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Demonstranten in einem Weisskopfseeadler-Kostüm protestieren vor dem Weissen Haus gegen die Politik von Donald Trump.
Demonstranten in einem Weisskopfseeadler-Kostüm protestieren vor dem Weissen Haus gegen die Politik von Donald Trump.Bild: EPA/EPA

Selbst das amerikanische Wappentier ist vor Trump nicht sicher

Der US-Präsident will das Gesetz zum Schutz von bedrohten Tierarten aufweichen. Betroffen ist auch der Weisskopfseeadler.
24.07.2018, 11:4924.07.2018, 14:07

Wissenschaftler sprechen seit einiger Zeit vom «Anthropozän». Darunter versteht man das Phänomen, dass der Mensch die geologische Entwicklung des Planeten Erde beeinflusst. Er tut dies meist negativ. Klimaerwärmung und der Verlust der Biodiversität sind typische Merkmale des Anthropozän.

Trump posiert mit dem Wappentier im Trump Tower.
Trump posiert mit dem Wappentier im Trump Tower.

Einige Wissenschaftler sehen darin die Vorboten eines «sechsten Massensterbens», eines, das von Menschenhand verursacht wird. Das erste Massensterben fand vor 445 Millionen Jahren statt, das letzte vor rund 60 Millionen Jahren. Bis zu 90 Prozent aller Lebewesen kamen jeweils dabei um.

Der Verlust der Biodiversität ist als Problem längst erkannt. Schon 1973 hat der damalige Präsident Richard Nixon ein Gesetz zum Schutz der bedrohten Tierarten erlassen. Das Gesetz wurde damals im Kongress einstimmig angenommen. Der Umweltschutz war damals noch ein Anliegen beider Parteien.

Soll ebenfalls von der Liste der bedrohten Tierarten gestrichen werden: Der graue Wolf. Hier ein Baby im Zoo von San Diego.
Soll ebenfalls von der Liste der bedrohten Tierarten gestrichen werden: Der graue Wolf. Hier ein Baby im Zoo von San Diego.Bild: AP/San Diego Zoo

Das Gesetz listet alle Tierarten auf, die vom Aussterben bedroht sind. Darunter befindet sich auch das amerikanische Wappentier, der «bald eagle», deutsch Weisskopfseeadler. Ebenso bedroht sind der Fleckenkauz, der kalifornische Condor, aber auch der amerikanische Alligator und der graue Wolf.

Ferner sind im Gesetz die Gebiete definiert, die für das Überleben dieser Tierarten notwendig sind und nicht von menschlicher Hand verändert werden dürfen. Schliesslich werden auch Massnahmen aufgezählt, die dafür sorgen sollen, dass sich diese Tierarten wieder vermehren.

Die Überparteilichkeit ist Vergangenheit

Lange waren sich Demokraten und Republikaner in dieser Frage einig. Das Gesetz zum Schutz der bedrohten Tierarten galt als unantastbar. In den Worten von Nixon war es ein «unersetzbarer Teil unseres Erbes der Natur».

Das war einmal. Nun hat der Präsident seinen Innenminister Ryan Zinke angewiesen, Vorschläge auszuarbeiten, wie dieses Gesetz aufgeweicht werden kann. Trump stellt damit wirtschaftliche Interessen über den Naturschutz. Vor allem der Öl- und Gaslobby ist dieses Gesetz schon lange ein Dorn im Auge, da es verhindert hat, dass in den geschützten Gebieten nach fossilen Brennstoffen gesucht werden kann.

In der vergangen Woche ist bekannt geworden, dass das Regelwerk des Gesetzes massiv ausgedünnt werden soll. Die Republikaner wollen diese Änderungen noch in diesem Sommer durch den Kongress peitschen. Auch die Erdölindustrie macht Druck. Sie befürchtet, dass eine mögliche Mehrheit der Demokraten im Abgeordnetenhaus nach den Zwischenwahlen im November diese Gesetzesänderungen unmöglich machen würde.

Selbst für Trump zu korrupt: der geschasste Umweltminister Scott Pruitt.
Selbst für Trump zu korrupt: der geschasste Umweltminister Scott Pruitt.Bild: AP/AP

Die Aufweichung des Gesetzes zum Schutz von bedrohten Tierarten ist die letzte Schandtat Trumps in seinem Kreuzzug gegen ökologische Gesetze. Der ehemalige Umweltminister Scott Pruitt hat im Eilzugstempo die meisten Erlasse von Präsident Barack Obama zum Schutz der Umwelt und zur Förderung nachhaltiger Energie wieder rückgängig gemacht. Pruitt war jedoch so korrupt, dass Trump ihn kürzlich entlassen musste.

Die Republikaner haben eine Chance

Der Kreuzzug gegen die Umwelt geht jedoch weiter. Per präsidialem Dekret hat Trump auch angeordnet, dass die Naturparks im Bundesstaat Utah massiv verkleinert werden und dass Ölbohrungen im Atlantik wieder zugelassen werden. Nun hoffen die Republikaner, erneut das Rad der Geschichte zurückdrehen zu können.

«Ich fürchte, das Gesetz zum Schutz der bedrohten Tierarten ist in Gefahr», sagt Andrew Rosenberg, der Direktor der Union of Concerned Scientists in der «New York Times». «20 Jahre lang haben sie versucht, es zu durchlöchern. Diesmal haben sie eine Chance.»

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Video: watson
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