Charlie Hebdo
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Republikanischer Marsch»

1,5 Millionen in Paris auf der Strasse +++ Die Mächtigen der Welt Arm in Arm voraus +++  «Wenn Gott existiert, hat er Humor»



Schicke uns deinen Input
Peter
19:38
Zehntausende harren auf der Place de la Nation aus
Nach der grössten Kundgebung in der Geschichte Frankreichs mit rund 1,5 Millionen Teilnehmern allein in Paris bleiben viele Menschen auf der Place de la Nation und halten weiterhin ihre Transparente und Spruchbänder hoch. Gemäss SRF-Korrespondent Urs Wiedmer lassen sich die Leute weder von Kälte noch Dunkelheit beeindrucken, wie er in einer Schaltung der «Tagesschau» sagte. Im Interview mit der «Tagesschau» von SRF berichtet Simonetta Sommaruga von der Stimmung an der Kundgebung. «Wir lassen uns nicht beeindrucken, das war die Botschaft», sagte Sommaruga.
17:16
Demo erreicht die Place de la Nation
Die Spitze des Demonstrationszuges hat die Place de la Nation (Bild) erreicht, wo die Kundgebung offiziell beendet wird. Nach Schätzungen der Zeitung «Le Monde» waren in Paris bis 1,5 Millionen und in ganz Frankreich rund zwei Millionen Menschen auf der Strasse. Das Innenministerium spricht von einer «beispiellosen» Menge, eine offizielle Zählung sei «unmöglich».
Thousands of people gather at Place de la Nation during a rally in Paris, Sunday, Jan. 11, 2015. Hundreds of thousands gathered Sunday throughout Paris and cities around the world, to show unity and defiance in the face of terrorism that killed 17 people in France’s bleakest moment in half a century. (AP Photo/Thibault Camus)
17:05
Stunde der Heuchler?
Berechtigter Einwand von SRF-Nahostkorrespondent Pascal Weber.

17:02
Ein Dank an die Polizei
Einer von vielen denkwürdigen Momente an der heutigen Kundgebung: Ein Demonstrant umarmt einen Polizisten.

16:42
Marine Le Pen provoziert
Die in Paris nicht erwünschte Front-National-Chefin Marine Le Pen hat im südfranzösischen Beaucaire eine eigene Kundgebung veranstaltet. An diesem Tag der Trauer provozierte sie mit einer politischen Botschaft: Sie wolle als Spitzenkandidatin ihrer Partei bei den französischen Regionalwahlen antreten.
epa04555272 Leader of the French party National Front (FN) Marine Le Pen (C-R) greets people as she attends a meeting to honor the victims of the terrorist attacks and to show unity, in Beaucaire, Southern France, 11 January 2015. Three days of terror that ended on 10 January saw 17 people killed in attacks that began with gunmen invading French satirical magazine Charlie Hebdo and continued with the shooting of a policewoman and the siege of a Jewish supermarket. The banner reads 'I am Charlie'.  EPA/GUILLAUME HORCAJUELO
16:34
Verübte Coulibaly weiteren Anschlag?
Einer der islamistischen Attentäter in Frankreich hat womöglich noch einen weiteren Anschlag verübt: Die Staatsanwaltschaft stellte am Sonntag eine Verbindung zwischen Amedy Coulibaly und den Schüssen auf einen 32-jährigen Jogger am Mittwochabend im Grossraum Paris her.

Es habe einen Abgleich der am Ort des Angriffs auf den Jogger gefundenen Patronenhülsen mit der Tokarew-Pistole gegeben, die nach der Geiselnahme am Freitag in einem jüdischen Supermarkt in Paris entdeckt worden war, erklärten die Ermittler.

Ein 32-Jähriger war am Mittwochabend beim Joggen in Fontenay-aux-Roses südlich von Paris durch Schüsse lebensgefährlich verletzt worden. Coulibaly «wohnte in derselben Gemeinde und der Angriff fand am Tag des Attentats auf 'Charlie Hebdo' statt», hatte es bereits am Samstag aus Ermittlerkreisen geheissen.
Amedy Coulibaly, one of gunmen behind the worst militant attacks in France for decades, declares his allegiance in an unknown location to the Islamic State and urges French Muslims to follow his example, in this still image taken from video January 11, 2015. In the seven-minute video apparently intended for release after the actions, Coulibaly, who staged the attack on a Jewish deli, said the planned assaults on a satirical journal and a Jewish target were justified by French military interventions overseas. A French anti-terrorist police source said there was no doubt it was Coulibaly in the French-language recording.   REUTERS/Social Media via Reuters TV (FRANCE - Tags: CRIME LAW CIVIL UNREST TPX IMAGES OF THE DAY) 
ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. NO SALES. NO ARCHIVES
16:22
Beeindruckender Überblick über die Grossdemo
16:19
Staats- und Regierungschefs ziehen sich zurück
Die in Paris versammelten internationalen Staats- und Regierungschefs haben nach einer guten Viertelstunde ihre Teilnahme an dem grossen Pariser Solidaritätsmarsch beendet. Der französische Staatspräsident François Hollande blieb am Sonntagnachmittag an Ort und Stelle und sprach mit den Angehörigen der Opfer (Bild). Zuvor hatte der 60-Jährige viele der Staats- und Regierungschefs umarmt.
Family members and relatives of the seventeen victims take part in a solidarity march (Marche Republicaine) in the streets of Paris January 11, 2015. Hundreds of thousands of French citizens will be joined by dozens of foreign leaders, among them Arab and Muslim representatives, in a march on Sunday in an unprecedented tribute to this week's victims, including journalists and policemen, following the shootings by gunmen at the offices of the satirical weekly newspaper Charlie Hebdo, the killing of a police woman in Montrouge, and the hostage taking at a kosher supermarket at the Porte de Vincennes.     REUTERS/Yves Herman (FRANCE  - Tags: CRIME LAW POLITICS CIVIL UNREST SOCIETY)
16:10
Massnahmenpaket gegen Terror
Europa, die USA und Kanada verstärken ihren Kampf gegen den Terrorismus. Die Terrorwelle in Frankreich betreffe alle Demokratien, sagte der französische Innenminister Bernard Cazeneuve. Er hat sich am Sonntag mit zehn Amtskollegen aus der Europäischen Union (EU), dem US-Justizminister Eric Holder und Steven Blaney, dem kanadische Minister für öffentliche Sicherheit, getroffen.

Als Konsequenz aus den Anschlägen von Paris soll der Austausch über die Reisebewegungen von Dschihadisten verbessert werden. So soll im Schengener Informationssystem etwa künftig eingetragen werden, wenn ein mutmasslicher islamistischer Kämpfer aus Europa die Aussengrenzen überschreitet und aus Syrien und den Irak zurückkehrt. Dies geht aus einer Erklärung der Innenminister vom Sonntag hervor.

Auch soll die Zusammenarbeit mit Ziel- und Transitländern verbessert werden. Viele «Forein Fighters» nutzen beispielsweise die Türkei, um von Europa in den Krieg zu ziehen. «Wir beginnen den Kampf gegen den islamistischen Terror nicht erst seit heute», sagte der deutsche Innenminister Thomas de Mazière. Viele Massnahmen seien bereits vereinbart worden. «Der heutige Tag ist Anlass, das zu beschleunigen und zu vertiefen.»

Die Innenminister drängen in ihrer Erklärung beispielsweise darauf, dass das seit langem geplante Abkommen über den Austausch von Fluggastdaten zwischen den EU-Ländern rasch umgesetzt wird. Bislang gibt es solche Abkommen nur für Passagiere, die zwischen Europa und etwa den USA oder Kanada reisen. Für eine ähnliche Praxis in Europa stellte sich bislang das Europäische Parlament quer: Es hat in der Sache zunächst einmal ein Rechtsgutachten angefordert.

Die Innenminister verständigten sich im Weiteren nicht nur auf ein EU-weites Krisentreffen auf Ministerebene, das in den kommenden Tagen stattfinden soll. Sie verständigten sich auch drauf, der zunehmenden Radikalisierung junger Muslime über das Internet entgegenzuwirken. Der Propaganda von Islamisten soll etwa mit eigenen Darstellungen begegnet werden. Zudem wollen sie die Zusammenarbeit mit Internetprovidern suchen, um etwa Aufrufe zu Terror und Hass zu löschen.
15:33
Die hohen Gäste führen die Demo an
Der französische Staatspräsident François Hollande und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sind gemeinsam mit anderen Staats- und Regierungschefs zum grossen Pariser Solidaritätsmarsch gestartet. In der vordersten Reihe neben Italiens Premier Matteo Renzi läuft auch Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga mit. Die Spitzenpolitiker versammelten sich unweit der Place de la République. Einander untergehakt setzten die Politikerinnen und Politiker sich in Bewegung.
15:14
Nebenschauplatz Ukraine
Präsident François Hollande hat am Rande des Gedenkmarsches kurz mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko über die Situation in der Ukraine gesprochen. Nicht bei dem Gespräch dabei war der russische Aussenminister Sergej Lawrow, der ebenfalls nach Paris gekommen war.

Am Montag wollen die Aussenminister aus Deutschland, Frankreich, Russland und der Ukraine bei einem Treffen in Berlin die Möglichkeiten zu einer Beruhigung des Ukraine-Konflikts ausloten. Die Konferenz findet drei Tage vor einem möglichen Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs aller vier Länder statt.
14:58
Kundgebungen in ganz Frankreich
Abseits des zentralen Gedenkmarschs für die Opfer der islamistischen Anschlagsserie in Paris sind am Sonntag erneut zehntausende Franzosen auf die Strasse gegangen. Landesweit nahmen mehr als 150'000 Menschen an Kundgebungen in mehreren Städten teil. In Saint-Étienne setzten nach Angaben der Polizei etwa 60'000 Demonstranten ein Zeichen gegen religiösen Fanatismus, in Perpignan beteiligten sich rund 40'000 Menschen an einer Kundgebung zu Ehren der 17 Getöteten.

In dem Ort Dammartin-en-Goële nordöstlich von Paris zogen etwa 10'000 Menschen durch die Strassen, wie der Bürgermeister der 8000-Einwohner-Gemeinde mitteilte. Dabei hielten sie Schilder mit der Aufschrift «Ich bin Charlie» oder «Freiheit» hoch. Die beiden Attentäter hatten sich nach dem Anschlag auf die Satire-Zeitung «Charlie Hebdo» in einer Druckerei im Gewerbegebiet des Ortes verschanzt, wo sie am Freitag von der Polizei erschossen wurden.
14:52
Trierweiler ist auch dabei
Wie der französische Fernsehsender BFMTV berichtet, wird die ehemalige «First Lady» Valérie Trierweiler bei dem Gedenkmarsch dabei sein – und zwar als Journalistin für das Magazin «Paris Match». Sie hatte sich letztes Jahr von François Hollande getrennt, nachdem die Affäre des Präsidenten mit einer Schauspielerin bekannt geworden war. Danach hatte sie ein sehr erfolgreiches Enthüllungsbuch verfasst.
epa04503313 French former First Lady Valerie Trierweiler is mobbed by the press at a book signing of her book, 'Thank You For This Moment: A Story Of Love, Power And Betrayal' at Hatchards bookshop in London, Britain, 25 November 2014. The book is released in British bookstores on 25 November.  EPA/ANDY RAIN ALTERNATIVE CROPPED VERSION
14:45
Der Platz ist bereits mehr als voll
Die Place de la Republique war schon über eine Stunde vor Beginn des geplanten Schweigemarsches überfüllt. Demonstranten schwenkten französische Fahnen und riefen immer wieder in Sprechchören. «Vive la France». «Ich bin hier, um zu zeigen, dass die Terroristen nicht gewonnen haben» sagte die 34-jährige Franko-Marokkanerin Zakaria Moumni. «Im Gegenteil sie bringen die Menschen aller Religionen zusammen».

Neben französischen wurden zum Gedenken an die bei der Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt umgekommenen Menschen auch israelische Flaggen geschwenkt. Auf Transparenten hiess es: «Freiheit - Wir sind deinetwegen hier» oder «Charlie Akbar» - in Anspielung auf das islamische Glaubensbekenntnis «Allah ist gross».
Hundreds of thousands of people gather on the Place de la Republique to attend the solidarity march (Rassemblement Republicain) in the streets of Paris January 11, 2015. French citizens will be joined by dozens of foreign leaders, among them Arab and Muslim representatives, in a march on Sunday in an unprecedented tribute to this week's victims following the shootings by gunmen at the offices of the satirical weekly newspaper Charlie Hebdo, the killing of a police woman in Montrouge, and the hostage taking at a kosher supermarket at the Porte de Vincennes.  REUTERS/Charles Platiau (FRANCE  - Tags: CRIME LAW POLITICS CIVIL UNREST SOCIETY)
14:15
Hommage an das «Zufallsopfer»
Beim Gare de l'Est in Paris erinnert eine kleine Kundgebung an Frédéric Boisseau, das «Zufallsopfer» des Anschlags auf «Charlie Hebdo». Er war als Mitarbeiter einer Reinigungsfirma im Eingangsbereich des Gebäudes tätig, als die Täter das Feuer eröffneten. Boisseau war verheiratet und hinterlässt zwei Kinder.

13:51
Hollande empfängt Staats- und Regierungschefs
Kurz vor Beginn des grossen Solidaritätsmarsches hat Frankreichs Präsident François Hollande am Sonntag zahlreiche Staats- und Regierungschefs im Élyséepalast empfangen. Zu der Demonstration hatten sich mehrere Dutzend Spitzenpolitiker aus aller Welt angekündigt.

Neben der deutschen Kanzlerin Angela Merkel wurden auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas erwartet. Für die Schweiz nimmt Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (Bild) teil.
Swiss President Simonetta Sommaruga, left, is welcomed by French President Francois Hollande as she arrives at the Elysee Palace, Paris, Sunday, Jan. 11, 2015. A rally of defiance and sorrow, protected by an unparalleled level of security, on Sunday will honor the 17 victims of three days of bloodshed in Paris that left France on alert for more violence. (AP Photo/Thibault Camus)
13:35
Hommage in der Antarktis
Auch auf den südlichen Shetlandinseln in der Antarktis gedenkt man der Opfer des Terrors in Paris.

13:27
Gott hat Humor
«Islamist zu sein und in einem koscheren Supermarkt zu enden. Eine Zeitschrift zu töten und in einer Druckerei zu sterben. Wenn Gott existiert, hat er Humor.»

Aufschrift eines Schildes am Sonntag beim Pariser Solidaritätsmarsch für die Opfer der Terrorangriffe.
13:12
Zwei Hauptrouten in Paris
Für die Grosskundgebung in Paris, die um 15 Uhr beginnt, wird es zwei Hauptrouten durch die französische Hauptstadt geben: Sie laufen von der Place de la République zur Place de la Nation – die eine etwa drei Kilometer über den Boulevard Voltaire, die andere nördlich davon über die Avenue Philippe Auguste und die Avenue de la République.

Zehn Metrostationen in dem Bereich werden während des «Republikanischen Marsches» geschlossen sein. Die Nutzung sämtlicher öffentlichen Transportmittel ist am Sonntag gratis.

12:34
Sydney gedenkt der Anschlagsopfer
In der australischen Metropole Sydney gedachten am Sonntag hunderte Menschen der Opfer der Anschläge von Paris. Die Teilnehmer der Gedenkfeier, darunter viele französische Staatsbürger, hielten am Sonntag Schilder mit der Aufschrift «Je suis Charlie» und «Freedom» hoch.

Angeführt vom französischen Botschafter Christophe Lecourtier (Bild) marschierte die Menge zum Martin Place in der Innenstadt, wo im Dezember bei einer Geiselnahme in einem Café durch den radikalen Islamisten Man Haron Monis zwei Menschen getötet worden waren. «Lasst uns im Sinn behalten, was der Geist von Charlie ist», sagte Lecourtier. «Der Geist von Charlie ist, dass die Zukunft jenen gehört, die sich widersetzen, die kämpfen.»
epa04554457 French ambassador to Australia, Christophe Lecourtier, speaks during a solidarity rally for the Paris terror attacks in Martin Place, Sydney, 11 January 2015.  Three days of terror that ended on 10 January saw 17 people killed in attacks that began with gunmen invading French satirical magazine Charlie Hebdo and continued with the shooting of a policewoman and the siege of a Jewish supermarket.  EPA/JENNY COCKERELL AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT
12:27
Bekennervideo von Coulibaly
Im Internet ist ein Video des Supermarkt-Geiselnehmers Amedy Coulibaly aufgetaucht. Darin bestätigt er, dass er sein Vorgehen «gegen die Polizei» mit dem Anschlag der Brüder Said und Chérif Kouachi auf die Satirezeitung «Charlie Hebdo» koordiniert habe. Er beruft sich auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und behauptet, den Brüdern Kouachi Geld für die Beschaffung ihrer Ausrüstung gegeben zu haben. Mehr dazu lesen Sie hier.
Amedy Coulibaly im Bekennervideo
12:17
Innenminister beraten in Paris über Kampf gegen den Terrorismus
Die Innenminister mehrerer EU-Staaten sowie ranghohe Vertreter der US-Regierung und der EU sind in Paris zu Beratungen über den Kampf gegen den Terrorismus zusammengekommen.

An dem Treffen im französischen Innenministerium nahmen unter anderem Frankreichs Ressortchef Bernard Cazeneuve, der deutsche Innenminister Thomas de Maizière und US-Justizminister Eric Holder teil. Bei den Beratungen geht es laut Cazeneuves Worten um einen «Austausch über die gemeinsame Herausforderung, die die Terroristen für uns bedeuten».

Im Mittelpunkt stehen unter anderem eine engere Zusammenarbeit der Geheimdienste, der Kampf gegen islamistische Propaganda und ein besserer Informationsaustausch über westliche Dschihadisten. Die Minister wollen bei dem Treffen auch ihre Solidarität mit Frankreich nach der blutigen Anschlagsserie der vergangenen Tage zum Ausdruck bringen. (sda/afp)
12:13
Vier Supermarkt-Opfer von Paris waren Juden
Die Namen der Opfer der Pariser Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt sind bekannt. Nach Angaben der Jüdischen Dachorganisation in Frankreich (CRIF) handelt es sich dabei um vier Männer - alle jüdischen Glaubens: Yohan Cohen (22), Philippe Braham (um die 40), François-Michel Saada (um die 60) und Yoav Hattab (21) wurden von dem islamistischen Attentäter Amedy Coulibaly getötet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft starben die Opfer bevor die Polizei den Täter erschossen hat.

Mit einer machtvollen Demonstration gegen religiös motivierten Terrorismus wollen Politiker aus aller Welt sowie Hunderttausende Bürger in Paris ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern der Anschlagswelle setzen. Beschützt werden sie von tausenden Polizisten.

Etwa 40 Staats- und Regierungschefs werden auf Einladung des französischen Staatspräsidenten François Hollande zu der beispiellosen Grosskundgebung an diesem Sonntag erwartet. Auch die Schweizer Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga wird zugegen sein.

Auch die Aussenminister aus Algerien und Ägypten in die französische Hauptstadt werden da sein. In Kairo teilte das Aussenministerium mit, Aussenminister Sameh Schukri werde Ägypten in Paris vertreten. Er mache damit deutlich, dass sein Land die «Terrorattacke total verurteilt», sie habe «keine Verbindung zum Islam». Für Algerien wird Aussenminister Ramtane Lamamra teilnehmen, wie ein Aussenamtssprecher der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Angesichts möglicher weiterer Anschläge durch Islamisten sollen 5500 Polizisten und Soldaten für die Sicherheit der Teilnehmer des Schweigemarsches sorgen. Schon am Samstag waren in ganz Frankreich insgesamt 700'000 Menschen auf die Strasse gegangen und hatten der 17 Todesopfer der Gewalttaten von Paris gedacht.

epa04554089 People come to pay tribute to the hostage victims in front of HyperCacher supermarket at Porte de Vincennes, a day after a gunman took hostages and opened fire, in eastern Paris,  France, 10 January 2015. The gunman was said to be the same shooter who had killed a policewoman in southern Paris 08 January. He was identified as 32-year-old Amedy Coulibaly. Police said that Coulibaly shot dead four people as he stormed into the grocery store. French President Francois Hollande spoke of a 'dreadful anti-Semitic act.'  EPA/OLIVIER HOSLET

Bereits am Samstag gingen die Franzosen in Massen auf die Strassen.  Bild: OLIVIER HOSLET/EPA/KEYSTONE

Zeichen der Geschlossenheit

Mit dem «Republikanischen Marsch» soll auch ein Zeichen der Geschlossenheit im Kampf gegen den Terrorismus gesetzt werden. Aus Europa haben unter anderem die Spitzen der EU sowie die Regierungschefs Deutschlands, Grossbritanniens, Italiens, Spaniens, Dänemarks, Belgiens, der Niederlande, Finnlands, Griechenlands, Polens, Portugals, Schwedens, Tschechiens, Ungarns, Lettlands, Bulgariens, Kroatiens und Rumäniens ihre Teilnahme zugesagt.

Dabei sein werden auch der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu und sein Aussenminister Avigdor Lieberman sowie Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Jordaniens König Abdullah II., der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, Russlands Aussenminister Sergej Lawrow und der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu. Aus den USA wird Justizminister Eric Holder erwartet.

Suche nach der Freundin des Terroristen

Die französischen Ermittler suchen nach dem dramatischen Ende der Anti-Terror-Einsätze am Freitag weiter unter Hochdruck nach möglichen Unterstützern der islamistischen Gewalttäter. Intensiv gefahndet wurde nach Hayat Boumeddiene, der flüchtigen Lebensgefährtin eines der getöteten Terroristen. 

UNSPECIFIED - JANUARY 09:  Pictured in this handout provided by the Direction Centrale de la Police Judiciaire on January 9, 2015 is suspect Hayat Boumeddiene, aged 26, known associate of Amedy Coulibaly who is wanted in connection with the shooting of a French policewoman yesterday and suspected as being involved in the ongoing hostage situation at a Kosher store in the Porte de Vincennes area of Paris. France continues at the highest level of security alert following the attack at the satirical weekly Charlie Hebdo in which twelve people were killed on Wednesday. On January 8 French police published photos of two brothers, Said Kouachi and Cherif Kouachi, wanted as suspects over the massacre at the magazine. (Photo by Direction centrale de la Police judiciaire via Getty Images)

Hayat Boumeddiene.  Bild: Getty Images Europe

Die gesuchte 26-Jährige soll Frankreich aber schon einige Tage vor dem Anschlag auf das Satireblatt «Charlie Hebdo» verlassen haben und in Syrien sein, berichteten französische Medien. Auch nach dem Tod der drei Attentäter am Freitag galt weiterhin die höchste Alarmstufe. (feb/sda/dpa)

Terror in Paris

Charlie-Hebdo-Titelblätter

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Charlie Hebdo» veröffentlicht neues Titelbild mit Erdogan-Karikatur

Die französische Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» hebt eine Karikatur des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan auf die Titelseite ihrer neuen Ausgabe. Die Zeichnung hat laut einer Twittermitteilung vom Dienstag den Titel «Erdogan – privat ist er sehr lustig» und zeigt den Präsidenten in einem Sessel sitzend, während er einer Frau den Schleier lüftet.

Die Stimmung zwischen Frankreich und der Türkei ist sehr aufgeheizt, denn der Streit um Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed ist …

Artikel lesen
Link zum Artikel