Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Unvergessen

28.06.1997: Mike Tyson beisst im legendärsten Boxkampf aller Zeiten ein Stück von Evander Holyfields Ohr ab

28. Juni 1997: Von einem Kopfstoss provoziert, beisst Mike Tyson in Las Vegas ein Stück des Ohrs von Evander Holyfield ab. Der Kampf der beiden Box-Schwergewichte geht in die Geschichte ein.



Im Gegensatz zu diversen anderen abstrusen Sportmomenten ist überliefert, weshalb Mike Tyson Ende Juni 1997 seinem Kontrahenten Evander Holyfield ein Stück des Ohres abgebissen hat. Zumindest aus seiner Sicht. «Was soll ich denn machen? Wenn er für seine ständigen Kopfstösse nicht bestraft wird, muss ich doch handeln.» Tyson versuchte zu begründen, was ihn zu seiner Attacke bewogen hat: «Seht, ich habe nur noch ein Auge. Ich muss Kinder erziehen. Die haben jetzt Angst vor mir.»

Die Kampf-Bilanz von Mike Tyson

Der heute 49-Jährige boxt von 1985 bis 2005 auf Profistufe. Von 58 Kämpfen gewinnt er deren 50, 44 durch K.o., 6 Kämpfe gehen verloren, zwei enden ohne Wertung.

Nach dem Skandal im Kampf gegen Evander Holyfield schafft es Tyson nie mehr ganz zurück zur alten Form. Seine Karriere endet 2005 mit der Niederlage durch technischen K.o. gegen den als deutlich schwächer eingestuften Iren Kevin McBride.

«Ich dachte, mein Ohr ist ab»

Im pompösen MGM Grand Hotel in Las Vegas läuft der Rückkampf gegen Evander Holyfield. Bereits im November 1996 sind sich die beiden im Ring gegenüber gestanden, damals verlor Tyson das Duell durch technischen K.o. in der 11. Runde. Nun also der Rückkampf vor 16'331 Zuschauern in der ausverkauften Garden Arena. Hollywoodstars wie Michael Douglas, Sylvester Stallone und Madonna lassen sich extra mit dem Privatjet einfliegen, die ganze Welt schaut auf die Glücksspielmetropole im US-Bundesstaat Nevada.

abspielen

In dieser Szene beisst Tyson Holyfield ins Ohr. YouTube/DigPhilosophy

In der zweiten Runde verpasst Favorit Holyfield seinem Gegner einen Kopfstoss und wird dafür von den Kampfrichtern ermahnt. Allerdings platzt dabei Tysons Augenbraue auf und der Herausforderer verliert völlig die Kontrolle. Er verzichtet zur dritten Runde bewusst auf einen Mundschutz und beisst wenig später zu. Das 1,5 Zentimeter lange und 0,5 Zentimeter tiefe Stück des rechten Ohres, das er Holyfield abbeisst, spuckt er anschliessend auf den Boden. Blut tropft. Evander Holyfield sagt, bevor er sich in einem Spital behandeln lässt: «Das ist ein Wahnsinn. Er hat mich absichtlich gebissen. Ich dachte, mein Ohr ist ab.»

Zuschauer übergiessen Tyson mit Bier

Schon früher im Kampf beisst Tyson Holyfield ins linke Ohr, dies zieht jedoch lediglich eine Verwarnung nach sich. Beim zweitem Biss kassiert Tyson zunächst einen Punktabzug. Allerdings berät sich das Kampfgericht kurz vor der vierten Runde und entscheidet anschliessend, Mike Tyson zu disqualifizieren.

abspielen

Evander Holyfield leidet unter seinem angebissenen Ohr. YouTube/DigPhilosophy

In der Arena kommt es nach dieser Entscheidung zu Tumulten. Panik bricht aus, Feuerwerkskörper knallen durch die Luft, 16 Menschen werden verletzt. Mike Tyson, einst der beste Schwergewichtsboxer unserer Erde, wird beim Verlassen der Halle mit Münzen und Feuerzeugen beworfen, verärgerte Zuschauer übergiessen ihn mit Bier.

Der 30 Jahre alte Boxprofi kriegt sich aber auch nach der Disqualifikation nicht ein. Er versucht, auf Gewinner Holyfield loszugehen, bedroht und schlägt Polizisten, es scheint für ihn eine Welt zusammenzubrechen.

abspielen

Die wüsten Ausschreitungen nach dem Kampf. YouTube/tuturbona1412

Jüngster Schwergewichtsweltmeister aller Zeiten

Mike Tyson bekommt schon früh zu spüren, wie rau das Leben sein kann. Er wird 1966 in Brooklyn, New York City geboren und wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Bald gerät er auf die schiefe Bahn, Kriminalität ist alltäglich, bei der Polizei ist Tyson bereits als 12-Jähriger bekannt. Er kommt in eine Schule für schwer erziehbare Kinder und wird dort entdeckt. 

Bereits seine Karriere als Amateurboxer verläuft optimal, im März 1985 wechselt Mike Tyson zu dem Profis. Nach ersten Gehversuchen gegen schwächere Gegner befindet ihn sein Management als gut genug, mittelfristig um die Weltmeisterschaft kämpfen zu können. Im November 1986 wird Tyson mit 20 Jahren zum jüngsten Schwergewichtsweltmeister der Geschichte. Er ist zugleich auch der erste Weltmeister, dessen Titel gleichzeitig von den drei Boxverbänden WBC, WBA und IBF anerkannt wird.

Mike Tyson hat sein Leben lange Zeit nicht im Griff

Nebst seinen sportlichen Erfolgen und der weltweiten Popularität hat Mike Tyson sein Leben lange Zeit nicht im Griff. Wo Tyson ist, kommt es zu Skandalen. Er wird wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und Drogenbesitzes verurteilt, sitzt mehrere Jahre seines Lebens im Gefängnis. Trotz Preisgeldern in der Höhe mehrerer hundert Millionen Dollar geht er wegen seines verschwenderischen Lebensstils Bankrott. 2009 stirbt seine Tochter Exodus im Alter von nur vier Jahren. Sie ist beim Spielen mit dem Kopf in die Kabelschlinge eines Laufbandes geraten.

Mike Tyson hat acht Kinder mit vier Frauen, ist heute Schauspieler und züchtet Brieftauben. 2009 hat sich der Ex-Boxer in der «The Oprah Winfrey Show» offiziell bei Evander Holyfield für seinen Ohr-Biss entschuldigt. Anfangs 2013 half Tyson seinem ehemaligen Kontrahenten sogar, in Chicago seine neue BBQ-Sauce zu präsentieren. «Ich wollte Evander einfach sehen, Mann. Ich liebe Evander», sagte Tyson gegenüber «The Sun». Holyfield entgegnete: «Ich sende der Welt eine Botschaft und lasse sie wissen, dass zwei Kämpfer sich vergeben können.»

Unvergessen

In der Serie Unvergessen blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.

Die lukrativsten Sportler-Verträge aller Zeiten

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Das könnte dich auch interessieren:

Lehrer M. zur Pisa-Studie: «Schüler erzählen mir fast triumphierend, dass sie nicht lesen»

Link zum Artikel

Toiletgate im Weissen Haus: Wegen Trumps Klo-Tirade lacht das Internet Tränen

Link zum Artikel

Stell dir deine Pizza zusammen und wir sagen dir, ob du Gourmet oder Banause bist

Link zum Artikel

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

Link zum Artikel

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Lehrer M. zur Pisa-Studie: «Schüler erzählen mir fast triumphierend, dass sie nicht lesen»

156
Link zum Artikel

Toiletgate im Weissen Haus: Wegen Trumps Klo-Tirade lacht das Internet Tränen

47
Link zum Artikel

Stell dir deine Pizza zusammen und wir sagen dir, ob du Gourmet oder Banause bist

153
Link zum Artikel

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

229
Link zum Artikel

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

103
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

57
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

33
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

15
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

31
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Lehrer M. zur Pisa-Studie: «Schüler erzählen mir fast triumphierend, dass sie nicht lesen»

156
Link zum Artikel

Toiletgate im Weissen Haus: Wegen Trumps Klo-Tirade lacht das Internet Tränen

47
Link zum Artikel

Stell dir deine Pizza zusammen und wir sagen dir, ob du Gourmet oder Banause bist

153
Link zum Artikel

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

229
Link zum Artikel

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

103
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

57
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

33
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

15
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

31
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Der totale Triumph

21.12.1998: Nie passt der Fan-Song «Immer wieder Österreich» besser als beim Ösi-Neunfachsieg am Patscherkofel

21. Dezember 1998: Dass Hermann Maier den Super-G von Innsbruck gewinnt, ist nun wirklich keine Sensation. Dass er aber vor acht anderen Österreichern triumphiert, ist historisch. Der Neunfachsieg ist bis heute einzigartig.

Lasse Paulsen darf stolz sein. An diesem Tag ist der 24-jährige Norweger der beste Nicht-Österreicher im Super-G von Innsbruck. Bloss interessiert das am Patscherkofel niemanden. Denn Paulsen wird Zehnter oder in anderen Worten: Österreich feiert einen Neunfachsieg.

«Es war kurz vor Weihnachten und die meisten hatten schon beim Frühstück im Kopf, wann ihre Heimflüge gehen», erzählt ÖSV-Alpinchef Hans Pum Jahre später. Dazu wird der Rennstart wegen Nebels mehrmals …

Artikel lesen
Link zum Artikel