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Wildkatzen im Portrait: Die Langschwanzkatze aus Südamerika

Sie kann von Ästen hängen und Tierlaute imitieren – die Langschwanzkatze

25.01.2017, 21:0407.05.2020, 10:21

Sie ist eine der schönsten und anmutigsten Wildkatzen Südamerikas, lebt in Wäldern und kann die Laute von gewissen Tieren imitieren, um so Beute anzulocken. Wir werfen einen Blick auf die Langschwanzkatze.

Verschaffen wir uns einen ersten Eindruck

Wer eine Langschwanzkatze zum ersten Mal sieht und sich ein wenig mit Raubkatzen auskennt, denkt zuerst womöglich an einen Ozelot. Tatsächlich hat diese Ähnlichkeit der Langschwankatze den Zusatznamen «Baumozelot» eingebracht. Doch obwohl beide Katzenarten zur Raubtiergattung der Pardelkatzen gehören, unterscheiden sie sich in einigen Punkten.

Zum Vergleich: Rechts ein Ozelot, links eine Langschwanzkatze.

image after
image before

Die Langschwanzkatze ist nicht nur etwas kleiner als ein Ozelot, sondern hat auch – man ahnt es schon – einen längeren Schwanz als dieser. Im Durchschnitt erreicht eine Langschwanzkatze eine Kopf-Rumpf-Länge von 46 bis 79 Zentimeter.

Was ist die Kopf-Rumpf-Länge genau?
«Die Kopf-Rumpf-Länge ist ein Körpermass und bezeichnet die Länge eines Landwirbeltieres von der Schnauzen- bzw. Nasenspitze bis zur Schwanzwurzel. Das Mass wird insbesondere bei Säugetieren verwendet. Zum Messen wird der Körper des Tieres in Rückenlage ausgestreckt auf einer ebenen, waagerechten Unterlage leicht angedrückt und gerade ausgerichtet, jedoch nicht überdehnt. Stirn und Nase werden an die Unterlage gedrückt.»
quelle: wikipedia

Der Schwanz einer Langschwanzkatze wird bis zu 51 Zentimeter lang, im Minimum aber 33 Zentimeter. Das Gewicht dieser Kleinkatze variiert zwischen 2,6 und vier Kilogramm. Damit spielt sie in der gleichen Gewichtsklasse wie unsere Hauskatzen.

Über den Lebensraum dieser Katzenart

Langer Schwanz und leichtes Körpergewicht deuten es schon an – die Langschwanzkatze fühlt sich in den Wipfeln von Bäumen am wohlsten.

So trifft man sie dann hauptsächlich in Wäldern, vor allem tropischen und subtropischen Regenwäldern, an. Es gibt aber auch Berichte, dass die äusserst scheuen Tiere schon auf Kakao- oder Kaffeeplantagen angetroffen wurden.

Heutiges Verbreitungsgebiet

Verbreitungsgebiet der Langschwanzkatze
Mittel- und Südamerika, östlich der Anden.Bild: watson.ch

Die Langschwanzkatze ist perfekt an das Leben in den Bäumen angepasst und man nimmt an, dass sie einen Grossteil ihres Lebens darin verbringt. Sie hat nicht nur extra breite Pfoten und sehr bewegliche Zehen, sondern kann auch als eine der wenigen Katzenarten Kopf voran einen Baum hinunter klettern.

Eine besondere Fähigkeit von ihr ist, dass sie ihre Hinterbeine so weit einwärts drehen kann, dass sie diese an einem Ast einhängen und sich so nach unten baumeln lassen kann.

Diese ausserordentliche Anpassung hilft ihr natürlich bei der Jagd, bei der sie hauptsächlich kleineren Säugetieren und Vögeln nachstellt. Allerdings ist die Langschwanzkatze nicht sehr wählerisch, wenn es die Umstände erfordern. Sie ernährt sie durchaus auch von Eiern, Echsen, Baumfröschen, Insekten und sogar Früchten.

Langschwanzkatzen sind aber durchaus in der Lage, grössere Beute zu erlegen. So müssen sich zum Beispiel auch Pakas von ihnen in Acht nehmen, die mit einer Grösse von bis zu 77 Zentimetern und einem Gewicht von 6 bis 14 Kilogramm doch eine stattliche Figur haben.

Marco Hern‡ndez

Paka

https://en.wikipedia.org/wiki/Paca#/media/File:HumedoTepezc_02.jpg
Gehören durchaus auch auf den Speiseplan: Pakas.bild: wikipedia

Auch bei der Jagd glänzt die Langschwanzkatze mit einer besonderen Fähigkeit. So kann sie die Laute gewisser Tiere imitieren. Es ist nachgewiesen, dass Langschwanzkatzen die Stimme eines verletzten Zweifarbentamarinbabys nachgeahmt haben, um so besorgte Artgenossen anzulocken und anschliessend anzugreifen.

Stirbt die Langschwanzkatze bald aus?

Wie viele Raubtiere heutzutage ist auch die Langschwanzkatze eine gefährdete Spezies. Dabei hat die Langschwanzkatze gleich doppeltes Pech, denn neben ihrem Lebensraum war es lange Zeit ihre Schönheit, die ihr zum Verhängnis wurde. Sie gehörte für Jahrzehnte zu den wichtigsten südamerikanischen Pelztieren, was dazu führte, dass alleine 1977 mindestens 30'000 Langschwanzkatzenfelle international gehandelt wurden.

Langschwanzkatze Fell

https://de.wikipedia.org/wiki/Langschwanzkatze#/media/File:Leopardus_wiedii_(Margay_cats)_fur_skins.jpg
Schön und begehrt: Die Felle der Langschwanzkatze.gemeinfrei

Glücklicherweise gilt das agile Raubtier inzwischen in fast allen Regionen ihres Verbreitungsgebietes als geschützte Tierart. Dadurch erholte sich der Bestand über die Jahre etwas, wodurch die Art von «gefährdet» auf «potenziell gefährdet» herabgestuft werden konnte.

Allerdings wurde die Jagd auf die Langschwanzkatze bereits durch eine neue Bedrohung abgelöst. Durch Waldrodungen für Lebensraum und Agrarkultur wird ihr Lebensraum immer weiter eingeschränkt. Die IUCN, welche die rote Liste herausgibt, rechnet damit, dass die Population der Langschwanzkatze in den nächsten 18 Jahren um bis zu 30 Prozent zurückgehen wird.

Es gibt bereits seit einigen Jahren Bemühungen, die Langschwanzkatze durch Schutz vor Ort und die Bekämpfung des (illegalen) Handels vor dem Aussterben zu bewahren.

Nachwuchs

Über die Fortpflanzung ist nicht wirklich viel bekannt. Hinzu kommt noch, dass sämtliche Erkenntnisse aus Beobachtungen von gefangenen Langschwanzkatzen stammen.

So scheint es, dass die Tiere keinen festen Paarungszyklus haben. Nimmt das Weibchen auf, folgt eine Tragzeit von 76 bis 84 Tagen, bevor es ein bis zwei Junge zur Welt bringt. Diese sind zu Beginn blind und öffnen ihre Augen erst nach zwei Wochen. Es dauert rund zehn Monate, bis die Jungtiere die Körpergrösse ihrer Mutter erreicht haben. Wie alt Langschwanzkatzen in freier Wildbahn werden können, ist nicht bekannt. Ein in Gefangenschaft gehaltenes Männchen wurde 24 Jahre alt.

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Weitere Bilder der Langschwanzkatze:

1 / 13
Die Langschwanzkatze
quelle: flickr / marcio motta
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4 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Calvin Whatison
25.01.2017 21:40registriert Juli 2015
Toller Artikel. Wir Menschen lernen es wohl nie. Zuerst wird Sie fast ausgerottet wegen ihres Fells, und heute nimmt man ihr den Lebensraum! 😔

Diese Augen, darin verliert man sich ja fast. Herrlich 😻👍🏻
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Karl Müller
25.01.2017 21:35registriert März 2015
Ich kann auch von Ästen hängen. Ich kann auch Tierlaute imitieren. Und ich habe auch einen ... ähm, infantilen Humor.
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