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ZKB-Filiale an der Bahnhofsstrasse.
ZKB-Filiale an der Bahnhofsstrasse.Bild: KEYSTONE

Zürcher Kantonalbank löscht heikles Kapitel auf Wikipedia

Die ZKB hat den Wikipedia-Abschnitt über den Sulzer-Skandal gelöscht. Mit geringem Erfolg: Nach wenigen Minuten stellte ein «Sichter» die Passage wieder online.
09.07.2015, 05:3409.07.2015, 08:25

Auf der Wikipedia-Seite der Zürcher Kantonalbank gibt es einen Abschnitt, der neben Informationen über Geschäftszahlen, politische und operative Verantwortliche sowie jegliche Engagements, ins Auge sticht – und nicht so recht zum Erscheinungsbild der Bank passen will, wie der Tages-Anzeiger am Donnerstag berichtet. 

Im Kapitel «Mangelnde Einhaltung interner Richtlinien 2006/2007» wird ein heikler Abschnitt der jüngeren Bankgeschichte aufgerollt: Die scheinbar verlässliche Hausbank des Maschinenkonzerns Sulzer hatte dem russischen Milliardär Viktor Vekselberg und der österreichischen Beteiligungsgesellschaft Victory zur Machtübernahme in Winterthur verholfen.

Viktor Vekselberg.
Viktor Vekselberg.Bild: KEYSTONE

Ausserdem spekulierte der damalige oberste ZKB-Chef Hans F. Vögeli privat über ein Wertschriftendepot bei der Bank Vontobel auf Sulzer-Aktien mit. Die Eidgenössische Bankenkommission leitete eine Untersuchung ein, bei der ZKB rollten die Köpfe. 

«Offensichtlicher Vandalismus»

Der Wikipedia-Eintrag hält zwar fest, dass die Bank im Anschluss an den Skandal verschiedene Verbesserungen in der Organisation getroffen habe. Dennoch schritt die Pressestelle am 6. Juli zur Tat. Gemäss Tages-Anzeiger löschte die ZKB die gesamte Passage. Die Begründung: «Aufgrund der Aktualisierung des Wikipedia-Profils hat das Social-Media-Team den nicht mit Quellenangaben belegten Textabschnitt zur Löschung vorgeschlagen.»

Doch lange kam die ZKB damit nicht durch: Nach wenigen Minuten wurde der Abschnitt wieder aufgeschaltet. Werde ein ganzer Abschnitt «unbegründet» gelöscht, handle es sich gemäss Wikipedia-Regeln um «offensichtlichen Vandalismus», sagte der verantwortliche «Sichter» gegenüber dem Tages-Anzeiger. Es stimme allerdings, dass der Abschnitt nicht hinreichend mit Quellen belegt sei. (dwi)

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