Obwohl Dutzende Schiffe und Flugzeuge ein Zehntausende Quadratkilometer grosses Areal zwischen den Küsten von Malaysia und Vietnam absuchten, fehlte weiterhin jede Spur von der Boeing, die mit 239 Menschen an Bord in der Nacht zu Samstag vor Vietnam vom Radar verschwand. Das Suchgebiet ist so gross, weil die Ermittler auch der Theorie nachgehen, dass das Flugzeug vor dem Verschwinden plötzlich umkehrte. Das legte die Auswertung militärischer Radaraufnahmen nahe. Der Suchradius sollte ab Dienstag auf 185 Kilometer ausgeweitet werden, kündigte Rahman an. Das Gebiet umfasst dann über 100'000 Quadratkilometer.
Experten haben einen der beiden verdächtigen Passagiere identifiziert, die mit gestohlenen europäischen Pässen an Bord der Maschine gingen. Allerdings hielt die Polizei in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur Namen und Herkunft des Mannes zunächst geheim. Ein ausländischer Geheimdienst habe bei der Identifizierung geholfen.
Letzter Stand: Der Chef der malayischen Luftverkehrsbehörde, Azharuddin Abdul Rahman, sprach bei einem der Passagiere mit gestohlenem Pass von einem Schwarzen, der wie Fussballer Mario Balotelli aussehe.
Ob die Ermittler der Aufklärung des mysteriösen Verschwindens der Maschine damit näher kommen, war weiter offen. Es könnte sich bei den Männern um gewöhnliche Ganoven handeln, die mit gestohlenen Pässen unterwegs waren. Die Experten haben bislang keinerlei Anzeichen, dass auf die Boeing 777-200 ein Anschlag verübt wurde.
Innenminister Zahid Hamidi hatte am Morgen noch gesagt, die Männer sähen asiatisch aus. Er habe sich darüber geärgert, dass seine Passbeamten nicht misstrauisch wurden, weil die Männer sich mit europäischen Namen bei der Kontrolle präsentierten. dies stellte sich später nach abermaliger Sichtung des Videomaterials vom Flughafen als falsch heraus.
Die Pässe waren ihren Besitzern, einem Italiener und einem Österreicher, 2012 und 2013 in Thailand geklaut worden. Die Männer mit den gestohlenen Pässen hatten die Tickets gemeinsam in Thailand bei China Southern Airlines gekauft, die den Flug zusammen mit Malaysia Airlines betrieben hatte.
Beide wollten den Ermittlungen zufolge über Peking nach Amsterdam fliegen, um dort nach Frankfurt beziehungsweise Kopenhagen umzusteigen. Laut der internationalen Polizeibehörde Interpol waren die gestohlenen Pässe in ihrer Datenbank als gestohlen gemeldet.
«Um zu bestätigen, was wirklich passiert ist, brauchen wir klare und konkrete Beweise oder Teile des Flugzeugs», sagte Rahman, der Chef der Luftbehörde. Er versicherte, dass kein unbegleitetes Gepäck an Bord gewesen sei. Fünf Passagiere hätten den Flug nicht erreicht, ihr Gepäck sei wieder ausgeladen worden.
Wiederholt gab es falschen Alarm: Eine vermeintliche Flugzeugtür entpuppte sich als Stück Holz, und was für ein Rettungsboot gehalten wurde, war in Wirklichkeit eine Kabelverschalung. «Wir haben nichts finden können, das so aussieht, als wenn es ein Teil des Flugzeugs wäre», sagte Rahman.
(sda/dpa)