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Kunden schauen bei Mobilfunkabos vor allem auf die Netzqualität



Die Schweizer Handynutzer sind im grossen und ganzen mit ihrem Mobilfunkanbieter zufrieden. Viele stören sich zwar an den hohen Gebühren fürs Telefonieren in das und aus dem Ausland, den Anbieter deswegen zu wechseln ziehen aber nur wenige in Betracht.

Für die Meisten steht nämlich die Netzqualität im Vordergrund. «Eine hohe Netzqualität ist das A und O für Schweizer Mobilfunkkunden. Anbieter, die hierbei sparen, sägen am eigenen Ast», fasst Telekomexperte Ralf Beyeler vom Internetvergleichsdienst Moneyland die Ergebnisse einer Umfrage unter knapp 1'500 Teilnehmern zusammen.

Stehen Kunden vor der Wahl eines neuen Mobilfunkangebots, sind ihnen laut der Befragung neben den Hauptkriterien Netzabdeckung und -qualität vor allem der Preis und die Gesprächsqualität wichtig. Weniger Aufmerksamkeit widmen sie hingegen dem Kundendienst, Rabatten und verbilligten Smartphones sowie der Benutzung des Handys im Ausland, dem sogenannten Roaming.

Interessant sei, dass ein vergünstigtes Smartphone nur für knapp die Hälfte der Befragten ein wichtiges Kriterium sei, erklärte Beyeler. «Die Kunden sollten bedenken, dass bei der Abowahl nicht ein möglichst hoher Rabatt oder ein vergünstigtes Smartphone relevant sein sollten, sondern die Gesamtkosten.» Oftmals sei ein günstiges Angebot ohne Rabatt und ohne vergünstigtes Smartphone billiger als ein teures Angebot mit einem hohen Rabatt.

Roaming-Gebühren umgehen

Gerade bei den Kosten fürs Telefonieren ins Ausland oder aus den Ferien, zeigt sich aber laut Beyeler immer noch eine hohe Unzufriedenheit: «Das verwundert kaum», so der Experte, «denn die Roaming-Preise sind trotz jährlichen Preissenkungen immer noch hoch.»

Viele Kunden liessen aber diesen Bereich bei der Wahl eines Abos ausser Acht. Böse Überraschungen gebe es erst, wenn die hohe Handyrechnung ins Haus flattere. Konkret seien Anrufe ins Ausland allerdings nur für gut ein Drittel der Befragten wichtig. Damit bilde dieses Auswahlkriterium das Schlusslicht.

Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen seien aber markant: Bei den 19- bis 25-Jährigen sind es gerademal 27 Prozent, welche das Telefonieren aus dem Ausland für wichtig halten. Bei den 50- bis 74-Jährigen sind es bereits knapp die Hälfte die auf Roaming-Gebühren achten.

«Jüngere Kunden wissen meistens, dass sie die teuren Mobilfunktarife für Anrufe ins Ausland via WhatsApp, Skype, Facebook und Co. umgehen können», erklärt Beyeler. Für viele Kunden seien daher Telefonate ins Ausland via Mobilfunk gar nicht nötig.

Treue Kunden

Daher sei es auch nicht erstaunlich, dass die Meisten zwar Probleme mit den hohen Gebühren hätten, dem Anbieter aber dennoch die Stange hielten, erklärte Beyeler. Mit 58 Prozent sind eine deutliche Mehrheit der Befragten seit mehr als fünf Jahren beim selben Anbieter.

Die grösste Kundenbindung hat dabei der Branchenprimus Swisscom. Beim Telekomriesen sind knapp neun von zehn Abonnenten seit mindestens fünf Jahren dabei. Bei Sunrise sind es immerhin noch gut zwei Drittel und bei Salt knapp 60 Prozent. Aber auch Nischenanbieter wie M-Budget kommen auf Werte von 42 Prozent.

Die geringe Wechselbereitschaft hänge mit dem Umstand zusammen, dass für viele Umfrageteilnehmer die Vertragsbestimmungen nicht zentral seien. Für nicht einmal die Hälfte seien Kündigungsfristen bei der Wahl des Mobilfunkanbieters oder Mindestvertragslaufzeiten ein wichtiges Kriterium. (sda/awp)

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