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Schweiz: Diese Lenker verursachen die meisten Unfälle

Sie halten sich zwar an die Verkehrsregeln, werden aber langsamer und weniger aufmerksam: Senioren am Steuer.
Sie halten sich zwar an die Verkehrsregeln, werden aber langsamer und weniger aufmerksam: Senioren am Steuer.bild: getty

So gefährlich sind Seniorinnen und Senioren im Strassenverkehr wirklich

Von wegen jung und wild: Ein Blick in die Unfallstatistik zeigt, wie das Unfallrisiko im Alter teils drastisch zunimmt.
26.03.2026, 19:3026.03.2026, 19:30
Léonie Hagen
Léonie Hagen

«Die Gefährlichsten auf unseren Strassen sind junge Wilde!», sagt Alt-Ständerat Maximilian Reimann (SVP/AG) gegenüber «Blick» auf die Frage, wie gefährlich Senioren am Steuer sind. Dem vorausgegangen war ein tödlicher Unfall in Sedrun GR, in welchem ein 87-Jähriger eine Schulklasse gerammt hatte. Die aktuellsten Zahlen des Bundes zeigen allerdings: Reimanns Aussage stimmt so nicht.

In absoluten Zahlen gesehen verursachen Lenkerinnen und Lenker mittleren Alters die meisten Unfälle mit Personenschäden: 4979 davon wurden 2024 von Fahrerinnen und Fahrern zwischen 25 und 64 Jahren verursacht.

Rechnet man die Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren zusammen, waren diese für 1725 solcher Unfälle verantwortlich. Neulenkende zwischen 18 und 24 Jahren verschuldeten deren noch 1203. Sie fahren damit – gemessen an den Personenschäden – am sichersten.

Deutlicher werden die Unterschiede aber, wenn man die Unfälle ins Verhältnis setzt. Denn die zwischen 25- und 64-Jährigen fahren häufig Auto. Seniorinnen und Senioren allerdings fahren seltener und oft kürzere Strecken. Im Vergleich dazu verursachen sie aber massiv häufiger Unfälle, bei welchen Personen schwer oder gar tödlich verletzt werden.

Pro Million gefahrener Kilometer nimmt das Unfallrisiko im Alter also deutlich zu. Lenker über 80 verursachen im Verhältnis zu ihren gefahrenen Strecken fast doppelt so häufig Personenunfälle wie Neulenker. Bei älteren Frauen ist der Unterschied besonders gross. So ist es mehr als dreimal so wahrscheinlich, dass eine über 80-jährige Lenkerin einen Personenunfall verursacht, als dass eine 20-Jährige einen solchen verschuldet.

Ältere sind besonders verletzlich

Ältere Menschen fallen diesen Unfällen allerdings auch selbst öfter zum Opfer. Gemäss der Schweizer Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU sind insgesamt 25 Prozent der Schwerverletzten und 40 Prozent der Getöteten im Strassenverkehr über 65 Jahre alt. Und das, obwohl diese Altersgruppe nur 19 Prozent der Bevölkerung ausmacht.

Noch höher ist ihr Anteil an den Verletzten bei E-Bike-Unfällen. Ein Drittel der schwer verletzten und zwei Drittel der getöteten E-Bike-Fahrer sind älter als 65 Jahre. Die Zahl schwer verletzter und getöteter Seniorinnen und Senioren durch E-Bike-Unfälle hat sich seit 2011 verzehnfacht.

Das liege neben der zunehmenden E-Bike-Quote unter Senioren auch daran, dass die Menschen im Alter verletzlicher werden, schreibt die BFU. So enden Personenunfälle für Seniorinnen und Senioren auch häufiger schwer, wenn sie nur als Fussgängerinnen und Fussgänger involviert sind. Dann ist ihr Risiko, schwer zu verunfallen, achtmal höher als im Personenwagen.

Die Seniorinnen und Senioren verursachen gemäss BFU mehr als drei Viertel ihrer schweren Autounfälle selbst. Ihr Anteil liegt damit leicht über dem jüngerer Altersgruppen. Gleichzeitig sei Mobilität auch im Alter ein wichtiges Thema. Seniorinnen und Senioren fahren selten alkoholisiert, sind seltener nachts unterwegs, schnallen sich praktisch immer an und fahren kaum zu schnell. Grund für die Unfälle seien häufig Unaufmerksamkeit oder längere Reaktionszeiten.

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