
Verriegelt: Büro der Hilfsorganisation in Islamabad.
Bild: T. MUGHAL/EPA/KEYSTONE
Die pakistanischen Behörden haben eine Niederlassung der Hilfsorganisation Save the Children geschlossen, weil diese «gegen das Land» arbeite. Pakistan nimmt seit der Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Ladens immer wieder Hilfswerke ins Visier.
12.06.2015, 02:0412.06.2015, 09:21
Regierungsvertreter kamen am Donnerstag mit Polizisten zum Büro im Zentrum der Hauptstadt Islamabad und verriegelten den Eingang mit einem Schloss. «Wir haben das Büro von Save the Children auf Anweisung der Regierung versiegelt», sagte der hochrangige Regierungsbeamte Kamran Cheema der Nachrichtenagentur AFP. Die Gründe für die Anordnung kenne er nicht.
Auch eine offizielle Stellungnahme der Regierung gab es nicht. Ein Mitarbeiter des Innenministeriums sagte allerdings, Save the Children sei in «anti-pakistanische Aktivitäten» verstrickt. Diese Aktivitäten seien bereits seit langem beobachtet worden.
Hilfsorganisation will sich wehren
Ein Sprecher der Kinderhilfsorganisation sagte, die Niederlassung in Islamabad sei ohne Vorwarnung geschlossen worden. Save the Children werde dagegen auf höchster Ebene Beschwerde einlegen. Seinen Angaben zufolge hat die Organisation in Islamabad keine ausländischen Mitarbeiter mehr.
Rolle bei Ermordung von bin Laden?
2012 hatte ein Bericht des pakistanischen Geheimdienstes die Hilfsorganisation in Zusammenhang mit einem pakistanischen Arzt gebracht. Dieser soll unter dem Vorwand eines Impfprogramms den USA geholfen haben, den in Pakistan versteckten Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida, Osama bin Laden, ausfindig zu machen. Ein US-Spezialkommando hatte Bin Laden im Mai 2011 getötet. In Pakistan wurde dies als Missachtung der pakistanischen Souveränität empfunden. Die Behörden nahmen daraufhin internationale Hilfsorganisationen ins Visier. Wegen der Vorwürfe mussten alle ausländischen Mitarbeiter von Save the Children Pakistan bereits verlassen.
Die Organisation betreibt nun mit 1200 pakistanischen Mitarbeitern Projekte im Land. Verbindungen zum pakistanischen Arzt oder dem US-Geheimdienst CIA hat die Hilfsorganisation wiederholt dementiert. (kad/sda/afp)
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