Grossbritannien

Streik der Londoner U-Bahn-Mitarbeiter sorgt für Chaos

29.04.14, 15:56 29.04.14, 19:23
LONDON, ENGLAND - APRIL 29:  Commuters travel on the Northern Line of the London Underground which is running a limited service due to industrial action on April 29, 2014 in London, England. At 9pm last night members of the Rail, Maritime and Transport (RMT) Union commenced a 48 hour strike on the London Underground over plans to close all ticket offices with the loss of nearly 1000 jobs.  (Photo by Oli Scarff/Getty Images)

Bild: Getty Images Europe

Ein Streik der Londoner U-Bahn-Mitarbeiter hat am Dienstag Millionen Menschen in der britischen Hauptstadt Probleme bereitet. Pendler und andere Nutzer der «Tube» drängelten sich in überfüllte Busse und viele Menschen stiegen aufs Fahrrad um oder gingen zu Fuss. Nach Angaben der Verkehrsgesellschaft Transport for London (TfL) fuhren U-Bahnen auf neun der elf Linien, wenngleich in einem reduzierten Takt. Zu dem 48-stündigen Streik, der am Montag um 21.00 Uhr Ortszeit begann, hatte die Verkehrs-Gewerkschaft RMT aufgerufen. Sie protestiert damit gegen den Abbau von fast tausend Arbeitsplätzen. Hintergrund ist die geplante Schliessung der Fahrkarten-Verkaufsschalter, die vollständig durch Automaten ersetzt werden sollen. Der Streik soll am Mittwochabend um 20.59 Uhr enden.

Am Dienstag wurden laut TfL auf den 44 meistbefahrenen Strecken 268 zusätzliche Busse eingesetzt. Mit einer Gesamtzahl von 8000 fahre damit eine Rekordzahl von Bussen durch London, erklärte die Verkehrsgesellschaft. Ab Dienstag um 15.00 Uhr sollte auch der Schnellzug zum Flughafen Heathrow, der Heathrow Express, vom Ausstand betroffen sein - ebenfalls für 48 Stunden.

Der Chef von London Underground, Mike Brown, sagte am Dienstag, tausende Mitarbeiter seien seit dem Morgen im Einsatz, «damit London funktioniert». Sie seien damit beschäftigt, die Fahrgäste zu informieren und ihnen zu helfen. Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson bezeichnete den Streik als «zwecklos und verrückt». In der BBC hatte er kürzlich seine Pläne verteidigt: Inzwischen habe die technologische Entwicklung einen Sprung gemacht, und immer weniger Menschen kauften Fahrkarten am Schalter. Laut Johnson würde die Schalterschliessung eine Einsparung von 50 Millionen Pfund (umgerechnet fast 74 Millionen Franken) pro Jahr bringen. Falls der Konflikt nicht gelöst wird, will die Gewerkschaft ab dem 5. Mai erneut streiken, dann sogar drei Tage lang. Die Londoner U-Bahn ist die älteste der Welt. Sie wird täglich von vier Millionen Menschen benutzt. (kub/sda)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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