Grüne
Vizeammann der Stadt Baden Markus Schneider spricht zu den Journalisten, am Montag, 18. August 2014 in Baden. Der wegen Nackt-Selfies in die Schlagzeilen geratene Badener Stadtammann und Nationalrat Geri Mueller muss seine Fuehrungs- und Repraesentativaufgaben vorlaeufig abgeben. Dies entschied der Stadtrat Baden an seiner Sitzung. Der Stadtrat habe diesen Entscheid gemeinsam gefaellt, um dem Stadtammann Zeit einzuraeumen, sich voll auf die Klaerung der Situation zu konzentrieren, heisst es in einer Mitteilung der Badener Stadtregierung vom Montagmorgen, 18. August. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Ist am Montagmorgen ein gefragter Mann: Markus Schneider, CVP, übernimmt das Amt von Geri Müller ad interim und informiert die Medien über den Stadtratsentscheid, Geri Müller von vorläufig von allen Aufgaben zu entbinden. Bild: KEYSTONE

#gerigate

Vize-Ammann von Baden: «Geri Müller steht mit dem Rücken zur Wand»

Geri Müller wird vorläufig nicht mehr als Stadtammann in Baden auftreten. Der Badener Stadtrat entbindet ihn vorläufig von seinen Aufgaben. Interimistisch übernimmt Vizeammann Markus Schneider. Er erklärt, wie es mit Geri Müller jetzt weitergeht.

18.08.14, 09:22 18.08.14, 13:32

martin rupf, pirmin kramer

Ein Artikel der

Kurz vor zwölf Uhr trat Badens Vizeammann Markus Schneider (CVP) nach der Stadtratssitzung an die Medien. Schon um 9 Uhr hatte die Stadtregierung informiert, dass Stadtammann und Nationalrat Geri Müller seine Führungs- und Repräsentativaufgaben vorläufig abgibt und Vize Schneider die Geschäfte interimistisch übernimmt. Damit will der Stadtrat den Nackt-Selfie-Politiker aus der Schusslinie nehmen, bis die Affäre umfänglich geklärt ist. 

Der Entscheid Geri Müller vorübergehend von seinen Führungs- und Repräsentativaufgaben zu entbinden, sei schon gestern Sonntagabend gefällt worden, sagt Schneider. «Und zwar zusammen mit Geri Müller und natürlich mit dessen Einverständnis.» Gleichzeitig legt Schneider Wert darauf zu betonen, «dass es sich nicht um eine Suspendierung handelt und Müller sein Amt auch nicht niederlege.» 

Geri Müller solle nun Zeit erhalten, um das weitere Vorgehen zu überdenken und die nächsten Schritte zu planen. Wie lang das dauern wird beziehungsweise wie lange sich Geri Müller zurückziehen werde, kann Schneider nicht sagen. «Geri Müller wird zu gegebener Zeit an die Medien treten.» 

Stadtammann Geri Müller wurde vom Stadtrat Baden von seinen Aufgaben entbunden. Bild: KEYSTONE

«Glaube nicht, dass die ganze Schweiz über uns lacht» 

Auf die Frage, wie Geri Müller dem Stadtrat gegenüber zur Affäre Stellung genommen hat, sagt Schneider: «Grundsätzlich behandeln wir alles, was innerhalb des Stadtrats ausgetauscht wird, vertraulich.» Er könne aber so viel verraten, dass Geri Müller nur analoge Aussagen gemacht habe, wie sie auch schon der Medienmitteilung zu entnehmen waren. 

Bei der heutigen Stadtratsitzung sei Geri Müller nicht anwesend gewesen. Als der Entscheid am Sonntagabend gefällt worden sei jedoch schon. «Geri Müller hat einen gefassten Eindruck gemacht, obwohl die Situation für ihn natürlich nicht einfach ist und er mit dem Rücken zur Wand steht.» 

Schneider ist überzeugt, dass der Stadtrat zusammen mit Geri Müller einen Entscheid gefällt hat, der es erlaube, dass die Stadt nun weiter funktionieren könne. Zu einem allfälligen Reputations- und Imageschaden für die Stadt Baden befragt, sagt Schneider: «Ich glaube nicht, dass die ganze Schweiz wegen dieser Angelegenheit über uns lacht.» 

Verschiedene Versionen über Polizeieinsatz

Die Zeitung «Schweiz am Sonntag» hatte enthüllt, dass der national bekannte Grünen-Politiker von seinem Büro aus während der Arbeitszeit einer Bekannten Nacktbilder von sich selber geschickt hatte. Die Sache spitzte sich zu, als die Bekannte am Donnerstag von der Stadtpolizei Baden angehalten und befragt wurde. Später beschlagnahmte die Berner Kantonspolizei das Handy der Frau. Darauf sollen sich auch die Nacktaufnahmen von Müller befinden. 

Müller schrieb in einer persönlichen Stellungnahme am Sonntag, dass er selber die Polizei eingeschaltet habe, weil seine Bekannte Suiziddrohungen ausgesprochen habe. Die Frau hingegen sagte gegenüber der Zeitung, dass sie von Müller unter Druck gesetzt worden sei, die Fotos zu löschen. 

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  • Gelöschter Benutzer 18.08.2014 18:32
    Highlight Bei dieser Sache stellt sich mir die Frage: was wäre wenn diese Geschichte einen SVP- Politiker betreffen würde? Meine Antwort darauf: die Grünen würden sofort den Rücktritt fordern. Aber es geht um einen grünen Politiker, darum geht das Ganze ok. Nur mal so am Rande in die schweizerische Politstube geschaut. Keiner der bürgerlichen Parteien fordert den Kopf von dem pubertierenden Müller. Alles Müller oder was?
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  • sewi 18.08.2014 16:05
    Highlight Ich würde eher sagen, er steht mit heruntergelassenen Hosen da....
    2 1 Melden
  • Lumpirr01 18.08.2014 13:47
    Highlight Ob ein Mann eine Liebe zu einer Frau gewinnen kann oder ob er zurückgewiesen wird, hängt doch kaum von der Beschaffenheit seines Unterleibes ab. Deshalb bleibt vermutlich einzig die offene Frage, ob Herr Müller die Bilder in einer Pause auf dem WC gemacht hat oder während der Arbeitszeit in seinem Arbeitszimmer.
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  • Sophie Tomoko 18.08.2014 12:34
    Highlight Wen schockiert's, dass sich ein Mann mitte Fünfzig noch einmal jung fühlen will? Das hat doch nichts mit seinem Amt zu tun.
    Der wahre Skandal ist nicht das Verschicken der Bilder, sondern der mutmassliche Amtsmissbrauch.
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    • CG aus G :-) 18.08.2014 13:56
      Highlight Wozu soll er denn sein Amt missbraucht haben? Um seinen "Geri" zu fotografieren?? :-)

      Dieser Kerl wird mit unseren Steuergeldern entlöhnt.
      Wenn Porno-Geri also während der Arbeit Fotos von sich macht und dafür unsere Steuergelder kassiert, ist das Veruntreuung und nicht anderes!
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    • Buri Erich 18.08.2014 15:27
      Highlight Ganz ihrer Meinung!

      Kurz: Der Skandal sind nicht die Selfies. Der Skandal ist, was mit der Frau passiert die dem Grossen Geri die Bilder vom Kleinen Geri wohl nicht zurückgeben wollte.

      Aus meiner Sicht ist dem Geri der Ausflug in die Jungendlichkeit aus dem Ruder gelaufen. Nun wurde eine Frau vernommen und ihr Handy wurde beschlagnahmt weil der Geri um seine politische Karriere fürchtet.
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  • CG aus G :-) 18.08.2014 11:25
    Highlight Hat der nichts besseres zu tun als am Arbeitsplatz Nacktbilder von sich zu machen?

    Nacktbilder-Geri soll zurücktreten!
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    • Kfj 18.08.2014 13:37
      Highlight Warum soll er zurück treten ? Stellt euch vor alle die so etwas oder ähnliches (( verbrochen )) haben treten zürück die hälfte der Beamten und sonstigen Saubermänner würden fehlen . Man würde besser die Arbeit beurteilen . Na ja die Politik hat ja nichts anderes zu tun als Andersdenkende zu denunzieren . Halleluja
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