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Wolfsburger Jubel rund um Nati-Star Ricardo Rodriguez. Bild: Bongarts

Schweizer Festspiele in Wolfsburg: Rodriguez freut sich schon auf die Champions League

Gleich fünf Schweizer stehen sich in Wolfsburg gegenüber. Am Ende trotten die Freiburger Roman Bürki und Admir Mehmedi mit hängenden Köpfen vom Platz, während sich das Heimteam feiern lässt. Diego Benaglio und Timm Klose sorgen beim 3:0-Sieg dafür, dass der VfL kein Gegentor erhält – und Ricardo Rodriguez schiesst sein viertes Saisontor.

16.03.15, 08:52 16.03.15, 10:53

Jürgen Blöhs, Wolfsburg

Roman Bürki hat am Sonntagnachmittag gleich zwei Duelle gegen Schweizer Landsleute verloren. Dreimal musste der Keeper des SC Freiburg den Ball aus dem Netz holen, während sein Landsmann Diego Benaglio auf Seiten des VfL Wolfsburg seinen Kasten sauber hielt.

Und im Duell Mann gegen Mann behielt sein Nationalmannschaftskollege Ricardo Rodriguez die Nerven und überwand Bürki 13 Minuten vor dem Ende der Partie aus elf Metern zum vorentscheidenden 2:0. Der 24-jährige Goalie hatte den Penalty selbst verursacht, als er Wolfsburgs Spielmacher Kevin De Bruyne von den Beinen holte.

Die Szene, die zum Penalty führte: Bürki bringt De Bruyne zu Fall. Bild: Michael Sohn/AP/KEYSTONE

Wolfsburg zwar überlegen, aber lange nur knapp voraus

Der vierte Saisontreffer von Aussenverteidiger Rodriguez brachte die Vorentscheidung in der Partie des Tabellen­-Zweiten gegen dem ­Vorletzten. Ein wichtiger Treffer, denn trotz Wolfsburger Überlegenheit «kann beim Stand von 1:0 noch viel passieren. Fussball ist ein komisches Geschäft», war Benaglio froh über das erlösende 2:0. Hatte doch der Kapitän der Wölfe keine 120 Sekunden vor dem Elfmeterpfiff sein ganzes Können aufbieten müssen, um einen Schuss von Freiburgs Oliver Sorg um den Pfosten zu drehen und die Führung der Wölfe zu verteidigen.

«Ich musste Ricci (Rodriguez; die Red.) keinen Tipp geben», brauchte Benaglio nicht auf seine Erfahrungen aus gemeinsamen Torwarttraining­Einheiten bei der Schweizer Auswahl zurückgreifen. «Ich war sicher, dass er trifft. Er kennt Roman ja gut aus der Nationalmannschaft.»

Der gewohnt sichere Rückhalt: Wolfsburg-Goalie Benaglio. Bild: Frank Peters/freshfocus

Das dicke Lob Benaglios an die Adresse von De Bruyne

Auf diese Kenntnisse wollte sich Rodriguez aber nicht verlassen. «Ich habe erst ganz zum Schluss entschieden, wohin ich schiesse. Ich habe gesehen, für welche Ecke er sich entscheidet», verriet der 22­-Jährige im Gespräch mit watson.

Der erst kurz zuvor eingewechselte Maximilian Arnold versetzte den Gästen sechs Minuten nach dem Treffer vom Elfmeterpunkt den endgültigen Knockout. De Bruyne, der in der 19. Minute zur 1:0­ Führung getroffen hatte, hatte dem 20-­Jährigen den Ball mustergültig in den Lauf gelegt.

«Er ist der kompakteste Spieler, mit dem ich bisher bei den Wölfen gespielt habe», lobt Benaglio gegenüber watson den Belgier, der an allen drei Treffern beteiligt war und mit neun Treffern und 17 Vorlagen massgeblichen Anteil am Höhenflug der Wölfe hat. Ein Riesenkompliment, denn der ehemalige Schweizer Nationaltorhüter steht seit 2008 bei den Norddeutschen zwischen den Pfosten und spielte in dieser Zeit mit Fussball-­Grössen wie dem Sturm­-Duo Edin Dzeko und Grafite, die den VfL mit 54 Treffern in der Spielzeit 2008/09 zum Titel schossen, oder Diego zusammen.

De Bruyne ist Wolfsburgs Star. Bild: EPA/dpa

Europa League als «Test» für die Champions League nächste Saison

«Es war heute nicht einfach. Wir haben probiert, früh in Führung zu gehen. Das ist uns auch gelungen, aber wir haben es nicht geschafft, vor der Halbzeit das zweite Tor nachzulegen. In der zweiten Halbzeit hat uns dann ein wenig die Kraft gefehlt. Es ist schwer, jeden dritten Tag zu spielen. Aber im Endeffekt haben wir verdient gewonnen», analysierte Rodriguez die Partie.

Neun Runden vor dem Ende der Saison hat Wolfsburg elf Punkte Vorsprung auf Leverkusen auf dem Champions-­League-Qualifikationsrang vier. Kein Wunder, dass der Zürcher fest davon ausgeht, nächste Saison in der Königsklasse zu spielen.

Aber die Wölfe haben in der aktuellen Saison noch weitere Ziele. Immerhin tanzen sie im März 2015 noch auf drei Hochzeiten. «Alle drei Wettbewerbe sind wichtig. Wir wollen so weit wie möglich kommen», gibt Rodriguez die Richtung vor. Den nächsten Schritt will der VfL am Donnerstag machen. Da geht es mit einem 3:1 aus dem Hinspiel im Rücken zum Achtelfinalspiel in der Europa League bei Inter Mailand.

Rodriguez kann sich feiern lassen, Nati-Kumpel Mehmedi (Bildmitte) muss die nächste Niederlage hinnehmen. Bild: Michael Sohn/AP/KEYSTONE

Trainer Hecking: «Auf Klose ist Verlass, wenn wir ihn brauchen»

Eine Partie, der auch Timm Klose entgegenfiebert. Wie schon gegen Freiburg wird der Innenverteidiger den gelbgesperrten Naldo vertreten.

«Es ist gut für die Abstimmung, dass Robin Knoche und ich zuletzt häufiger zusammengespielt haben. Das gibt Sicherheit», sagt Klose, der sich nach dem 1:0 am 7. Spieltag gegen Augsburg bis zum 23. Spieltag beim 5:3 in Bremen gedulden musste, ehe er wieder in der Bundesliga zum Einsatz kam.

Klose zeigte gegen Freiburg einen guten Match. Bild: Bongarts

«Er hat seine Sache ordentlich gemacht», lobt Dieter Hecking den 26­Jährigen, den er aus Nürnberg mit in die Autostadt gebracht hat. «Auf ihn ist Verlass, wenn wir ihn brauchen.» Und bei der Dreifachbelastung ist der VfL-­Trainer froh, auf eine starke zweite Reihe bauen zu können. Denn neben Liga und Europa League stehen die Grün-­Weissen auch im Viertelfinal des DFB-Pokals.

Auf dem Weg zum Pokalfinal in Berlin kommt es am 7. April zum erneuten Aufeinandertreffen mit dem SC Freiburg. Ein Duell, in dem Roman Bürki und seine Vorderleute Revanche nehmen wollen für die 0:3­-Niederlage.

Die Marktwerte der Schweizer Bundesliga-Spieler

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Brikne, 20.7.2017
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