Wirtschaft
Schweiz

So beeinflusst der Iran-Krieg die Reiselust und -kosten der Schweizer

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Die Playa de Muro in Mallorca wird auch in diesem Sommer ein beliebtes Reiseziel sein.Bild: Shutterstock

Reiselust der Schweizer bleibt – aber diese Ziele stehen jetzt im Fokus

Die Frühlingsferien sind vielerorts im Gang, das schöne Wetter kommt und natürlich steigert dies die Vorfreude auf noch mehr Ferien. Doch diese wird durch die aktuellen, geopolitischen Probleme getrübt. Schlägt die Situation auf die Schweizer Reiselust?
21.04.2026, 20:0521.04.2026, 20:05

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine zieht sich schon über vier Jahre hin. Die Ereignisse im Nahen Osten überschlagen sich, die Weltlage bleibt unsicher und angespannt. Mit den Problemen rund um die Strasse von Hormus sind auch Öl- und Kerosinmangel ein Thema.

Da stellt sich die Frage: Schlagen all diese Meldungen, Unsicherheiten und Preissteigerungen auf die Reiselust der Schweizerinnen und Schweizer?

Bei den grossen Schweizer Reiseanbietern tönt es auf Anfrage überall ähnlich: Das Bedürfnis nach Reisen ist weiterhin vorhanden. Die Buchungsentwicklung verläuft mehr oder weniger auf dem Niveau vom Vorjahr. «Von einer generellen Zurückhaltung bei Buchungen für die Sommer- und Herbstferien kann derzeit nicht gesprochen werden», schreibt Andreas Marti, Mediensprecher von Edelweiss.

Alles wird kurzfristiger

Etwas mehr ins Detail geht Knecht Reisen: «Wir verzeichnen keine flächendeckende Zurückhaltung, bislang ist sie eher als ‹lokal unterschiedlich› zu bezeichnen», schreibt Mediensprecher Matthias Reimann. In einigen der 20 Reisebüros des Unternehmens sei die «Zurückhaltung interessanterweise bei einer städtischen Kundschaft grösser als bei jener in ländlicheren Gebieten». Warum dies so ist, könnten sie nicht einschätzen.

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Bei Dertour und Tui stellt man allgemein fest, dass sich Kundinnen und Kunden «tendenziell eher kurzfristig entscheiden» und die Buchungslage volatiler geworden ist.

Zypern, Ägypten oder die Türkei leiden

Klar ist dabei auch, dass Ziele in Richtung Osten aktuell weniger nachgefragt werden. Darunter fallen gemäss Edelweiss auch Ziele wie Zypern, Ägypten oder die Türkei. Auch Buchungen in die USA seien momentan rückläufig.

Belek Sommerferien Strand Türkei
Die Türkei (hier Belek) gehört zu den Zielen, welche Schweizer aktuell eher meiden.Bild: Shutterstock

Von der aktuellen Situation profitieren ansonsten Ziele im Westen: Spanien, Frankreich, Italien oder auch Portugal und Norwegen werden oft nachgefragt. Bei Fernreisen stossen die Karibik mit Mexiko oder der Dominikanischen Republik oder auch das südliche Afrika auf grosses Interesse.

Die Preisentwicklung für die nächsten Wochen lässt sich nicht vorhersagen. Einzelne kleine Erhöhungen wurden bereits kommuniziert. Aufgrund des unsicheren Ölpreises wurde beispielsweise die «International Surcharge» angepasst. Mit dieser kompensieren die Fluggesellschaften der Lufthansa Group – und damit auch die Swiss – einen Teil der nicht beeinflussbaren Gebühren und Kosten. Treibstoff bildet dabei eine Position dieses Zuschlags.

Preisentwicklung bleibt offen

Wie weit die Preiserhöhungen in den nächsten Wochen weitergegeben werden, hängt auch von der Reiseart ab. Sonja Ptassek, Mediensprecherin von Tui, schreibt:

«Handelt es sich um vorab gesicherte Kontingente, profitieren Kundinnen und Kunden in der Regel von stabilen Preisen. Bei individuell und dynamisch zusammengestellten Reisen hingegen – etwa bei tagesaktuellen Kombinationen von Flug- und Hotelleistungen – können sich Preisänderungen unserer Partner, insbesondere von Fluggesellschaften und Hotels, unmittelbar auf den zu zahlenden Gesamtpreis auswirken.»

Solche, in gewissen Fällen stabileren Preise durch vorab eingekaufte Kontingente, erwähnt auch Dertour-Mediensprecherin Amélie Schnidrig. Kurzfristig wirken natürlich auch Angebot und Nachfrage auf die Preise ein. Auch wenn flächendeckende Preissteigerungen sich (noch) nicht zeigen und dynamische Preise sowieso zu laufenden Anpassungen führen, gilt: «In stark nachgefragten Destinationen, insbesondere in Europa und im Mittelmeerraum, führt dies tendenziell zu steigenden Preisen.»

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Texaner
21.04.2026 20:18registriert September 2015
Kalabrien, Italien. Wunderschöne Gegend, vergleichsweise kurze Reisezeit, tolle Natur, unglaubliches Essen, und schönen Strände. Preis/Leistung stimmt absolut.
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Stefanix19
21.04.2026 20:43registriert Juni 2019
Ich habe mein Flug ans andere Ende der Welt bereits gebucht bevor der Krieg im nahen Osten ausgebrochen ist. Zum Glück habe ich via Asien und nicht via Nahen Osten gebucht.
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