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Bild: wikimedia commons

Sie muss nie trinken und wohnt in Termitenhügeln: Die Schwarzfusskatze

12.11.2016, 10:2807.05.2020, 10:24

Wir alle kennen sie: grosse Wildkatzen wie Löwen, Tiger oder den Puma. Doch gibt es auf der Welt auch unzählige kleinere Wildkatzen, die nur Wenigen bekannt sind. Eine davon ist die Schwarzfusskatze, eine Katzenart, die ausschliesslich in der Trockenzone des südlichen Afrika vorkommt. Sie ist nicht nur die kleinste afrikanische Katzenart, sondern auch die seltenste.

Wie gross (oder eben klein) wird eine solche Katze?

Die Schwarzfusskatze ist nicht nur die kleinste Katzenart von Afrika, sondern gehört zu den kleinsten Katzenarten überhaupt. Männchen werden ohne Schwanz in etwa 36,7–43,3 Zentimeter gross und sind somit um einiges kleiner als eine durchschnittliche Hauskatze, die eine Rumpflänge von rund 50 Zentimetern erreicht. Auch der Schwanz der Schwarzfusskatze ist mit einer maximalen Länge von knapp 20 Zentimetern rund fünf bis zehn Zentimeter kürzer als der einer Hauskatze.

Grössenvergleich der Männchen.
Grössenvergleich der Männchen.
bild: watson

Eine männliche Schwarzfusskatze erreicht ein Maximalgewicht von 2,45 Kilogramm, während das einer Hauskatze durchschnittlich bei vier Kilogramm liegt. Weibliche Schwarzfusskatzen sind etwas kleiner und somit auch leichter als die Männchen.

Und welche Merkmale gibt es beim Aussehen?

Um das Aussehen der Schwarzfusskatze zu veranschaulichen hier ein Foto:

Schwarzfusskatze (<em>felis nigripes</em>) im Wuppertaler Zoo.
Schwarzfusskatze (felis nigripes) im Wuppertaler Zoo.

Entgegen dem Namen hat eine Schwarzfusskatze keine komplett schwarzen Füsse. Lediglich die Ballen an der Unterseite der Pfoten sind schwarz. Die Oberseite des Fusses ist mit hellbräunlichem Fell bedeckt und lässt somit nicht auf den Namen schliessen.

Wo trifft man die Schwarzfusskatze an?

Das Hauptverbreitungsgebiet der Schwarzfusskatze sind die trockenen Savannen von Südafrika, Namibia und Botswana. Eher selten trifft man die Tiere auch in Simbabwe und im äussersten Süden von Angola an. Zwar mögen sie es trocken, dennoch findet man die Katzen nicht in Wüstenregionen vor, dafür aber in Höhenlagen von bis zu 2000 Meter über Meer.

Das Verbreitungsgebiet der Schwarzfusskatze.
Das Verbreitungsgebiet der Schwarzfusskatze.
bild: wikipedia/watson

Leider ist auch die Schwarzfusskatze in ihrem Lebensraum immer mehr bedroht. 2002 wurde sie daher von der «Roten Liste gefährdeter Arten» als «gefährdet» eingestuft, was bedeutet, dass ein hohes Risiko besteht, dass die Schwarzfusskatze in naher Zukunft aussterben wird. Da diese Katzenart den Leuten kaum bekannt ist, fehlt es leider oft auch an Spendengeldern, die helfen könnten, diese Art zu erhalten. Daher widmet sich bisher auch nur eine Organisation aktiv dem Schutz dieser Tiere.

Wie wird überhaupt ermittelt, ob ein Tier vom Aussterben bedroht ist?
Die Roten Listen der IUCN basieren auf der wissenschaftlichen
Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass eine Tierart in naher Zukunft in der Natur aussterben wird.
Hierzu wird eine Kombination verschiedener Faktoren beurteilt, die
wichtigsten sind die beobachtete, geschätzte, abgeleitete oder vermutete
Abnahme der Populationsgrösse über einen Zeitraum von zehn Jahren oder
drei Generationen, die Grösse des Verbreitungsgebietes oder des
tatsächlich besiedelten Areals und die geschätzte Grösse der Population.

Wie sieht der Alltag dieser Tiere aus?

Wer jemals eine Schwarzfusskatze in ihrem natürlichen Umfeld zu Gesicht bekommt, kann sich wirklich glücklich schätzen. Die kleinen Wildkatzen machen es einem nämlich äusserst schwer, sie ausfindig zu machen.

Verstecken sich bei der leichtesten Störung: Schwarzfusskatzen.
Verstecken sich bei der leichtesten Störung: Schwarzfusskatzen.

Nicht nur sind sie äusserst scheu, sie sind auch nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in ihrem Bau. Diesen graben sie in der Regel nicht selber, sondern übernehmen verlassene Bauten von anderen Tieren. Allerdings sind sie Meister darin, bestehende Bauten zu erweitern. Manchmal übernehmen Schwarzfusskatzen sogar verlassene Termitenhügel, was ihnen bei der lokalen Bevölkerung den Namen «Ameisentiger» eingebracht hat.

So kann ein Termitenhügel aussehen.
So kann ein Termitenhügel aussehen.

Schwarzfusskatzen sind durch ihre Anpassung an ihren trockenen Lebensraum nicht darauf angewiesen, Wasser zu trinken. Zwar trinken sie Wasser, wenn es verfügbar ist, aber sie können ihren Wasserbedarf alleine durch ihre Beute abdecken. Diese besteht im Wesentlichen aus kleineren Tieren wie Mäusen oder Vögeln. Mit 250 Gramm Fleisch pro Tag ist ihr Nahrungsbedarf höher als der einer normalen Hauskatze. Auch haben Schwarzfusskatzen keinen grossen Drang zu klettern und bleiben lieber in Bodennähe.

Und wie sieht es mit Nachwuchs aus?

Über die Fortpflanzung von Schwarzfusskatzen ist bisher noch sehr wenig bekannt. Man weiss, dass sie nach einer Tragzeit von 63 bis 68 Tagen etwa zwei bis vier Jungen zur Welt bringen und diese sich schneller entwickeln als Jungtiere von Hauskatzen. Verwunderlich ist das nicht, denn in ihrer rauen Umgebung ist es ein entscheidender Vorteil, wenn Jungtiere sehr schnell erwachsen werden. Um möglichen Fressfeinden zu entgehen, zieht die Schwarzfusskatzenmutter mit ihren Jungtieren etwa alle sechs bis zehn Tage in ein neues Versteck.

Und jetzt kannst du die scheue Katze noch in ihrer ganzen Pracht bestaunen:

1 / 10
Wildkatzen im Portrait: Die Schwarzfusskatze
quelle: wikimedia commons
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