Zürich
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Entführung, Raub und zwei brutale Morde: Ehepaar steht im «Fall Boppelsen» vor Gericht



In einem auf vier Tage angelegten Prozess befasst sich das Bezirksgericht Bülach ZH ab heute Montag mit zwei Männern und einer Frau. Ihnen werden zwei Morde und andere Straftaten vorgeworfen. Eines der Opfer wurde in einem Wald bei Boppelsen ZH gefunden, das andere im Kanton Bern.

Buelacher Bezirksgericht am Dienstag, 28. November 2017. Die Oberzolldirektion hat dem Kunstsammler, Financier und Dolder-Hotelier Urs E. Schwarzenbach eine Busse von 4 Millionen Franken auferlegt. Der Milliardaer soll jahrelang Kunstgegenstaende unverzollt eingefuehrt haben. Schwarzenbach wehrt sich vor dem Bezirksgericht Buelach gegen die Strafverfuegung. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Das Bezirksgericht in Bülach. Bild: KEYSTONE

Zu den Mordtaten kam es gemäss Anklage im Frühling 2016. Beschuldigt sind ein 29-jähriger Mann, dessen gleichaltrige Ehefrau und ein 36-jährigen Kollege des Mannes, dem für sein Mittun 10'000 Franken Belohnung winkten. Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, dürfte der 29-Jährige Mann Haupttäter gewesen sein.

Die drei Schweizer wurden Ende Juni 2016 festgenommen. Sie sitzen in verschiedenen Gefängnissen. Neben Mord werden ihnen unter anderem Raub, Betrug, Erpressung, Freiheitsberaubung, Entführung und Urkundenfälschung vorgeworfen. Anklage und Verteidigung geben ihre Anträge im Laufe der Verhandlung bekannt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Sie wollten Geld

Das eine Opfer war ein dem Ehepaar bekannter Drogenhändler, der ihnen ihrer Ansicht nach 40'000 Franken sowie Marihuana schuldete. Das andere war ein Lastwagenbesitzer aus dem Kanton Zürich, der sein Fahrzeug im Internet für 60'000 Franken zum Verkauf ausgeschrieben hatte. Auf dieses hatten sie es laut Staatsanwaltschaft abgesehen. Sie wollten es verkaufen.

Die beiden Männer gaben sich als Kaufinteressenten aus. Auf einer Probefahrt am 3. Juni 2016 überwältigten sie den Lastwagenbesitzer. Gefesselt fuhren sie ihn zum Haus des Ehepaars im Berner Dorf Utzingen. Dort zwangen sie ihr Opfer, einen vorbereiteten Kaufvertrag zu unterzeichnen, den sie für einen Weiterverkauf benötigen würden.

Anschliessend wurde der Lastwagenbesitzer laut Anklageschrift getötet. Seine Leiche transportierten die Beschuldigten im Kofferraum ihres Autos in den Kanton Zürich zurück und legten sie in einem Waldstück zwischen Boppelsen und Regensberg ab.

Bereits Ende April hatten sie – immer laut Anklage – den Drogenhändler in ihre Gewalt gebracht. Sie konnten aus ihm zwar keine Informationen über den Verbleib von Geld und Drogen pressen. Sie eigneten sich aber sein Auto und jenes seines Vaters an, die sie weiterverkaufen wollten. Auch diesen Mann töteten sie. Die Leiche vergruben sie auf ihrem Grundstück.

Akribisch geplant

Für ihre Taten hatten sie akribische Pläne ausgearbeitet, die allen drei Beteiligten klare Rollen zuwiesen. Beide Opfer wurden stundenlang gefesselt und teils geknebelt festgehalten.

Bevor er sie tötete, traktierte der 29-Jährige sie mit Faustschlägen. Dann klebte er ihnen die Atemwege zu und wartete, bis sie qualvoll erstickt waren. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Trio denn auch besondere Grausamkeit vor. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Aktuelle Polizeibilder: Lagergebäude durch Brand beschädigt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Seit dem Ende des Lockdowns steigen in Zürich die Fälle von sexueller Gewalt an Frauen

In Zürich suchen seit dem Ende des Lockdowns vermehrt Frauen Hilfe, die im Ausgang sexuell angegriffen wurden. Die Fallzahlen haben sich laut der Frauenberatung verdoppelt.

Für Corina Elmer, Geschäftsleiterin der Frauenberatung Sexuelle Gewalt, sind die Zahlen besorgniserregend: Seit den Lockdown-Lockerungen Anfang Juni haben sich 43 Frauen bei der Zürcher Beratungsstelle gemeldet, weil sie Opfer einer Vergewaltigung, sexueller Nötigung oder Schändung wurden. Das ist ein sprunghafter Anstieg der Beratungen im Vergleich zu den Vormonaten.

Problematisch ist für Elmer, dass die Zahlen von jetzt nicht nur höher sind als jene während des Lockdowns, als sämtliche …

Artikel lesen
Link zum Artikel