Armee
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ETH-Sicherheitsstudie

Massive Zustimmung zur Neutralität und Ablehnung gegen die EU: Die jüngere Generation vertritt einen solidarischen Traditionalismus

Gemäss der neuen Sicherheitsstudie der ETH ist der Wunsch nach politischer und wirtschaftlicher Unabhängigkeit vor allem bei den unter 30-Jährigen ausgeprägt. Der Grund: Diese Generation habe die EU als Krisenorganisation kennengelernt, sagt ein Studienautor.



Umfrage

Was glauben Sie: Sind die Jungen konservativer als die Älteren?

  • Abstimmen

61

  • Ja, diesen Eindruck habe ich auch.61%
  • Auf keinen Fall.36%

Neutralitätsbetont und armeefreundlich: So denken die Schweizer laut der neuen ETH-Sicherheitsstudie. In der Umfrage erfährt die Armee eine so grosse Unterstützung wie in den letzten 20 Jahren nicht mehr – 80 Prozent halten sie für notwendig. Am markantesten sind die Zahlen allerdings bei der Neutralität. Diese wird gemäss der Studie über alle Altersgruppen, sämtliche Bildungs- und Einkommensniveaus sowie über das gesamte politische Spektrum als zu bewahrender Wert betrachtet. 

Sicherheitsstudie

Die jährlich erscheinende Sicherheitsstudie wird von der Militärakademie an der ETH Zürich in Zusammenarbeit mit dem Center for Security Studies (CSS) der ETH erstellt. Sie stützt sich auf eine repräsentative Befragung, die im Januar bei 1200 Stimmberechtigten in allen drei Sprachregionen stattfand. 

In diesem Jahr erreicht die Zustimmung einen Höhepunkt: So stehen 96 Prozent hinter dem Prinzip der Neutralität. Auffällig hoch ist der Wert dabei in der jüngeren Generation: In der Altersgruppe der 18-29-Jährigen wollen 99 Prozent die Neutralität beibehalten. Damit ist die jüngere Generation gegenüber der Armee zwar kritischer eingestellt als die älteren Generationen (66 Prozent erachten sie als notwendig). Jedoch ist der Wunsch nach politischer und wirtschaftlicher Unabhängigkeit wesentlich höher als bei den Älteren: Gemäss der Studie ist den Jungen beispielsweise ein Engagement der Schweiz bei internationalen Konferenzen signifikant weniger wichtig als den Personen ab 30 Jahren.

Bild

96 Prozent sprechen sich für die Neutralität aus. Quelle: CSS-Studie

Progressive Mittelalte – traditionalistische Junge

Wie ist diese eindeutige Zustimmung der Jungen zur neutralen Rolle der Schweiz zu erklären? «Die Frage lautete, ob die Neutralität weiterhin beibehalten werden sollte», erklärt Tibor Szvircsev Tresch, ETH-Dozent für Militärsoziologie und Mitautor der Studie die Umfrage. Das markante Ergebnis überrascht ihn nicht. «Für die Jungen ist Neutralität ein fester Wert, den sie mit der Schweiz verbinden», sagt Szvircsev Tresch. Die jüngere Generation sei mit Ereignissen wie den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und dem Afghanistan-Krieg aufgewachsen – aussenpolitischen Konflikten, in denen die Schweiz eine neutrale Rolle übernommen hatte.

«Die jüngere Generation hat die EU als eine wirtschaftliche Krisenorganisation kennengelernt»

Tibor Szvircsev Tresch, Studienautor

Auch für die massive Ablehnung einer Annäherung an die EU bei den Jungen hält Szvircsev Tresch eine Erklärung bereit: «Die jüngere Generation hat die EU als eine wirtschaftliche Krisenorganisation kennengelernt», so Szvircsev Tresch. «Sie hat damit ganz andere Erfahrungen gesammelt als beispielsweise die ältere Generation in den 80er-Jahren.» 

Die politische Einstellung der jüngeren Generation sei stärker von solidarischen und ökologischen Überlegungen geprägt. So sprechen sich die Jüngeren deutlich öfters für eine intensivierte Entwicklungshilfe aus und beschäftigen sich öfter mit ökologischen Themen. Szvircsev Tresch: «Generell kann man sagen, dass die mittlere Generation die progressivste ist und die jüngere einen solidarischen Traditionalismus vertritt.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Nicoscore 31.05.2014 08:51
    Highlight Highlight Ich verstehe nicht ganz warum Phreko meint, wir würden unseren vorhandenen Reichtum verlieren, weil wir neutral bleiben wollen und nicht der EU beitreten. Die Schweiz sollte nicht so denken. Wir haben unsere Qualitäten und sind in der Lage mit der EU ein gutes Verhältnis zu führen, ohne Brüssel heuchlerisch begegnen zu müssen.

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