Wirtschaft
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epa06716872 Activists dressed as Bald Eagles protest the elimination of Americorps in President Trump's 2019 budget on Pennsylvania Avenue in Washington, DC, USA, 07 May 2018. Americorps as well as the Peace Corps and YouthBuild are facing proposed cuts in the 2019 proposed budget.  EPA/SHAWN THEW

Demonstranten in einem Weisskopfseeadler-Kostüm protestieren vor dem Weissen Haus gegen die Politik von Donald Trump. Bild: EPA/EPA

Selbst das amerikanische Wappentier ist vor Trump nicht sicher

Der US-Präsident will das Gesetz zum Schutz von bedrohten Tierarten aufweichen. Betroffen ist auch der Weisskopfseeadler.



Wissenschaftler sprechen seit einiger Zeit vom «Anthropozän». Darunter versteht man das Phänomen, dass der Mensch die geologische Entwicklung des Planeten Erde beeinflusst. Er tut dies meist negativ. Klimaerwärmung und der Verlust der Biodiversität sind typische Merkmale des Anthropozän.

Bild

Trump posiert mit dem Wappentier im Trump Tower.

Einige Wissenschaftler sehen darin die Vorboten eines «sechsten Massensterbens», eines, das von Menschenhand verursacht wird. Das erste Massensterben fand vor 445 Millionen Jahren statt, das letzte vor rund 60 Millionen Jahren. Bis zu 90 Prozent aller Lebewesen kamen jeweils dabei um.

Der Verlust der Biodiversität ist als Problem längst erkannt. Schon 1973 hat der damalige Präsident Richard Nixon ein Gesetz zum Schutz der bedrohten Tierarten erlassen. Das Gesetz wurde damals im Kongress einstimmig angenommen. Der Umweltschutz war damals noch ein Anliegen beider Parteien.

In this Monday, June 30, 2014, photo provided by the San Diego Zoo, a two-month-old grey wolf pup plays and rolls around in some ficus browse that keepers laid out for him to smell and chew on at the San Diego Zoo in San Diego, Calif. Animal care staff members are introducing the wolf pup, named Shadow, to various smells and sights during the 30-day quarantine process, helping him prepare  for his new role as an animal ambassador. Once Shadow completes the quarantine period, he will live at Wegeforth Bowl and serve as an animal ambassador during educational presentations. (AP Photo/San Diego Zoo, Ken Bohn)

Soll ebenfalls von der Liste der bedrohten Tierarten gestrichen werden: Der graue Wolf. Hier ein Baby im Zoo von San Diego. Bild: AP/San Diego Zoo

Das Gesetz listet alle Tierarten auf, die vom Aussterben bedroht sind. Darunter befindet sich auch das amerikanische Wappentier, der «bald eagle», deutsch Weisskopfseeadler. Ebenso bedroht sind der Fleckenkauz, der kalifornische Condor, aber auch der amerikanische Alligator und der graue Wolf.

Ferner sind im Gesetz die Gebiete definiert, die für das Überleben dieser Tierarten notwendig sind und nicht von menschlicher Hand verändert werden dürfen. Schliesslich werden auch Massnahmen aufgezählt, die dafür sorgen sollen, dass sich diese Tierarten wieder vermehren.

Die Überparteilichkeit ist Vergangenheit

Lange waren sich Demokraten und Republikaner in dieser Frage einig. Das Gesetz zum Schutz der bedrohten Tierarten galt als unantastbar. In den Worten von Nixon war es ein «unersetzbarer Teil unseres Erbes der Natur».

Das war einmal. Nun hat der Präsident seinen Innenminister Ryan Zinke angewiesen, Vorschläge auszuarbeiten, wie dieses Gesetz aufgeweicht werden kann. Trump stellt damit wirtschaftliche Interessen über den Naturschutz. Vor allem der Öl- und Gaslobby ist dieses Gesetz schon lange ein Dorn im Auge, da es verhindert hat, dass in den geschützten Gebieten nach fossilen Brennstoffen gesucht werden kann.

In der vergangen Woche ist bekannt geworden, dass das Regelwerk des Gesetzes massiv ausgedünnt werden soll. Die Republikaner wollen diese Änderungen noch in diesem Sommer durch den Kongress peitschen. Auch die Erdölindustrie macht Druck. Sie befürchtet, dass eine mögliche Mehrheit der Demokraten im Abgeordnetenhaus nach den Zwischenwahlen im November diese Gesetzesänderungen unmöglich machen würde.

FILE - In this May 16, 2018, file photo, Environmental Protection Agency Administrator Scott Pruitt testifies on Capitol Hill in Washington. President Donald  President Trump tweeted Thursday, July 5, he has accepted resignation of Pruitt. (AP Photo/Andrew Harnik, File)

Selbst für Trump zu korrupt: der geschasste Umweltminister Scott Pruitt. Bild: AP/AP

Die Aufweichung des Gesetzes zum Schutz von bedrohten Tierarten ist die letzte Schandtat Trumps in seinem Kreuzzug gegen ökologische Gesetze. Der ehemalige Umweltminister Scott Pruitt hat im Eilzugstempo die meisten Erlasse von Präsident Barack Obama zum Schutz der Umwelt und zur Förderung nachhaltiger Energie wieder rückgängig gemacht. Pruitt war jedoch so korrupt, dass Trump ihn kürzlich entlassen musste.

Die Republikaner haben eine Chance

Der Kreuzzug gegen die Umwelt geht jedoch weiter. Per präsidialem Dekret hat Trump auch angeordnet, dass die Naturparks im Bundesstaat Utah massiv verkleinert werden und dass Ölbohrungen im Atlantik wieder zugelassen werden. Nun hoffen die Republikaner, erneut das Rad der Geschichte zurückdrehen zu können.

«Ich fürchte, das Gesetz zum Schutz der bedrohten Tierarten ist in Gefahr», sagt Andrew Rosenberg, der Direktor der Union of Concerned Scientists in der «New York Times». «20 Jahre lang haben sie versucht, es zu durchlöchern. Diesmal haben sie eine Chance.»

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42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • SpoonerStreet 24.07.2018 23:36
    Highlight Highlight Es betrifft langsam aber sicher nicht mehr nur die USA sondern die ganze Welt wenn dieser Präsident weiter wütet.
    Ein internationaler Protesttag wäre angesagt!!!
  • goldguegji 24.07.2018 19:51
    Highlight Highlight In der Schweiz gibt’s übrigens auch gerade einen parlamentarischen Vorstoss, der das Natur- und Heimatschutzgesetz abschwächen will.
    Naturschutz ist halt leider nicht so lukrativ wie wirtschaftliche Interessen...
  • Hackphresse 24.07.2018 17:07
    Highlight Highlight Früher waren ja anscheinend die "Marrionetten der Wirtschaft", diejenigen die scheinbar die Strippen zogen, hinter den Präsidenten. Egal ob Dom. oder Rep..
    Jetzt sitzt mal einer am Steuer und siehe da! Diese sogenannten Marrionetten waren gar keine.
  • Sherlock64 24.07.2018 16:43
    Highlight Highlight Das Wasser ist trüb, die Luft ist rein, der Donald muss ertrunken sein.
  • Glücksbringer 24.07.2018 16:17
    Highlight Highlight Zählt denn Trump überhaupt zur Gattung Anthropos?
  • rodolofo 24.07.2018 15:02
    Highlight Highlight Dieses US-Amerikanische Wappentier hat also einen weissen Kopf und einen braunen Rest-Körper und einen gelben Schnabel.
    Was will uns das sagen?
    Dass falsches Blondhaar völlig fehl am Platz ist!
  • zombie woof 24.07.2018 14:30
    Highlight Highlight Und mit jeder hirnrissigen Aktion fliesst Geld in die Taschen von Don Donald
  • whoozl 24.07.2018 14:03
    Highlight Highlight POTUS Trump muss so schnell wie möglich aus seinem Amt entsorgt werden, egal wie, aber möglichst umweltschonend.
    Er schadet nicht nur der Menschheit, sondern auch der Natur und dem ganzen Planeten! Und wenn er seine Pläne mit der Mondbesiedelung und -ausbeutung umsetzt, auch unserem Erdtrabanten!
    • rodolofo 24.07.2018 15:07
      Highlight Highlight Aber wie machen wir das, ohne Geld?
    • whoozl 24.07.2018 18:53
      Highlight Highlight @rodolofo: Was, Trump entsorgen? Mit etwas Glück entsorgt er sich selber! Gratis!
  • Ulli88 24.07.2018 13:59
    Highlight Highlight Kleiner Tipfehler: Anthropozän ;)
    • Philipp Löpfe 24.07.2018 14:07
      Highlight Highlight Sorry und thanx
  • Maranothar 24.07.2018 13:36
    Highlight Highlight Ein weiters Beispiel warum nur noch eine Spezies ausgerottet werden sollte.
    • Basswow 24.07.2018 14:34
      Highlight Highlight Ja, die 🍊
    • rodolofo 24.07.2018 15:08
      Highlight Highlight Welche meinst Du?
      Die Chamäleons, die sich auf Braunfärbung spezialisiert haben, oder die Orangen Riesenmeerschweinchen?
  • meerblau 24.07.2018 13:02
    Highlight Highlight Das war abzusehen.
    Aus einem Interview (2015):

    „Who's going to protect the environment?" asked host Chris Wallace. „We'll be fine with the environment," Trump replied. "We can leave a little bit, but you can't destroy businesses."

    Quelle: https://www.google.ch/amp/s/www.cnbc.com/amp/2016/11/09/regulation-buster-trump-takes-aim-at-the-epa.html
  • cannellonifranz 24.07.2018 12:56
    Highlight Highlight ..wie kann ein Mensch in so kurzer Zeit so vieles (ichkannsgarnichtanderssagen) zerstören..?
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 24.07.2018 12:51
    Highlight Highlight Wundert mich leider gar nichts.
    Wieviel bekommt der Trump Sumpf dafür von der llobby bezahlt?
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 24.07.2018 12:49
    Highlight Highlight Hätte Gott die Tiere doch nur so Designet, dass sie auch in einem Ölteppich, ohne Nahrung und Wasser überleben können. Da spricht man wohl von bad designe, aber kann man das wirklich dem Schöpfer anlasten?
  • Sauäschnörrli 24.07.2018 12:37
    Highlight Highlight Wenigstens haben Sie den Fehler korrigiert, wenn sie schon den Hinweis darauf nicht veröffentlichen. 😉
    Benutzer Bild
  • banda69 24.07.2018 12:24
    Highlight Highlight Und Trumps Groupies von der SVP so:

    Donald Trump:
    Die Sensation.
    Die Revolution.
    • Pana 24.07.2018 14:24
      Highlight Highlight Und viele Watson User während dem Wahlkampf so:

      Pest oder Cholera.

      #VerdammtSad
    • rodolofo 24.07.2018 15:15
      Highlight Highlight Diese falschen Heimatschützer wollen nur die Agro-Industrie, die Atomkraftwerke und die Autobahnen schützen!
      Ansonsten ist denen GAR NICHTS heilig.
  • Seppo 24.07.2018 12:22
    Highlight Highlight Ich bin ein wenig enttäuscht von der Artikel-Überschrift. Im Normalfall beinhalten die Löpfe-Titel so was wie "...das könnte ihn das Amt kosten".
  • Repplyfire 24.07.2018 12:12
    Highlight Highlight Trump sollte Tiefseehöhlenforscher werden, dann wäre er wenigstens einmal auf seinem geistigen Niveau. Es ist schmerzhaft zu sehen, wie der Typ und seine Entourage mit ihrem kurzsichtigen Gehabe die Welt langfristig schädigen werden.
    • rodolofo 24.07.2018 15:18
      Highlight Highlight Dafür verdeutlicht er Vieles.
      Ich hoffe, dass wenigstens die Halb-Blinden in der Politischen Mitte das endlich sehen!
      Haaalloo Ihr Halb-Blinden in der Politischen Mitte!
      Seht Ihr das?!
      Und hört Ihr mich?
  • Carlitos Fauxpas 24.07.2018 12:11
    Highlight Highlight Ganz sicher isch er dä am meischtä obervörigi Piepmatz!
    • Makatitom 24.07.2018 13:20
      Highlight Highlight Don't offend the Piepmatz ;)
  • Siro97 24.07.2018 12:11
    Highlight Highlight Ökonomische Interessen über Umweltschutz.... solche Aussagen sind eine Schande für das Land, mit einer enormen Zahl von Nationalparks, mit verschiedenen Lebewesen. Darunter hat es Lebewesen, die selten sind. Jetzt kommt ein gewisser Donald und will Artenvielfalt zerstören. Was ist das nur für ein Mensch..
    • Rerruf 24.07.2018 12:57
      Highlight Highlight Es ist kein Mensch
    • Siro97 24.07.2018 21:38
      Highlight Highlight @Rerruf stimmt
  • lilie 24.07.2018 12:09
    Highlight Highlight Das war alles leider voraussehbar. Kann man nur hoffen, dass der nächste Präsident das schnellstmöglichst repariert - und dass die Leute sich wehren.

    Kleine Hinweise: "Anthorpozän" hat einen Buchstabendreher drin. Und das erste Massenaussterben fand bereits vor 2.6 Mrd. Jahren statt, als fast alle anaeroben Lebewesen ausstarben. Deshalb auch bekannt als die "grosse Sauerdtoffkatastrophe":

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Massenaussterben (unter "Chronologie").
  • Paddiesli 24.07.2018 12:05
    Highlight Highlight Er übertrump(f) t sich täglich!
    Und wir haben erst 1,5 Jahre geschafft. Ich seh schwarz, wenn er nicht gestoppt werden kann.
    Finger weg von geschützten Tieren!
    • m. benedetti 24.07.2018 13:18
      Highlight Highlight Und wie steht es mit Wolf, Luchs und Biber in der Schweiz?
      Der Ständerat 2018 beschloss: So sollen auch Biber und Luchse künftig einfacher abgeschossen werden können. Die Entscheide fielen mit 27 zu 17 respektive 28 zu 16 Stimmen bei einer Enthaltung.
      Nur immer mit dem Finger auf andere zeigen und sich empören, aber vor der eigenen Realität die Augen verschliessen. Mhm..
  • TanookiStormtrooper 24.07.2018 12:03
    Highlight Highlight Herr Löpfe! Als Journalist müssten sie schon das ganze Bild zeigen. Trump posiert mit dem Adler, wird aber von diesem attackiert. Darum gilt: Der Weisskopfseeadler ist ein Feind Trumps und gehört ausgerottet! 😉
    Benutzer Bildabspielen
    • Sagitarius 24.07.2018 12:11
      Highlight Highlight ....und ich glaube das ist auch nicht im Oval Office (zumindest nicht das im Weissen Haus) ;)
    • Paddiesli 24.07.2018 12:16
      Highlight Highlight Rache ist eben das Markenzeichräen eines schwachen Chatakters.
    • iisebahnerin 24.07.2018 12:32
      Highlight Highlight Tanooki, hast Du da evtl Objekt und Subjekt verwechselt? 😉😂
    Weitere Antworten anzeigen
  • bcZcity 24.07.2018 12:00
    Highlight Highlight Soll ich nun wütend oder enttäuscht sein?! Auf der ganzen Welt wird auf die Natur und deren Tiere geschissen, für den Profit, unsere Nahrung, unseren Spass und Bequemlichkeit.

    Irgendwie wundert es mich nicht dass unter Trump der Raubbau wieder Hochkonjunktur hat, aber grundsätzlich war und ist die Welt in dieser Beziehung doch schon lange am A und es wird nicht besser.

    Ich denke die pure Ignoranz nervt am meisten. Der dicke Weisse benimmt sich rücksichtslos und geht keine Kompromisse ein. Eine Blaupause des Schlechten im Menschen der jeder Lobby den A hinhält, Hauptsache die Kasse stimmt.

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