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Häng doch noch kurz die Wäsche raus, Mausi.  Bild:kafi freitag

Liebe Kafi. Mein Partner, Vater unseres fast einjährigen Sohnes, macht mir in letzter Zeit häufiger die Hölle heiss. Er findet, wenn ich nur mein Bad putze und nur meine Wäsche (und die vom Baby) wasche, sei ich eine Egoistin. 

22.07.15, 11:12

Dass er mein Bad nie putzt und unsere Wäsche nie wäscht, ist irgendwie etwas anderes. Rein rational kann ich das nicht nachvollziehen. Streits darüber enden jeweils bei seinem Satz «Ich hab einfach nicht das Gefühl, dass wir am selben Strick ziehen» und meinerseits mit «Was hat der Strick mit Hausarbeit zu tun?» Ich bin nicht Hausfrau. Ich arbeite 70% und beteilige mich mit 50% an allen anfallenden Kosten. Daher sehe ich überhaupt nicht ein, wieso ich im Haushalt mehr leisten sollte, als er. Putzen ist schliesslich nicht mein Hobby. Meine Lösung war dann «Putzfrau». Was gut funktioniert, solange sie regelmässig kommt. Aber jedesmal, wenn ich mir erlaube, mein Bad zu reinigen, UND NUR MEINS, fängt das Trallala wieder an. Muss ich mir das denn geben? Weisst Du irgendeinen Trick, wie ich meinen Freund davon überzeugen kann, dass man auch an einem Strick ziehen kann, ohne die Hausarbeit des andern zu übernehmen? Das kostet mich wirklich den letzten Nerv. Danke Dir vielmals. Gruss. Tess, 35

Liebe Tess 

Ja sag mal, gaht's eigentlich no??? Mir sträuben sich ja schon beim Lesen Ihrer Zeilen die Haare zu Berge! Das müssen Sie sofort abstellen, das geht ja schon mal gar nicht. Wie Sie das tun sollen?

Sagen Sie ihm doch, dass Sie einsehen, dass er vollkommen recht hat. Und darum den Job gekündigt haben, um von nun an Zeit zu haben, sich um sein Bad zu kümmern. Und um die Wäsche. Und dass Sie ihm von Herzen danken, dass er sich ab sofort ganz allein um das Familieneinkommen sorgt. Ich denke, dass wird ihm helfen. Ja, ich bin sogar überzeugt davon.

Ausserdem schauen Sie, dass Sie eine Putzfrau finden, die IMMER kann. Im schlimmsten Fall über eine Putzfrauenvermittlung. Die schicken nämlich Ersatz, wenn die eine mal nicht kann. Das Leben ist zu kurz, um sich über schmutzige Badezimmer zu streiten. Nämlich. Es aber deswegen für Ihren Mann zu putzen, ist auch keine Lösung, gell!

Mit gutem Gruss. Ihre Kafi. 

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie ist verheiratet und Mutter eines zehnjährigen Sohnes.

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Bild: Kafi Freitag

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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14Alle Kommentare anzeigen
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  • neewa 11.02.2017 17:22
    Highlight Gute Antwort, Kafi!
    1 0 Melden
  • L.G. 17.06.2016 17:20
    Highlight Zieh aus, echt jetzt! - Er fordert nur, selber will er jedoch keinen Finger krumm machen.
    Warum lässt du dir das gefallen? Deine Leistung zählt auch!!! Dabei gibt es nichts zu diskutieren.
    P.S. Ich glaube kaum das es um Putzten geht, er benutzt es nur als Vorwand um an dir zu nörgeln oder dich runter zu putzten.
    2 1 Melden
  • trio 02.08.2015 18:54
    Highlight Also ich finde die Antwort gerechtfertigt. Wenn die Kosten geteilt werden, sehe ich keinen Grund warum jemand mehr Haushaltsarbeiten machen muss als der andere. Ist doch nicht egoistisch, wenn man seinen Teil putzt. Wenn man verliebt ist, macht man das noch eher, aber das Gefühl geht auch mal vorbei. Bis dann sollte man solche Sachen geregelt haben.
    Ausserdem lebe ich öfters mal in einer Wg und es fällt schon auf, dass bedeutend mehr Männer das Gefühl haben, alle anderen können Hausarbeit machen, nur sie nicht 😖
    12 0 Melden
  • Addi 25.07.2015 16:46
    Highlight Aber ganz generell haben einige Poster recht: Das hört sich an wie eine Beziehung in den letzten Zügen. Einen gemeinsamen Strick sehe ich da nicht.

    Und ich wäre auch wütend, wenn sie 'ihr' Bad putzt, meine Hälfte nicht. So kann man nicht gemeinsam arbeiten.

    Viele Grüße!
    2 18 Melden
  • Addi 25.07.2015 16:45
    Highlight Liebe Kafi,
    sonst liebe ich Deine lustigen und witzigen Artikel. Hier aber liegst Du zu kurz.
    Denn wenn Tess mit ihren 35 Jahren die Unverfrorenheit besitzt, nur IHREN Teil des Bades zu putzen: Soll ihr Partner dann auch nur SEINEN Teil des Autos wieder reparieren, wenn sie in Urlaub fahren? Eine Beziehung geht nur gemeinsam. Und Tess hat ja wohl mehr Zeit - sie arbeitet ja 30 % weniger, sofern Er 100 % arbeitet. Es muss nicht jeder alles machen, aber es ist gut, wenn jeder gleich viel Zeit für beide arbeitet. Beispiel: Der eine macht die Steuer, der andere den Garten.
    6 27 Melden
  • Bruno Wüthrich 23.07.2015 11:01
    Highlight Dass Tess «nur» 70 % arbeitet, sich jedoch mit 50 % an den Kosten beteiligt, wirft Fragen auf. Wie viel arbeitet er? Was geschieht mit dem Überschuss, falls er mehr verdient? Sein Gefühl trügt ihn nicht. Sie (Egoistin) zieht nicht am Strick. Er (Egoist) aber auch nicht. Ist da überhaupt ein Strick vorhanden? Das Kind scheint die einzige Gemeinsamkeit zu sein. Zudem: Wen stört es zuerst, dass sein Bad nicht geputzt und seine Wäsche nicht gewaschen ist? Sie oder ihn? Vermutlich ihn. Oder doch sie? Egal: Diese Beziehung windet sich in den letzten Zügen und keiner merkt es. Wo die Liebe fehlt...
    29 7 Melden
  • Evian 23.07.2015 08:51
    Highlight Wie kommt man denn eigentlich auf die Idee die eigene Wäsche (plus Babywäsche) von der des Mannes zu trennen? Kein gemeinsamer Wäschekorb? ;-)
    Auch der Gedanke von "meine Hausarbeit" und "deine Hausarbeit" befremdet, da es sich doch hier um eine Partnerschaft (sich zwei liebende Menschen) handelt, so hört es sich für mich eher nach alltäglichen WG-Problemen an.
    59 6 Melden
    • NoraDrenalin 23.07.2015 11:04
      Highlight Ich habe genau das gleiche gedacht! :-D
      29 0 Melden
    • neewa 11.02.2017 17:21
      Highlight Weisst du, wie viel Wäsche ein Kind gibt? Dann hätte ich auch keine Lust, nach der Arbeit noch mehr Maschinen zu waschen und Wäsche aufzuhängen während er, wie die ja sagt, dasselbe nie tut. Der Typ soll doch wider heim zu Mami wenn er nicht mal die eigene Wäsche auf die Reihe kriegt
      4 0 Melden
  • Bruno Wüthrich 22.07.2015 19:34
    Highlight Der Mann hat recht. Tess ist eine Egoistin. Und dies nicht zu knapp. Aber er vergisst, dass er selbst auch einer ist. Ebenfalls nicht zu knapp. Nun ergibt sich daraus halt ein Problemli, welches offensichtlich nur Frau Freitag lösen kann. Sie tut dies, indem sie Partei ergreift. Dabei hat sie eigentlich gut angefangen. «Ja sag mal, gaht's eigentlich no?» Danach hätte ich eigentlich erwartet, dass sie den beiden krassen Egoisten die Leviten liest. Doch sie bestärkte die eine Seite in ihrem Glauben. Kein guter Weg für eine Partnerschaft mit Kind. Zu einseitig für einen öfentlichen Ratgeber.
    39 18 Melden
    • das_boxi 23.07.2015 09:10
      Highlight Nicht einverstanden. ER ist der Egoist. Und sie reagiert auf seinen Egoismus mit "Gegen-Egoismus". Zitat: "Dass er mein Bad nie putzt und unsere Wäsche nie wäscht, ist irgendwie etwas anderes." Geht gar nicht. Verstehe Tess' Haltung und würde für diesen Mann auch keinen Finger krumm machen.
      46 8 Melden
    • Bruno Wüthrich 23.07.2015 10:27
      Highlight In solchen Dingen spielt die Frauensolidarität. In Politik und Wirtschaft nicht, denn sonst wären mehr Frauen in leitenden Positionen. Was Tess und ihren Mann betrifft, so wird dieser Konflikt unweigerlich zur Trennung führen. Sie wendet sich verzweifelt an Frau Freitag, diese erkennt nur eine Seite des Egoismus. Der Mann wiederum sieht dies (leider komplett) anders, erkennt seinen eigenen Egoismus nicht, und wird deswegen Frau Freitags Meinung niemals akzeptieren. Tess jedoch, in ihrer Meinung bestärkt, wird darauf bestehen. Ein scheinbar harmloses Problem führt so zur auswegslosen Situation.
      14 9 Melden
  • jules_rules 22.07.2015 13:18
    Highlight ich finde es schon etwas kleinlich und egoistisch, wenn man jeweils nur das eigene bad putzt/ die eigene wäsche macht, und zwar von beiden seiten. schliesslich lebt man in eine partnerschaft, da sollte es doch möglich sein, dass sie mal für ihn das bad putzt. Das nächste mal putzt er dafür ihr bad. oder man wechselt sich jeweils ab mit putzen...
    52 9 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.07.2015 08:58
      Highlight Die Realität ist leider anderst. Ich kenne viele Paare wo der Mann das Gefühl hat die Frau muss für ihn Putzen, aber er muss nichts machen.. ( Sind aber auch solche wo vom Mami verwöhnt wurden ) Und wenn sie Sich weigert ist Sie dann "Egoistisch" Mann kann nur hoffen das die Heutigen Jungen nicht die Gleiche 1940 Meinung haben wie unsere Vorfahren und beide Parteien, Mann und Frau die Putzarbeit gerecht aufteilen.
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