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Nato-Aussenminister-Treffen: Estland warnt Rubio vor perfektem Sturm

EU-Vertreter warnt USA vor «perfektem Sturm»

Donnerstag und Freitag beraten die Nato-Aussenminister in Schweden. Die EU-Partner dringen auf Zusagen von ihrem Amtskollegen Marco Rubio.
20.05.2026, 22:5720.05.2026, 22:57
Peter Riesbeck / t-online
Ein Artikel von
t-online

Die Nervosität in Europa steigt. Erst kündigten die USA den Abzug von 5'000 Mann aus Deutschland an. Dann schockte die US-Armee mit der Nachricht, dass sie eine zugesicherte Truppenverlegung von 4'000 Soldaten von Texas nach Polen absagte. Vor dem Treffen der Nato-Aussenminister in Schweden machen die EU-Verbündeten nun Druck.

U.S. President Donald Trump, left, seated next to U.S. Secretary of State Marco Rubio, right, attends a bilateral meeting with Chinese President Xi Jinping at the Great Hall of the People in Beijing,  ...
Donald Trump und sein Aussenminister Marco Rubio, der die USA beim Nato-Treffen in Schweden vertreten wird.Bild: keystone

Estlands Aussenminister Margus Tsahkna sagte der «Financial Times»: «Wir müssen in ein eng abgestimmten Weise erfahren, wie die künftigen Pläne aussehen. Wir haben keinerlei Informationen», sagte Tsahkna, dessen Land unmittelbar an Russland grenzt. Der Politiker weiter: «Polen ist Teil unserer Verteidigungslinie.»

Warnung vor dem «perfekten Sturm»

Der estnische Verteidigungsminister Hanno Pevkor warnte auf einer Konferenz vor einem «perfekten Sturm». Er verwies auf eine Kombination aus politischen Turbulenzen in Grossbritannien, der Aussicht auf einen Wahlsieg der extremen Rechten von Marine Le Pen bei den französischen Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr sowie Veränderungen an der US-Truppenpräsenz in Europa.

Der Beschluss zur Truppenverlegung hatte in Europa massive Verunsicherung ausgelöst. Auch im US-Kongress gab es Kritik. Der republikanische Abgeordnete Don Bacon mahnte eine Einbindung der Abgeordneten an und erklärte: «Das ist ein Schlag ins Gesicht Polens; es ist ein Schlag ins Gesicht unserer baltischen Freunde. Es ist ein Schlag ins Gesicht dieses Ausschusses.»

Wadephul reist zu Nato-Treffen

In Deutschland ist von den US-Plänen wohl der Standort Vielseck in Bayern betroffen. Doch fehlen auch hier Informationen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sagte am Mittwoch, es gebe «nach wie vor keine wirklich belastbare Bestätigung». Zu hören sei, dass die Zahl der US-Brigaden in Europa um einen Verband verringert werden solle. «Inwieweit in Deutschland stationierte Truppen davon betroffen sind, ist noch offen», sagte der SPD-Politiker weiter.

Das Treffen der Aussenminister beginnt am Abend mit einem gemeinsamen Essen, bei dem es vor allem um die weitere Unterstützung der Ukraine gehen soll. Dazu sind auch der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha sowie der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson und König Carl XVI. Gustaf eingeladen.

Aus Deutschland wird Aussenminister Johann Wadephul in Helsingborg erwartet, US-Aussenminister Marco Rubio will nur am Freitag an den Beratungen teilnehmen. Er hatte zuletzt vor allem Spanien für mangelnde Unterstützung des US-Vorgehens gegen den Iran kritisiert – und eine spätere Neubewertung der Allianz durch die USA angekündigt.

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46 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pummelfee
20.05.2026 23:21registriert Mai 2020
Europa springt im Dreieck, Trump lacht sich ins Fäustchen, Starmer killt die Sanktion auf russisches Öl…was kommt als nächstes? Momentan scheint es wirklich so, als wäre es besser für unser aller Nervenkostüm, wenn man die Amis in die Wüste schickte! Auf die ist eh kein Verlass mehr. Alles, was da kommt, sind Beleidigungen, Drohungen und Erpressung.
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Badener
21.05.2026 02:23registriert März 2017
Den Baltischen Ländern, inkl. Polen, die uns durchwegs gewarnt haben, den Russen nicht zu Vertrauen sollte man NUN genauer zuhören!

Von wegen "Wandel durch Handel", das war warscheinlich schon 2008 ein Treppenwitz im Kreml.
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Bibilieli
20.05.2026 23:05registriert September 2014
Solange die Amis ihre Truppen nicht abziehen, wird Europa auch nicht fähig sein, sich selbst zu verteidigen. Insofern begrüsse ich den Entscheid. Es wäre nur schön, wenn man den Abzug ein wenig längerfristig planen würde.
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