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«Belli» scheidet an Darts-WM knapp aus – auch 2 Weltmeister sind raus

Stefan Bellmont plays his match against Raymond van Barneveld on day seven of the Paddy Power World Darts Championship at the Alexandra Palace in London, Wednesday, Dec. 17, 2025. (Bradley Collyer/PA  ...
Trotz seinem Zweitrundenaus hat Stefan Bellmont mit dem ersten Schweizer Sieg an einer Darts-WM Geschichte geschrieben.Bild: keystone

«Belli» scheidet an Darts-WM nach Krimi aus – auch 2 Weltmeister müssen Segel streichen

Stefan «Belli» Bellmont scheidet bei seiner zweiten Teilnahme an der Darts-WM in der zweiten Runde aus. Der Chamer verliert im Alexandra Palace von London gegen den Australier Damon Heta 2:3 in den Sätzen.
22.12.2025, 03:3822.12.2025, 04:23

Stefan Bellmonts WM-Abenteuer ist zu Ende. Der 36-jährige Zuger verliert trotz ansprechender Leistung im entscheidenden fünften Satz gegen Damon Heta. Bellmont, der in der ersten Runde mit einem souveränen 3:0-Sieg gegen Darts-Ikone Raymond van Barneveld beeindruckt hatte, nutzte den schwachen Start seines Gegners, der im ersten Satz gerade einmal einen Average von 76 Punkten spielte.

Danach zeigte der Australier, der schon vor einigen Jahren nach England übergesiedelt ist, weshalb er in der Weltrangliste an Position 16 geführt wird. Im zweiten Satz warf er mit drei Pfeilen im Durchschnitt 111 Punkte – eine Pace, die der Schweizer nicht mitzugehen vermochte.

Australia's Damon Heta celebrates victory against Switzerland's Stefan Bellmont in the Round 2 match on day eleven of the World Darts Championship at the Alexandra Palace, in London, Sunday, ...
Damon Heta gehört zur Darts-Weltspitze.Bild: keystone

Aber Bellmont liess sich im wie immer stimmungsvollen Alexandra Palace, Darts-Anhängern besser bekannt als «Ally Pally», nicht aus der Ruhe bringen. Gleich im ersten Leg des dritten Satzes durchbrach er den Anwurf seines Gegners und sicherte sich seinen zweiten Satz.

Eigentlich sprach danach einiges dafür, dass das Schweizer WM-Abenteuer weitergehen würde, denn den vierten Satz konnte Bellmont eröffnen. Doch er sollte die Triple-Felder in dieser entscheidenden Phase nicht mehr so regelmässig treffen wie zuvor, weshalb er zunehmend Probleme bekundete, seinen Anwurf durchzubringen.

Auf das erste Break von Heta vermochte Bellmont zwar postwendend zu reagieren – unter anderem auch dank einer seiner drei geworfenen Maxima von 180 Punkten. Den neuerlichen Verlust seines Anwurfs konnte der Innerschweizer dann aber nicht verhindern, weil er die nötigen Doppel-8 beziehungsweise 4 für ein zweites Break mit zwei Würfen nur um Millimeter verfehlte.

Der Entscheidungssatz verlief dann ausgeglichen, bis Heta im zweiten Anwurfleg Bellmonts äusserst treffsicher agierte und den Schweizer unter Druck setzte. Mit seinem zweiten Matchdart beendete «The Heat», wie Heta genannt wird, Bellmonts zweiten Ausflug auf die grösste Darts-Bühne.

21 Plätze gewonnen und auf dem Sprung zum Profi

Bellmont hatte sich seine zweite WM-Teilnahme aufgrund einer starken und äusserst konstanten Saison verdient. Als Sieger der Challenge Tour, der zweithöchsten Turnierserie auf dem Darts-Circuit, löste er nicht nur das Ticket zum renommiertesten Darts-Turnier der Welt, sondern erspielte sich unter anderem auch eine Tour Card, mit der er in den kommenden zwei Jahren bei den meisten Turnieren auf der Profitour startberechtigt sein wird.

Insofern ist die Niederlage nur ein kleiner Tolggen im Reinheft einer sonst formidablen Saison. Zumal er sich in London zum wiederholten Mal auf grösstmöglicher Bühne präsentieren konnte. Ab Januar beginnt dann offiziell Bellmonts Leben auf der Profitour, wo er in den kommenden 24 Monaten bei Turnieren in ganz Europa versuchen wird, sich möglichst viel Preisgeld zu erspielen. Der Zweitrundeneinzug der WM bringt ihm 25000 britische Pfund ein.

Es ist Preisgeld, das er als «Zustupf» sieht für seinen Start auf der Profitour. Es sorgt allerdings auch dafür, dass er in der Weltrangliste einen beachtlichen Sprung nach vorne macht. Vor dem Turnier noch an Position 111 klassiert, belegt er jetzt die 90.

Auch zwei Ex-Weltmeister sind draussen

Neben «Belli» mussten am Sonntag auch drei prominente Namen bereits die Segel in London streichen. Besonders überraschend war die Niederlage des Walisers Gerwyn Price, Weltmeister von 2021 und nach wie vor die Weltnummer 9, gegen den Niederländer Wesley Plaisier. Price musste sich gleich mit 0:3 geschlagen geben, gegen Plaisier der 83 Ränge weiter hinten in der Rangliste klassiert ist.

Wales' Gerwyn Price reacts during his Round 2 match against Netherlands' Wesley Plaisier, not pictured, on day eleven of the Paddy Power World Darts Championship in London, Sunday Dec. 21, 2 ...
Ex-Rugby-Spieler Gerwyn Price ist einer der Superstars der Darts-Szene.Bild: keystone

Auch die Weltnummer 8, Chris Dobey, ist bereits ausgeschieden, nach einer hochklassigen Partie gegen Andrew Gilding, die 3:1 zugunsten des Aussenseiters ausging. Gilding warf einen sehr starken Average von 105.

Etwas weniger überraschend war zuvor das Ausscheiden von Michael «Bully Boy» Smith. Der Weltmeister von 2023 befindet sich mittlerweile seit Monaten in einer schlimmen Krise – und auch bei der WM ändert sich daran nichts. Smith verlor ebenfalls gegen einen Holländer, den 27-jährigen Niels Zonneveld, mit 1:3.

England's Michael Smith, left, competes against Netherland's Niels Zonneveld on day ten of the Paddy Power World Darts Championship in London, England, Saturday, Dec. 20, 2025. (Bradley Coll ...
Michael Smith (links) findet weiter nicht zu alter Form zurück.Bild: keystone

(sda/con)

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