Gesellschaft & Politik
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In Istanbul hinderte die Polizei mit Wasserwerfern Demonstranten daran, auf den Taksim-Platz vorzudringen. Bild: AP

Nach 269 Tagen im Koma

Nach dem Tod eines 15-Jährigen wird in Istanbul um den Taksim-Platz gekämpft

Als Reaktion auf den Tod eines Jugendlichen haben in mehreren Städten der Türkei Tausende gegen die islamistische Regierung demonstriert. In Istanbul hinderte die Polizei mit Wasserwerfern Demonstranten daran, auf den Taksim-Platz vorzudringen.



Nach 269 Tagen im Koma ist ein bei den Protesten in der Türkei verletzter Jugendlicher gestorben. «Wir haben unseren Sohn Berkin Elvan um sieben Uhr verloren. Möge er in Frieden ruhen», teilte seine Familie am Dienstag per Twitter mit. 

Der Sarg mit Berkin Elvan wird durch Istanbul getragen. Bild: AP/AP

Auf diese Nachricht reagierten Tausende Demonstranten in mehreren Städten der Türkei gegen die Regierung. Die Menge skandierte: «Schulter an Schulter gegen Faschismus.» Über Demonstrationen wurde auch aus Ankara, Adana und Antalya berichtet. In Ankara ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen einen Demonstrationszug vor. Für Mittwoch ist eine Kundgebung und ein Gedenkmarsch zu Ehren des Jugendlichen geplant.

Wasserwerfer gegen Demonstranten in Istanbul. Bild: EPA/EPA

Der 15-Jährige Berkin Elvan war im Juni in Istanbul von einem Tränengasgeschoss der Polizei am Kopf getroffen worden. Nach Darstellung seiner Familie wollte er Brot holen, als er bei Zusammenstössen zwischen Polizei und Demonstranten zwischen die Fronten geriet.

Demonstrierende in Istanbul zeigen Bilder des verstorbenen 15-jährigen Berkin Elvan. Bild: AP/AP

Vor dem Spital, in dem der Jugendliche starb, gab es am Dienstag Ausschreitungen. Etwa eintausend Menschen versammelten sich vor dem Gebäude. Dutzende Demonstranten griffen einen Bus der Polizei mit Steinen an. Die Polizei wehrte die Angriffe mit Tränengas ab. Mindestens ein Demonstrant wurde verletzt, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Bereits am Montag hatte die Polizei eine Mahnwache vor dem Spital gewaltsam aufgelöst. (whr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 11.03.2014 23:49
    Highlight Highlight Die Türken sollten R. Erdogan schnellstens los werden. Neben erheblicher Einflussnahme steht er auch der Kriminalität äusserst nahe. Dazu ist er ein knallharter Islamist. Würde es zu einem militärischen Notfall kommen, würde R. Erdogan sogar der Nato das Messer in den Rücken stossen.

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