SVP
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die neue Pfalz, ein Teil des St. Galler Regierungsgebaeudes , aufgenommen am 20. Februar 2008 in St. Gallen. (KEYSTONE/Regina Kuehne)

Die «Pfalz», das Regierungsgebäude des Kantons St.Gallen, soll durch Sekten unterwandert sein. Bild: KEYSTONE

Psychosekte in der Ostschweiz?

«Es gibt sie doch!» – St.Galler Kantonsrätin sieht die Verwaltung durch Sekten unterwandert

Die parteilose Kantonsrätin Verena Frick wurde aus der SVP-Fraktion herausgeworfen, weil sie in einem Vorstoss dem Kanton vorwarf, durch Sekten unterwandert zu sein. Jetzt attackiert sie in einem Vorstoss den Kanton erneut.

Die St.Galler Kantonsrätin Verena Frick gilt als «sehr eigenwillig». Dies ist nicht etwa die Einschätzung eines politischen Gegners, sondern ihres ehemaligen Fraktionspräsidenten Michael Götte. Was ist passiert? Frick reichte im Januar 2014 einen Vorstoss im St.Galler Kantonsrat ein, in dem sie von «sektenhaften Gruppierungen» in der Kantonsverwaltung sprach und Antworten von der Regierung forderte.

In ihrem Vorstoss sprach Frick von einer «gefährlichen Unterwanderung» der Verwaltung unter anderem durch die Sekte Scientology – eine «schreckliche Wahrheit», wie sie damals noch als SVP-Kantonsrätin schrieb. Die Ostschweizer Medien bezeichneten ihre Vorwürfen sogleich als «wirr und abstrus». 

Konkret begründen wollte Frick ihre Vorwürfe nicht, obschon die ganze Geschichte aus ihrer Sicht «viel Fleisch am Knochen» hat. Sie forderte stattdessen die Journalisten auf, sich selbst zu informieren. Dieser Vorstoss führte im Frühling zu heftigen Diskussionen in der Ratsstube, so dass sich die SVP-Fraktion gezwungen sah, Frick auszuschliessen.

Frick lässt nicht locker: «Es gibt sie doch!»

Image

Kantonsrätin Verena Frick bild: PD

Lange Korridore mit Portraets der ehemaligen Landammaenner im St. Galler Regierungsgebaeude, fotografiert am 18. Februar 2008 in St. Gallen. (KEYSTONE/Regina Kuehne)

Die St.Galler Kantonsverwaltung soll durch Sekten unterwandert sein. Bild: KEYSTONE

Kantonsrätin Frick kündigte nach dem Ausschluss aus der Fraktion und ihrem Rücktritt aus der Partei an, weiterhin «vieles kritisch zu hinterfragen». Und das tat sie – zumindest aus ihrer Sicht. Im August 2014 reichte Frick einen neuen Vorstoss mit dem Titel «Es gibt sie doch!» ein.

«Auch kenne ich Menschen, die aus dem Dienst der kantonalen Verwaltung entlassen wurden, weil sie dieser Gruppe nicht beigetreten sind.»

Kantonsrätin Verena Frick

Sie habe vor einigen Jahren einen Aushang in einer «Liftanlage an der Moosbruggstrasse 11 in St.Gallen» gesehen, der auf einen Anlass der «Landmarkgruppe» aufmerksam machte. Sie kenne Menschen aus dem Dienst der kantonalen Verwaltung, die «entlassen wurden, weil sie dieser Gruppe nicht beigetreten sind», schreibt Frick in ihrem Vorstoss. Sie will nun von der Regierung wissen, ob sie es «statthaft» finde, wenn «Gruppierungen unsere Verwaltung unterlaufen».

Wie das «St.Galler Tagblatt» am Montag schreibt, gab es die «Landmarkgruppe» in den 90er-Jahren tatsächlich. Die Fachstelle «InfoSekta» verzeichnete damals hunderte Anfragen zu dieser Organisation und ihren Kursen für «Persönlichkeitsentwicklung». Die Sekte habe jedoch seit 1999 kein Büro mehr in der Schweiz.

Frick wurde von der Regierung scharf kritisiert

Die St.Galler Kantonsregierung wollte bisher keine Stellungnahme zum neusten Vorstoss abgeben. Im August 2013 hat die Regierung jedoch einen anderen Vorstoss der Kantonsrätin als «Respektlosigkeit gegenüber dem schweizerischen Rechtssystem» bezeichnet.

«War der Einzelrichter bei seinem Urteilsspruch gesund und leistungsfähig oder litt er an Erschöpfungszuständen?»

Kantonsrätin Verena Frick

Im Vorstoss stellte Frick der Regierung Fragen zum Tod einer jungen Frau im Kantonsspital. Das St. Galler Kreisgericht hat einen behandelnden Arzt vom Vorwurf eines Fehlverhaltens frei gesprochen. Frick wollte im Vorstoss unteranderem wissen, ob der Einzelrichter, der den Freispruch fällte, «gesund und leistungsfähig» war oder ob er an Erschöpfungszuständen litt.

Kantonsrätin Frick war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (pma)



Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

So tief sind die Hürden für einen Waffenerwerb in der Schweiz – jetzt noch

In der Schweiz ist der Erwerb einer Waffe denkbar einfach. Wer eine Pistole oder ein Gewehr kaufen will, hat vorgängig einen Waffenschein beim zuständigen kantonalen Waffenbüro zu beantragen. Laut einer Recherche des Tages-Anzeigers werden Gesuche kaum abgelehnt.

Die Anforderungen dafür sind sehr tief angesetzt: Der Antragsteller muss mindestens 18 Jahre alt sein und darf «keine mehrfachen Einträge im Strafregister» aufweisen. Zudem muss ein Erwerbsgrund angegeben werden. Fast immer wird die …

Artikel lesen
Link to Article