Nigeria: Nigerias Kirchen demonstrieren Einigkeit im Kampf gegen Boko Haram

10.03.16, 13:12

Zahlreiche christliche Kirchen in ganz Nigeria verpflichten sich erstmals in einer gemeinsamen Erklärung, die Christen im Norden des Landes mehr zu unterstützen. Diese sind der Gewalt von Boko Haram besonders stark ausgesetzt.

Die Erklärung der unter dem Dach der «Christian Association of Nigeria» (CAN) vereinten Kirchen erfolgt gleichzeitig mit der Veröffentlichung eines gemeinsamen Berichts mit dem internationalen christlichen Hilfswerks Open Doors.

Wie dieses am Donnerstag mitteilte, zeigt dieser Bericht die «dramatischer werdende Situation der Christen im Norden Nigerias» auf. So wurden gemäss dem Bericht im Norden des Landes in den Jahren 2006 bis 2014 rund 11'500 Christen getötet und 13'000 Kirchen zerstört oder geschlossen. Darüber hinaus hätten 1.3 Millionen Christen vor der Gewalt fliehen müssen.

«Wir wollen das ganze Ausmass der Verfolgung, der Christen in unserem Land ausgesetzt sind, deutlich machen,» betont Pastor Musa Ake, Generalsekretär der CAN, Nigerias grösstem Kirchenverbund, dem protestantische, evangelische, pfingstliche und katholische Gemeinden angehören.

Die Übergriffe hätten bisher als «Angelegenheit des Nordens» gegolten, sagt auch Pfarrer Samuel Dali. Er ist Präsident des Bundes «Vereinigung der Brüdergemeinden», der in den nördlichen Bundesstaaten weit verbreitet ist.

Überlebenswichtige Einheit

Den Bericht betrachtet er deshalb als «Weckruf» für die Kirchen des Südens, «damit sie erkennen, dass der islamische Extremismus von Boko Haram eine Bedrohung für die Christen im ganzen Land ist». Angesichts dieser grossen Bedrohung sei die neu gewonnene Einheit zwischen den Kirchen überlebenswichtig.

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors steht Nigeria zurzeit an 12. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.

Der Terror der Boko-Haram-Gruppe richtet sich übrigens auch gegen gleichgläubige Personen. Seit 2009 waren nach Schätzungen im mehrheitlich muslimischen Norden über 17'000 Personen getötet und 2.6 Millionen in die Flucht getrieben wordne. (sda)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Paco69 11.03.2016 08:59
    Highlight Unter Berufung auf Anweisungen von unsichtbaren Freunden loszuziehen und Menschen zu terrorisieren ist normalerweise Grund für die Einweisung in die Geschlossene. Komischerweise ändert sich das, wenn genügend Leute an diese unsichtbaren Freunde glauben, dann nennt man das "Religion" und fängt an, mit den Irren zu diskutieren.
    Ein Fünftel des nigerianischen Staatshaushalts fliesst inzwischen in den Sicherheitsbereich, und der Grund dafür ist Boko Haram.
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    • Paco69 11.03.2016 09:28
      Highlight 2)
      Warum die Gruppe trotzdem nicht ausgeschaltet ist, ergibt sich aus der Umformulierung dieses Befundes: Ohne Boko Haram würde nicht ein Fünftel des Haushalts für Waffen ausgegeben und die Generäle würden sich nicht eine goldene Nase mit Schmiergeldern verdienen.
      Ob man den Tag noch erleben darf, an dem solche Islamisten in der islamischen Welt dieselben Reaktionen hervorruft wie eine dänische Mohamedkarikatur?
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