich der Schweizer Stürmer eine Schwalbe im Mittelfeld. Der Schiedsrichter Joao Pinheiro aus Portugal fiel zunächst darauf rein und zeigte dem Argentinier Leandro Paredes die gelbe Karte. Doch nach VAR-Intervention – unter Berufung auf die neue Regel, die eine solche bei Spielerverwechslungen zulässt – nahm er die Verwarnung gegen den Argentinier zurück und verwies Embolo mit einer zweiten gelben Karte des Feldes.
Mit einem Mann weniger war der Spielfluss der Schweizer Nati zerstört, Argentinien dominierte. Die Mannschaft von Murat Yakin rettete sich zwar noch in die Verlängerung, kassierte dort aber zwei Tore und schied aus. Embolo war – zumindest aus internationaler Sicht – der Buhmann.
Rückendeckung und emotionaler Empfang
Von seinen Teamkollegen und seinem Trainer erhielt der 29-Jährige hingegen Rückendeckung. Sie suchten die Schuld beim Unparteiischen. «Wir wurden bestraft für einen Fehlentscheid des Schiedsrichters. Das ist nicht zu akzeptieren», sagte Nationaltrainer Murat Yakin. «Ich verstehe immer noch nicht, wie der VAR in einer solchen Szene eingreifen kann», haderte Mittelfeldspieler Remo Freuler.
Embolo selbst trat seit dem Viertelfinal-Aus der Nati nicht mehr vor ein Mikrofon – umso gespannter war man hierzulande auf seinen Auftritt beim offiziellen Empfang für die Nati in Zürich. Am Dienstagmorgen stieg er in Kloten mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze aus dem Flugzeug. Als die Nati-Stars auf dem Turbinenplatz allesamt einzeln auf die Bühne geholt wurden, kam der Moment der Wahrheit. Wie wird Embolo empfangen?
Die Antwort: mit viel Jubel. Nur noch bei Johan Manzambi und Captain Granit Xhaka wurde es ähnlich laut. Die Fans auf dem Turbinenplatz liessen Embolo spüren, dass sie ihm den Platzverweis gegen Argentinien nicht übel nehmen. Und das berührte den Basler Stürmer sichtlich. Auch wenn er seine Emotionen mit Hilfe einer Sonnenbrille verbergen wollte, war zu sehen, dass er zu weinen begann.
Mit etwas Abstand dürfte auch Embolo realisieren, dass er mit zwei Toren und zwei Assists eine gute WM gespielt hat. Und die Liebe der Nati-Fans in Zürich dürfte ihm helfen, noch ein Stück schneller zu dieser Realisation zu kommen. (abu)
