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HEUTE, MITTWOCH, 4. FEBRUAR 2015, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES NEUE BILDMATERIAL ZUR GRIPPEIMPFUNG ZUR VERFUEGUNG --- A medical assistant gives a flu vaccination at the Arzthaus in Zurich, Switzerland, on January 30, 2015. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Eine Praxisassistentin verabreicht eine Grippeimpfung, aufgenommen am 30. Januar 2015 im Arzthaus in Zurich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Werden die betroffenen Injektionsnadeln verwendet, soll Leim in die Blutbahn des Patienten gelangen. Bild: KEYSTONE

Leimpartikel im Blut: Verunreinigte Impfnadeln in der Schweiz im Umlauf

In den Niederlanden wird vor Injektionsnadeln der Marke Terumo gewarnt. Die Arzneimittelbehörde Swissmedic geht davon aus, dass die Spritzen auch in der Schweiz verwendet werden. 



95 Prozent der holländischen Kinder werden im Rahmen des Nationalen Immunisationsprogramms vom Babyalter an gegen insgesamt 12 Krankheiten von Diphterie über Polio bis Hepatitis B geimpft. Wie der niederländische TV-Sender Een Vandaag nun berichtet, sind ganze Kohorten dieser Kinder über einen längeren Zeitraum mit fehlproduzierten Injektionsnadeln geimpft worden, die Leimpartikel in den Kreislauf abgeben können. 

Der von der mutmasslichen Fehlproduktion betroffene Medizinaltechnik-Gigant Terumo hat die Nadeln in grosser Stückzahl hergestellt und vertreibt diese weltweit. Via Twitter machte uns eine Userin auf den Fall aufmerksam:

Die Arzneimittel-Aufsicht Swissmedic bestätigt, dass auch Ärzte und Spitäler in der Schweiz die fehlerhaften Produkte einsetzen. «Angesichts der Schilderung, dass mehrere Hundert Millionen Spritzen von dem Problem betroffen sein könnten, ist es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so, dass auch in der Schweiz solche Spritzen verwendet wurden und werden», sagt Peter Balzli, Pressesprecher von Swissmedic.

Die Firma Terumo hält ihre Nadeln für ungefährlich und veröffentlichte eine entsprechende Stellungnahme auf ihrer Webpage: Bei dem Leim handle es sich um einen Stoff, der regelmässig in medizinischen Produkten verwendet würde. Eigene Untersuchungen hätten gezeigt, dass der Stoff in seltenen Fällen auf den Mensch übergehen könnte. Er sei jedoch weder krebserregend noch toxisch. 

Das niederländische Gesundheitsministerium ist offenbar anderer Ansicht und hat eine entsprechende Warnung vor dem Gebrauch der Spritzen herausgegeben. Medizinisches Personal, das im Rahmen des Nationalen Immunisationsprogramms Kinder impft, solle bis auf Weiteres auf andere Injektionsnadeln ausweichen. 

Bisher keine Fälle gemeldet

Swissmedic klärt derweil immer noch ab, ob es in der Schweiz schon zu Komplikationen gekommen ist. Die entsprechenden Nachforschungen gestalten sich aber schwierig. «Falls der verwendete Leim toxisch ist, dann handelt es sich um extrem kleine Mengen», sagt Balzli. Doch die Leimteile könnten im schlimmsten Fall Blutgefässe verstopfen. Bis dato seien aber keine entsprechenden Meldungen seitens Patienten oder Spitälern eingegangen. 

Swissmedic verlässt sich deshalb vorerst auf die Untersuchungen ihrer europäischen Partnerbehörden. «Es geht jetzt darum, dass die niederländische und die britische Behörde genauere Abklärungen treffen. Erst dann können wir die richtigen Schlussfolgerungen ziehen und allenfalls Massnahmen ergreifen», so Balzli weiter.

Üblicherweise bestellen die Pharmamultis die Injektionsmaterialien ungefüllt und lassen die Spritzen von spezialisierten Firmen mit ihren Impfstoffen oder Medikamenten füllen. Einer der grössten Pharmakonzerne, der seine Produkte auch in der Schweiz vertreibt, ist GlaxoSmithKline (GSK). «Tatsache ist, dass GSK Nadeln von Terumo verwendet. Ob die betroffenen Exemplare auch darunter sind, wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht», sagt Urs Kientsch von GSK Schweiz. Die Unternehmensleitung arbeite mit Hochdruck an dem Fall.

Nicht das erste Nadel-Problem

In einem anderen Fall, der ebenfalls Terumo betrifft, hat Swissmedic bereits reagiert und eine Rückrufmeldung veröffentlicht. Auch in diesem Fall sind Spritzen betroffen – dabei werden Partikel von Schmiermittel in die zu injizierenden Flüssigkeit abgegeben, was «gesundheitsschädlich» sein könne, wie Terumo einräumt. 

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