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Prostatakrebs-Medikament senkt in Studie PSA-Werte und schrumpft Tumore

Man consulting a female doctor for prostate ultrasound examination.
Krebs an der Prostata ist in vielen Ländern bei Männern die häufigste Krebsart. (Symbolbild)Bild: www.imago-images.de

Hoffnung bei Prostatakrebs: Medikament lässt Tumor schrumpfen

Ein neues Medikament gegen Prostatakrebs zeigt in einer frühen Studie vielversprechende Ergebnisse: Die PSA-Werte sanken und sogar der Tumor konnte verkleinert werden.
28.02.2026, 14:4828.02.2026, 14:48
Annika Danielmeier / watson.de

Bei Männern in vielen Ländern ist Prostatakrebs die am häufigsten diagnostizierte Krebsart. Prostatakrebs gilt als «immun-kalt», wie Prof. Johann de Bono vom Institute of Cancer Research und der Royal Marsden NHS Foundation Trust sagt. Bisher wurde er als resistent gegenüber Immuntherapien angesehen. Die Ergebnisse einer neuen Studie könnten das ändern.

Demnach gibt die Immuntherapie VIR-5500 Hoffnung bei fortgeschrittenem Prostatakrebs: Bei einigen Patienten hat sie den Tumor schrumpfen lassen.

Immuntherapie minimiert Nebenwirkungen

Bei einer Immuntherapie wird das körpereigene Immunsystem genutzt, um Krankheiten zu bekämpfen. Das Medikament VIR-5500 ist ein sogenannter T-Zell-Engager, der die Killer-T-Zellen des Immunsystems mit Tumorzellen verbindet, die versuchen, sich der Immunabwehr zu entziehen.

«Wir glauben, dass solche Behandlungen langfristig zu Heilungen führen könnten», sagt Prof. Johann de Bono, der die Studie leitete, laut Guardian.

Ein besonderes Merkmal von VIR-5500 sei, dass das Medikament so entwickelt wurde, dass es nur innerhalb des Tumors aktiviert wird. Ein Vorteil davon ist de Bono zufolge, dass die Nebenwirkungen für den Patienten dadurch reduziert werden – andere T-Zell-Engager können hingegen schwere Entzündungsreaktionen auslösen.

Ausserdem bleibe VIR-5500 länger im Blutkreislauf, sodass der Patient möglicherweise weniger Dosen des Medikaments benötige.

In der Phase-1-Studie erhielten 58 Männer mit fortgeschrittenem Prostatakrebs, die auf andere Behandlungen nicht mehr ansprachen, das Medikament. Die Mehrheit der Patienten (88 Prozent) berichtete von nur sehr leichten Nebenwirkungen.

Medikament zeigt vielversprechende Ergebnisse

Auch in Bezug auf den Tumor selbst lieferte die Studie vielversprechende Ergebnisse. Die Forschenden untersuchten die PSA-Werte, das ist das Prostata-spezifische Antigen im Blut der Patienten. Ein erhöhter Wert kann auf Prostataprobleme hinweisen.

De Bono berichtet, dass von 17 Männern, die die höchste Dosis erhielten, bei 14 von ihnen die PSA-Werte um mindestens die Hälfte zurückgingen. Bei neun Patienten sank der Wert um mindestens 90 Prozent; bei fünf sogar um mindestens 99 Prozent.

Auch bei Patienten, die bereits einen messbaren Tumor ausgebildet hatten, zeigten sich Erfolge. Elf von ihnen bekamen die Höchstdosis des Medikaments verabreicht: Bei fünf schrumpfte der Tumor durch die Immuntherapie.

De Bono erklärte, dass weitere klinische Studien geplant seien. «Wir benötigen zwar noch mehr Daten, aber die Ergebnisse sind verblüffend», sagt er. Die Ergebnisse wurden noch nicht von Fachkolleginnen und Fachkollegen begutachtet, aber Expertinnen und Experten bezeichneten die Ergebnisse aus dieser frühen Studien-Phase dem «Guardian» zufolge als (potenziell) vielversprechend.

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