Initianten wollen Situation um Atomkraftwerke scharf beobachten

Publiziert: 27.11.16, 13:52

Die Initiantinnen der Atomausstiegsinitiative sprechen trotz dem Nein von einem wichtigen Resultat. Die Grüne Berner Nationalrätin Regula Rytz zeigte sich überzeugt, dass mit der Abstimmung der Weg für die Energiestrategie 2050 geebnet wurde.

«Wir haben nichts falsch gemacht», sagte Rytz gegenüber Radio SRF. Die Energiestrategie 2050 sei als eine Art Gegenvorschlag zur Atomausstiegsinitiative gehandelt worden. Mit dem heutigen Tag sei der Weg für diese geebnet worden.

Gleiches gelte für den Klimaschutz. Die Leute wollten keinen dreckigen Kohlestrom. Dies gelte es jetzt einzuhalten. Die Sicherheitsfrage und die finanzielle Situation der Atomkraftwerke werde weiterhin scharf beobachtet, sagte Ryz. «Wir fahren weiter, damit die Bevölkerung sicher leben kann.»

Kein Atomausstieg gewünscht

Nicht einverstanden mit Rytz' Interpretation des Abstimmungsresultates ist der Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen. «Die Leute wollen nichts von einem Atomausstieg wissen», sagte er im Radio. Die Argumentation, dass Kernkraftwerke so lange laufen sollten, wie sie sicher seien, habe bei den Schweizerinnen und Schweizern verfangen.

Zudem habe die drohende Abhängigkeit vom Ausland und von deutschem Kohlestrom zum Nein geführt.

In einer ersten Reaktion zeigte sich auch der Verband Schweizerische Elektrizitätsunternehmen zufrieden mit dem Nein. Direktor Michael Frank sagte gegenüber Radio SRF, dass das Nein ein Verdikt für die Energiestrategie sei. «Der gesunde Menschenverstand» habe Überhand genommen. Die Leute wollten Versorgungssicherheit und einen Ausstieg ohne Zeitdruck.

Für den Schweizerischen Baumeisterverband ist das Nein zur Atomausstiegsinitiative ein Ja zu einer «besonnenen Energiepolitik», bei der die Neuausrichtung der Energieversorgung etappenweise erfolgen solle. Die Energiespezialisten der Baubranche stellten ihr Know-how auch künftig gerne für den Produktionsausbau der erneuerbaren Energien und den damit verknüpften Aus- und Umbau des Stromnetzes zur Verfügung", teilte der Baumeisterverband am Sonntag mit.

Er erinnert die Initianten an ihre im Abstimmungskampf gemachten Versprechen und fordert sie auf, «nicht weiter mit Einsprachen und Klagen den Bau von Wasserkraftwerken, Windturbinen und Solaranlagen» zu verhindern oder zu blockieren. (sda)

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