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Zentralbank in Mossul

Terroristen im Irak erbeuten 381 Millionen Franken – und sind damit reicher als die Al-Kaida



Nach Berichten des kurdischen Fernsehens erbeuteten die ISIS-Kämpfer in Mossul 500 Milliarden irakische Dinar (381 Millionen Franken) in der Zentralbank. Sollten sich die Meldungen bestätigen, würde dies ISIS zur reichsten Terrororganisation machen, noch vor Al-Kaida. Experten schätzen das Vermögen von Al-Kaida auf umgerechnet 60 bis 340 Millionen Franken.

Die ISIS ist eine der radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Als «Islamischer Staat im Irak und Syrien» kämpft die Gruppe für einen sunnitischen Grossstaat zwischen dem Mittelmeer und dem Iran

Kämpfe lassen Erdöl-Preise steigen

Am Donnerstag stiegen die Ölpreise für ein Barrel um 1.73% auf 111.71 US-Dollar nach oben. Der Anstieg spiegele die Sorgen der Investoren vor einer weiter steigenden Gewalt im Irak wider, erklärte Analyst Dorian Lucas von der Energie-Beratung Inenco. 

sda

ISIS steht vor Bagdad

Die aufständischen Dschihadisten bis auf 90 Kilometer an die Hauptstadt Bagdad herangerückt. Kämpfer der sunnitischen Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) eroberten die Stadt Dhuluijah, nördlich von Bagdad. Die berichteten übereinstimmend ein Stadtrat, die Polizei und Augenzeugen. ISIS-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani kündigte an, die ISIS-Einheiten würden weiter auf Kerbela und nach Bagdad vorrücken

Die irakische Regierung hat Washington offenbar um Unterstützung aus der Luft im Kampf gegen die vorrückenden Dschihadisten gebeten. «Wir sind bereit, jede angemessene Unterstützung zur Verfügung zu stellen», sagte Aussenamtssprecherin Jen Psaki.  Einzelheiten nannte sie aber nicht. Gegenüber Reuters signalisierten US-Regierungsvertreter allerdings, dass Luftschläge derzeit nicht zur Debatte stünden.

Laut diesem Tweet sucht ein ISIS-Kämpfer in Mossul Piloten, die die erbeuteten amerikanischen Helikopter fliegen können.

«Die Aussicht, dass ISIS Grausamkeiten wiederholen könnte, die sie in anderen Teilen des Iraks begangen hat, und die gleichen intoleranten und schändlichen Regeln wie in Syrien aufstellen könnte, ist höchst beunruhigend»

Nadim Houry, Vizedirektor Human Rights

Menschenrechtsverletzungen

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warf ISIS Bombenanschläge in Wohngebieten, Massenexekutionen, Folter, Diskriminierung von Frauen und die Zerstörung kirchlichen Eigentums vor. Einige dieser Taten kämen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gleich, teilte die Organisation mit.

«Die Aussicht, dass ISIS Grausamkeiten wiederholen könnte, die sie in anderen Teilen des Iraks begangen hat, und die gleichen intoleranten und schändlichen Regeln wie in Syrien aufstellen könnte, ist höchst beunruhigend», sagte der für den Nahen Osten zuständige Vizedirektor Nadim Houry.

An die irakische Regierung appellierte er, beim Kampf gegen ISIS alles zu unternehmen, um Zivilisten zu schützen. In Mossul flohen binnen weniger Stunden rund 500'000 Menschen vor den Dschihadisten. Fast 50 Mitarbeiter des türkischen Konsulats, darunter der Konsul, wurden als Geiseln genommen.

Freilassung der Geiseln gefordert

US-Vize-Präsident Joe Biden forderte die Dschihadisten auf, die 49 Geiseln, die aus dem türkischen Konsulat in Mossul entführt wurden, freizulassen. In einem Telefongespräch mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan verlangte er «die sichere und sofortige Rückkehr» der Konsulatsmitarbeiter und ihrer Angehörigen. Auch UNO-Generalsekretär Ban verurteilte die Geiselnahme und forderte die «sofortige Freilassung» der Entführten.

Die Dschihadisten kündigten unterdessen an, dass sie nun auch auf die Hauptstadt Bagdad vorrücken wollen. Sie hatten mit einer Blitzoffensive am Dienstag die nordirakische Millionenstadt Mossul und die umliegende Provinz Ninive unter ihre Kontrolle gebracht. Die Streitkräfte sollen sich zumeist kampflos zurückgezogen haben.

Am Mittwoch nahmen die Kämpfer der sunnitischen Dschihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) dann auch die Stadt Tikrit ein. Später wurden zudem Kämpfe in der Stadt Samarra gemeldet, die nur 110 Kilometer nördlich von Bagdad liegt. Eine halbe Million Menschen flohen bereits vor den Kämpfen. (lhr/whr/sda/dpa/afp/rtd)

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