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Wie der Indian Ocean Dipole den Winter in der Schweiz beeinflusst

Wie wird der Winter? Ein sich vor Indien bildendes Phänomen gibt erste Hinweise

07.08.2026, 15:1407.08.2026, 15:15

Die Schweiz steckt mitten in einem rekordverdächtig heissen und trockenen Sommer. In den Bergen schmelzen die Gletscher deshalb vor sich hin. Es stellt sich also die Frage, ob dieses Defizit im kommenden Winter wieder ausgeglichen werden kann.

Tatsächlich lässt sich anhand des Verlaufs einer Jahreszeit keine Aussage zum Verlauf einer anderen treffen. Doch die aussergewöhnlichen Verhältnisse haben Klimaforscherinnen und -forscher auf ein Phänomen vor Indien gebracht, das Winterprognosen auch für Europa verbessern soll, schreibt der europäische Wetterdienst Severe Weather Europe. Worum es dabei genau geht, erfährst du hier:

Das ist der Indian Ocean Dipole

Das Phänomen trägt den Namen Indian Ocean Dipole (IOD). Dabei handelt es sich um ein Muster von Meerestemperaturen im Indischen Ozean. Dieses ist so ausgeprägt, dass sich die Temperaturen im westlichen und östlichen Teil dieses Gewässers unterscheiden, wobei eine atmosphärische Zirkulation entsteht.

Das ist der positive Indian Ocean Dipole.
Unterschiedliche Gewässertemperaturen verursachen eine atmosphärische Zirkulation vor Indien.Bild: NOAA

Laut der Analyse von Severe Weather Europe ist derzeit ein positiver IOD im Entstehen. Die Wassertemperaturen sind im Osten also tiefer als im Westen. So steigt die Luft im Westen auf und sinkt im Osten ab, die Zirkulation entsteht.

Diese beeinflusst – gemeinsam mit anderen Phänomenen wie dem El Niño – den Jetstream und lässt Hoch- sowie Tiefdruckgebiete auf der Nordhalbkugel entstehen beziehungsweise beeinflusst deren Zugrichtung.

Das hat der IOD mit dem El Niño zu tun

Der IOD funktioniert also nach einem ähnlichen Grundprinzip wie der El Niño. Bei beiden Phänomenen verändern ungewöhnliche Meerestemperaturen Luftzirkulationen, Niederschläge, Druckverhältnisse und Winde – also kurz gesagt: Klima und Wetter.

Zudem hängen die beiden Phänomene zusammen: Der aktuelle El Niño verändert Winde und Druckverhältnisse so, dass sie die Entstehung eines positiven IODs begünstigen. Das Phänomen über dem Pazifik ermöglicht also vor Indien die Temperaturunterschiede, welche Zirkulationen in Gang bringen, die das Wetter über Europa beeinflussen.

Und: Die beiden Phänomene zusammen verstärken den gesamten Einfluss auf den Jetstream.

Das ist der Einfluss auf den Winter in Europa

ARCHIV - 03.02.2020, Bayern, Thalkirchdorf: Eine Pistenraupe steht auf einer Skipiste, die bei Tauwetter noch teilweise mit Schneeresten bedeckt ist. (Zu dpa "Winter in Europa war der wärmste sei ...
IOD und El Niño begünstigen schneearme Winter in Europa.Bild: dpa

Was heissen also ein stark ausgeprägter El Niño und ein positiver IOD für den Winter in Europa? Hier ist zu sagen, dass die Forscherinnen und Forscher damit rechnen, dass der aktuelle IOD besonders den Herbst und die ersten Wintermonate beeinflusst.

So begünstigt die Kombination der beiden Phänomene die Bildung eines Hochdruckrückens im Süden Europas und einen tieferen Luftdruck über Nord- und Nordwesteuropa. Dieser Druckunterschied begünstigt die Westströmung vom Atlantik her, was eher mildere Temperaturen zur Folge hätte.

Die feuchte Luft des Atlantiks würde hingegen die Chancen auf verbreiteten Niederschlag über Europa erhöhen. Zusammen mit den eher milderen Temperaturen fällt dieser aber eher als Regen denn als Schnee.

Kältere Episoden bleiben demnach zwar möglich, der Winter dürfte in Europa nach dieser Prognose im Schnitt allerdings eher mild und schneearm ausfallen. (leo)

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91 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Das Hars
07.08.2026 16:00registriert August 2021
Wie der Winter wird? Ganz einfach: wir können eine Palme als Weihnachtsbaum dekorieren und über den TV blitzen Bilder einer Winterlandschaft, während es draussen 15-20 Grad hat… also vermute ich mal!
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rumpelpilzli
07.08.2026 21:22registriert November 2015
Also eine gute und eine schlechte nachricht. Viel niederschlag ist sicher gut, aber ein Wasserspeicher aus schnee wäre doch zu wünschen damit für nöchstes Jahr eine Reserve besteht
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regen
07.08.2026 17:57registriert November 2014
hätte, hätte, fahrradkette, spekulative, langfristige und erst noch globale "voraussagen" sind für die füchse. bleiben wir doch bei den aktuellen fakten: hitze und trockenheit halten weiterhin an und kein ende ist in sicht.
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