International
Grossbritannien

No-Deal-Brexit: Premier Johnson droht Rebellion in eigenen Reihen

HANDOUT - Boris Johnson (l), Premierminister von Gro
Boris Johnson (l), Premierminister von Großbritannien, spricht im britischen Unterhaus, wo er an den «Prime Minister's Questions» («Fragen an den Premierminister»), teilnimmt.Bild: Keystone/PA Media/Uk Parliament/Jessica Taylor

No-Deal-Brexit: Premier Johnson droht Rebellion in eigenen Reihen

Bei seinen Änderungsplänen zum längst gültigen Brexit-Abkommen droht dem britischen Premierminister Boris Johnson Londoner Medien zufolge eine Rebellion in den eigenen Reihen.
11.09.2020, 13:4511.09.2020, 13:45

Bis zu 30 Abgeordnete der Konservativen Partei wollen nach einem Bericht der «Times» (Freitag) gegen das Änderungsgesetz stimmen, mit dem Johnson Teile des von ihm unterzeichneten Deals aushebeln will.

Johnson verfügt über eine Mehrheit von 80 Tories im Unterhaus. Die Regierung gehe davon aus, dass sie ihr Gesetz durchbekomme, hiess es.

Johnson will mit dem «Binnenmarktgesetz» den 2019 mit der EU vereinbarten Austrittsvertrag in wesentlichen Punkten ändern. Dabei geht es um Sonderregeln für das britische Nordirland, die eine harte Grenze zum EU-Staat Irland und neue Feindseligkeiten dort verhindern sollen.

Viele Brexit-Befürworter befürchten, dass die Sonderregeln Nordirland vom Rest des Vereinigten Königreichs abkoppeln könnten. Die EU-Kommission forderte Grossbritannien auf, die Pläne bis Ende September zurückzuziehen. Das wies London Donnerstagabend zurück.

Das Vorgehen der Regierung schädige Grossbritannien enorm, sagte Ex-Premierminister Gordon Brown (Labour) am Freitag dem Sender BBC. Ab Montag soll über das Gesetz im Unterhaus debattiert werden.

Brüssel sprach von «einer extrem ernsten Verletzung des Austrittsabkommens und internationalen Rechts». Auch die Verhandlungen über den für 2021 geplanten Handelspakt stecken fest. Die bislang acht Verhandlungsrunden brachten keinen Fortschritt. Die EU will nun die Vorbereitungen für einen «No Deal» intensivieren. Gelingt kein Vertrag, droht zum 1. Januar ein harter wirtschaftlicher Bruch mit Zöllen und anderen Handelshemmnissen. (cki/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Diese 20 Cartoons fassen das Brexit-Chaos perfekt zusammen
1 / 22
Diese 20 Cartoons fassen das Brexit-Chaos perfekt zusammen
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Die Briten schulden der EU Milliarden
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
So viel mehr geben die Republikaner im Wahl-Endspurt für Werbung aus
Im Endspurt vor den US-Midterms fliesst eine gewaltige Summe in politische Werbung. Dabei geben die Republikaner derzeit deutlich mehr aus als die Demokraten.
Allein zwischen dem 23. und 29. Oktober investierten republikanische Kandidaten und ihnen nahestehende Gruppen rund 305 Millionen Dollar in Werbung für umkämpfte Senats-, Repräsentantenhaus- und Gouverneurswahlen. Auf demokratischer Seite waren es rund 256 Millionen Dollar, wie eine Auswertung der «Washington Post» auf Basis von Daten des Analyseunternehmens AdImpact zeigt. Seit Anfang September lagen die Republikaner demnach in jeder Woche bei den Werbeausgaben vor den Demokraten.
Zur Story