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Larry Huras hat Fribourg stabilisiert. Was schaut noch raus? Bild: KEYSTONE

Fribourgs Tanz auf drei Hochzeiten – doch Huras würde lieber trainieren

Die Spieler von Fribourg-Gottéron freuen sich mehr über den Erfolg im Schweizer Cup und in der Champions Hockey League als ihr Trainer. Larry Huras würde in der Zeit lieber trainieren.

22.11.16, 09:42

Tapfer presst Larry Huras ein «natürlich will man in jedem Spiel gewinnen» über die Lippen. Nach der unglücklichen 2:3-Niederlage seiner Freiburger vor einer Woche in Bern war der 61-jährige Kanadier genervt. Nach den beiden Siegen am Wochenende dürfte sich die Stimmung des Fribourg-Coaches deutlich gebessert haben. Noch immer ist die Diskrepanz zwischen den Resultaten Gottérons in der Meisterschaft und in den beiden Cup-Wettbewerben jedoch frappant.

Schweizer Cup, Viertelfinals

Fribourg – Zug, 19.45 Uhr
Servette – Davos, 19.45 Uhr
SCL Tigers – Lausanne, 19.45 Uhr
Langenthal – Kloten, Mittwoch

Nach 23 Spielen der Qualifikation liegt Fribourg mit 10 Siegen und 13 Niederlagen auf Platz 10. Das entspricht einer Siegquote von gut 43 Prozent. Von zehn Cuppartien dieser Saison hat Huras' Team hingegen sieben gewonnen und bei zwei Unentschieden nur eine – das bedeutungslose letzte Gruppenspiel der Champions League in München – verloren.

Die Gottéron-Spieler hören Huras aufmerksam zu. Bild: KEYSTONE

In K.o.-Spielen ist Fribourg noch gänzlich ungeschlagen. Am Dienstag im Viertelfinal des Schweizer Cups gegen Zug und am 6. und 13. Dezember im Viertelfinal der Champions League gegen Vitkovice aus Tschechien soll diese Serie eine Fortsetzung finden – wenn es nach den Spielern geht.

Der Trainer ist von den vielen Cupeinsätzen nicht so begeistert, denn sie nehmen ihm Zeit fürs Training weg. Huras übernahm das Team erst Ende September nach acht Runden (zwei Siege) von Gerd Zenhäusern, der freiwillig auf den Posten des Ausbildungschefs wechselte. Seither ist ein Aufwärtstrend sichtbar, wenn auch erst langsam.

«Defensiv haben wir schon deutliche Fortschritte gemacht», stellte Huras letzte Woche fest. «Aber offensiv haben wir noch viel Arbeit vor uns. Wir müssen das Tore schiessen lernen.» Arbeit, die er am liebsten im Training vertiefen würde. Nur: «Dafür fehlt uns die Zeit.»

Dank Ausländer-Quartett im Aufwind

Am Wochenende dürfte Huras aber der Lösung seines Offensiv-Rätsels ein grosses Stück näher gekommen sein. Erstmals liess er mit vier ausländischen Angreifern spielen. Und Roman Cervenka (1 Tor/4 Assists), Michal Birner (1/2), Greg Mauldin (2/1) und Mattias Ritola (1/1) brillierten beim 5:3 gegen die SCL Tigers und dem 4:3 nach Verlängerung bei den ZSC Lions mit insgesamt 13 Skorerpunkten.

Leidtragender ist der kanadische Verteidiger Alexandre Picard, der sich urplötzlich auf der Tribüne wiederfindet und dort wohl noch eine Weile bleiben muss, wenn sich keiner der Schweizer Abwehrspieler verletzt.

Verteidiger Alexandre Picard (l.) sitzt nur noch auf der Tribüne, dafür überzeugt Stürmer Roman Cervenka.  Bild: KEYSTONE

Davon ist Fribourg in den letzten Wochen verschont geblieben. Gerd Zenhäusern hatte Anfang Saison weniger Glück. Der Amerikaner Mauldin verletzte sich noch vor dem Start der NLA-Saison im Champions-League-Gruppenspiel gegen Orli Znojmo, der Tscheche Cervenka fehlte wegen eines Aufgebots für den World Cup in Toronto während zwei Wochen und dessen Landsmann Birner wurde erst Anfang November als Ersatz für den wegen Disziplinlosigkeiten in Ungnade gefallenen Marc-Antoine Pouliot verpflichtet. Mit sieben Skorerpunkten in seinen bisher fünf NLA-Einsätzen – und einem Tor im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Kuopio – ein Transfer, der sich gelohnt hat.

Weniger Druck im Cup

So dürfte Huras für die anstehenden Cupspiele etwas gnädiger gestimmt sein. Er hat auch eine Erklärung, warum es in den K.o.-Spielen besser läuft. «Vielleicht treten die Spieler etwas befreiter auf, weil sie nicht die Tabellensituation im Hinterkopf haben.» Und vielleicht können sie nun etwas davon auch in die Meisterschaft herüberretten. Denn Huras sagt auch: «Siege tun immer gut.» Und in der Champions League sollen seine Schützlinge sowieso nur «für den Spass» spielen.

Mit dem EV Zug wartet im Cup-Viertelfinal ein harter Brocken. Bild: KEYSTONE

Der Fribourg-Coach kann im Cupspiel gegen Zug eigentlich nur gewinnen. Entweder verliert er und bekommt mehr Zeit fürs Training. Oder seine Spieler tun etwas für das Selbstvertrauen.

Die Cup-Blamagen der NLA-Klubs in der Neuzeit

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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