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ICE: Beamte feuern auf Mann in Minneapolis

Video: extern/Elena Maria Müller

ICE-Beamte töten Mann in Minneapolis

Ein Video, das in den sozialen Medien kursiert, zeigt, wie Beamte der Sondereinheit einen Mann überwältigen und auf ihn schiessen.
24.01.2026, 21:1725.01.2026, 05:41
Elena Maria Müller

Am Schluss liegt er reglos da. Ein Video, das in den Sozialen Medien kursiert, zeigt: Mehrere Beamte der Sondereinheit ICE prügeln auf einen Mann ein.

Es fallen Schüsse. Eine Stimme aus dem Off ist zu hören: «Der Mann ist tot». Das Video wurde mutmasslich aus dem Inneren eines Geschäfts aufgenommen, durch eine Glasscheibe hindurch.

Das Department of Homeland Security bestätigt den Vorfall auf X. Demnach habe es sich dabei um einen illegalen Immigranten gehandelt, der eine halbautomatische Waffe auf sich getragen habe. «Der Mann starb noch an Ort und Stelle».

Agent in Todesangst

Den Angaben der Behörden zufolge habe einer der Agenten sich in Todesangst befunden und deshalb auf den Mann geschossen. «Er war um seine eigene Sicherheit und die seiner Kollegen besorgt.»

Hingegen sagte der Polizeichef von Minneapolis, dass der Mann wenig später in einem Krankenhaus gestorben sei. Es handele sich um einen 37-jährigen weissen Mann aus Minneapolis, der vermutlich US-Bürger sei, ergänzte der Polizeichef. Der 37-Jährige war nach örtlichen Polizeiangaben generell berechtigt gewesen, eine Waffe zu tragen. Viele Details des Vorfalls sind noch unklar.

Die Situation ist unübersichtlich, aber: Es sind mehrere Beamte, die den bisher nicht identifizierten Mann zu Boden drücken.
Die Situation ist unübersichtlich, aber: Es sind mehrere Beamte, die den bisher nicht identifizierten Mann zu Boden drücken.Bild: Screenschot Reddit

Der TV-Sender CNN berichtete unter Berufung auf den örtlichen Polizeichef, dass ein Mann in Minneapolis von Bundesbeamten erschossen worden sei. Die «New York Times» schrieb unter Berufung auf offizielle Angaben von einer Person, die am Samstagmorgen (Ortszeit) in der Stadt von Bundesbeamten erschossen worden sei.

Gemäss einer Reporterin der Washington Post blockierten Bundesbeamte den Zugang zum Tatort. Das Gebiet sei weitläufig abgeriegelt worden, die Beamten hätten Tränengas eingesetzt. Auch das FBI sei zugegen gewesen.

Der Gouverneur des Bundesstaats Minnesota, Tim Walz, äusserte sich auf Social Media:

Bild
Bild: screenshog x/@govtimwalz

Walz, der für die Demokratische Partei politisiert und «Running Mate» von Kamala Harris bei den Präsidentschaftswahlen 2024 war, bezeichnete den Vorfall als «krank». Minneapolis ist die grösste Stadt Minnesotas.

Walz forderte US-Präsident Donald Trump auf, die Bundesbeamten sofort aus der Stadt abzuziehen «Minnesota hat genug von ihnen». Und weiter: «Zieht die Tausenden gewalttätigen, unausgebildeten Beamten aus Minnesota ab. Jetzt.»

Die ICE-Beamten vor dem leblosen Körper des Opfers.
Die ICE-Beamten vor dem leblosen Körper des Opfers.Bild: Screenshot Reddit

US-Präsident Donald Trump hat sich auf seiner Plattform Truth Social geäussert und dabei den Bürgermeister und den Gouverneur des Bundesstaats Minnesota attackiert. «Der Bürgermeister und der Gouverneur stacheln mit ihrer selbstgefälligen, gefährlichen und arroganten Rhetorik einen Aufstand an!», schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Trump schrieb mit Blick auf die US-Einwanderungsbehörde ICE auch: «LASST UNSERE ICE PATRIOTEN IHREN JOB TUN!»

Der Bürgermeister der Stadt, Jacob Frey – wie Walz ebenfalls ein Demokrat – sagte: «Wie viele Amerikaner müssen noch sterben oder schwer verletzt werden, damit dieser Einsatz beendet wird?» Wenn das Ziel der Mission darin bestehe, für Frieden und Sicherheit zu sorgen, dann bewirke sie genau das Gegenteil.

epa12673139 US President Donald Trump walks on the South Lawn of the White House after disembarking from Marine One in Washington, DC, USA, 22 January 2026. EPA/Francis Chung / POOL
Donald Trump will von einem Abzug der ICE-Beamten nichts wissen.Bild: keystone

Am 7. Januar erschossen ICE-Beamte Renée Good in ihrem Auto, ebenfalls in Minneapolis. Der Fall hatte grosses Entsetzen und Proteste ausgelöst. Die Regierung bezeichnete das Vorgehen als Notwehr, Demokraten und Demonstranten sprachen von übermässiger Gewalt und mangelnder Transparenz bei der Aufarbeitung.

Die ICE-Einsätze sind Teil der verschärften Abschiebepolitik in der zweiten Amtszeit von US-Präsident Trump. Seit Beginn der verstärkten Einsätze in Minnesota sind nach Angaben der US-Regierung rund 3000 Menschen festgenommen worden. Mehrere Klagen lokaler Behörden gegen das Vorgehen der Bundesbehörden sind derzeit bei Gerichten anhängig.

(mit Material der Agenturen sda/dpa)

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    Amadeus
    24.01.2026 17:58registriert September 2015
    1000de ungeschulte Kneipenschläger die sich als Gest....Polizisten verkleiden und vom Vizepräsident Immunität versprochen bekamen. Was kann da wohl schief gehen?🙄
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    Conflux
    24.01.2026 17:58registriert September 2016
    Und daneben steht ein ICE-Agent, der klatscht und sich sichtlich darüber freut. Das ist einfach nur noch verstörend was da passiert.
    40213
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    Tatwort
    24.01.2026 18:07registriert Mai 2015
    Es war eine Exekution. Sieben, acht Schüsse. Und Maga schreibt: "Aber er hatte eine Waffe!"
    Und sogar wenn: es ist ein open carry State.
    Im Moment gibt es Demos in der ganzen Stadt, und ich befürchte nichts Gutes für diese Nacht.
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