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Wie man auf die Idee kommt, Penisse auf die Strasse zu malen? Natürlich mit einem guten Zweck im Sinn

Je grösser das Schlagloch, desto grösser das «Kunstwerk».
Je grösser das Schlagloch, desto grösser das «Kunstwerk».Bild: Facebook/Wanksy - Road Artist

Wie man auf die Idee kommt, Penisse auf die Strasse zu malen? Natürlich mit einem guten Zweck im Sinn

28.04.2015, 14:4128.04.2015, 15:21

Im Grossraum Manchester – genauer in der Stadt Bury – sorgt ein Künstler, der sich selbst Wanksy nennt, für Aufruhr. Der Grund: Er bemalt die Strassen mit Phallussymbolen. Jedoch platziert Wanksy seine «Kunstwerke» nicht wahllos irgendwo – sondern an ganz bestimmten Stellen. Nämlich auf Schlaglöchern.

Wie er den Manchester Evening News erzählt, ist ihm die Sache ein ganz persönliches Anliegen: «Die Strassen von Manchester sind in einem fürchterlichen Zustand. Ich habe Freunde, die viel mit dem Velo unterwegs sind und die deswegen schon ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.»

Aus diesem Grund habe er die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Strassenschäden lenken wollen – und das funktioniere mit grossen Phallussymbolen besonders gut.

Um dem – in seinen Augen sehr humorvollen – Projekt Nachdruck zu verleihen, hat der Künstler Anfang April eine Facebook-Seite ins Leben gerufen, auf der er Fotos von all seinen Werken veröffentlicht. Inzwischen hat die Seite knapp 8000 Fans.

Laut Angaben des Künstlers verwendet er ausschliesslich Farbe, die nach einiger Zeit von selbst wieder verschwindet. Dennoch sei das Projekt von Erfolg gekrönt: Einige Schlaglöcher, die schon seit Jahren da gewesen seien, habe man innerhalb von 48 Stunden mit neuem Teer gefüllt. Bei anderen dauere es manchmal bis zu einer Woche.

Seine «Erfolge» vermeldet der Künstler ebenfalls auf der Facebook-Seite, denn im Gegensatz zu den meisten anderen Künstlern ist er froh, wenn seine Werke «zerstört» werden.

Der Gemeinderat von Bury kann dem Projekt jedoch nichts abgewinnen: Die Aktionen dieser Person seien nicht bloss dumm, sondern unglaublich beleidigend für die Bewohner der Stadt, so ein Sprecher. Ausserdem sei die Idee kontraproduktiv, da man nun Geld investieren müsste, um die Strassen zu reinigen. Geld, welches man andernfalls für die Reparatur der Strassen aufwenden könnte.

Wanksy, dessen Name einerseits eine Anspielung auf den bekannten Street-Art-Künstler Banksy und andererseits auf das Verb «to wank» (zu Deutsch: «wichsen») ist, denkt dennoch nicht daran, aufzuhören: Wenn er mit der Gemeinde Ramsbottom fertig sei, werde er den Rest von Manchester in Angriff nehmen, so der Künstler.

Hier die gesammelten Werke von Wanksy:

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Künstler Wansky will sich mit Penissen gegen Schlaglöcher wehren
Auf seiner Facebook-Seite präsentiert Wanksy seine Werke.
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(viw)

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