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K.-o.-Tropfen-Shots an der SVP-Wahlkampfparty in St. Gallen

«Niveaulosigkeit vom Feinsten»: Die SVP provoziert an ihrer Party mit K.O.-Tropfen Shots

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«Niveaulosigkeit vom Feinsten»: Die SVP provoziert an ihrer Party mit K.-o.-Tropfen-Shots
Diese Shots wurden am vergangenen Samstag an einer offiziellen SVP-Wahlkampfveranstaltung in der AFG Arena St.Gallen angeboten.
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«Niveaulosigkeit vom Feinsten»: Die SVP provoziert an ihrer Party mit K.O.-Tropfen-Shots

Auf der offiziellen SVP-Wahlkampfparty zur Feier des Einstands des «Welcome to SVP»-Songs am letzten Samstag in St.Gallen wurden K.-O.-Tropfen-Shots zum Verkauf angeboten. Die Juso St.Gallen reagiert in einem offenen Brief empört. 
12.10.2015, 00:1912.10.2015, 16:17

Alle waren sie da, am Samstag, im Klub Villa Wahnsinn, in St.Gallen, um den Einstand des SVP-Songs «Welcome to SVP» zu begiessen: Christoph Mörgeli sagte dem Event auf Facebook zu, Lukas Reimann war da, Toni Brunner, Hans-Ueli Vogt, der St.Galler Kantonsrat Mike Egger und rund 120 weitere SVP-Anhänger ebenso. Zu trinken gab es: K.-O.-Tropfen-Shots, für fünf Franken. «Trausch die eh nöd», steht darunter.

Ein Mitglied der SVP Gaiserwald stellt ein ganzes Album der Feierlichkeiten auf Facebook, darunter ein prominentes Bild vom ungewöhnlichen Shot-Angebot. Ein Juso-Zürich-Mitglied teilt es auf Twitter: «Niveaulosigkeit vom Feinsten», schreibt es dazu.

Das geschmacklose Angebot spielt offensichtlich auf den Vergewaltigungs- und K.-o.-Tropfen-Vorwurf um die Zuger Kantonsräte Markus Hürlimann (SVP) und Jolanda Spiess-Hegglin (Grüne/Alternative) in Zug an. Die Untersuchung in dem Fall wurde inzwischen eingestellt. Spiess-Hegglin reagierte bereits auf das auf Twitter kursierende Bild:

Die Juso St.Gallen, von der sich zwei Mitglieder unter die SVP-Wahlkampfparty gemischt und das Angebot ebenfalls entrüstet zur Kenntnis genommen hatten, reagierte mit einem offenen Brief an die Volkspartei und die Angestellten der Villa Wahnsinn:

«Die SVP disrespektiert das ernste Thema der sexuellen Übergriffe und verletzt damit direkt jede Betroffene und jeden Betroffenen eines solchen Falles.»
Offener Brief der Juso

«Die SVP geht über die Grenzen eines einzelnen Falles hinaus. Sie zeigt auf niederste Art und Weise, dass sie die Realität von K.-o.-Tropfen ganz allgemein verneint», schreibt sie. «Sie disrespektiert das ernste Thema der sexuellen Übergriffe und verletzt damit direkt jede Betroffene und jeden Betroffenen eines solchen Falles.» Unterzeichnet ist der Brief von der Geschäftsleitung der Juso Schweiz und dem Vorstand der Juso St.Gallen.

Gegenüber watson sagt Andrea Scheck, Geschäftsleitungsmitglied der Juso: «Im ersten Moment habe ich das Angebot als ‹typisch SVP› abgetan, doch dann wurde ich immer wütender.» Man könne so etwas auch der SVP nicht durchgehen lassen. «Im letzten Jahr gab es in der Schweiz rund 100 Fälle von Übergriffen mit K.-o.-Tropfen. Sogar die SVP müsste einsehen, dass das nicht lustig ist, sondern kriminelle Handlungen sind, die man ernst nehmen muss», sagt Scheck. 

Es ist nicht das erste Mal, dass die SVP den Fall um Hürlimann und Spiess-Hegglin für den Wahlkampf ausschlachtet: Im «Welcome to SVP»-Video ulkt SVP-Nationalrat Thomas Aeschi mit den Tropfen herum – Aeschi war es, der Zuger SVP-Kantonalpräsident wurde, nachdem Hürlimann zurückgetreten war. Auch Aeschi liess sich die Party in St.Gallen nicht entgehen. 

Die «Villa Wahnsinn – Alpenchic-Disco für Ausgewachsene» in der AFG Arena St.Gallen wurde im März 2012 neu eröffnet, nachdem der vorher dort untergebrachte Glow Club nicht mehr rentabel war. 

Der Club sowie die SVP-Vertreter waren am Sonntagabend für eine Stellungnahme nicht erreichbar. 

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