Sport
Fussball

Österreich schlägt Jordanien, aber mit viel mehr Mühe als erwartet

epa13043084 Marko Arnautovic (C) of Austria celebrates after scoring his team's second goal during the FIFA World Cup 2026 group stage match Austria against Jordan, in San Francisco, USA, 16 June ...
Arnautovic und Co. feiern Österreichs ersten Sieg an einer WM seit 36 Jahren.Bild: keystone

Österreich schlägt Jordanien, aber mit viel mehr Mühe als erwartet

Österreich kehrt nach langer Absenz mit einem mühevollen Sieg auf die WM-Bühne zurück. Das Team von Trainer Ralf Rangnick bezwingt in Santa Clara in Kalifornien Aussenseiter Jordanien 3:1.
17.06.2026, 08:0817.06.2026, 08:51

Mit der Partie gegen den WM-Debütanten Jordanien ging für Österreich eine lange Zeit des Wartens zu Ende. 28 Jahre hatten sich unsere östlichen Nachbarn gedulden müssen, um wieder an einem globalen Turnier mitmachen zu dürfen. Noch acht Jahre weiter zurück lag der zuvor letzte Sieg an einer Weltmeisterschaft. Beim Turnier in Italien bezwangen die Österreicher in Florenz die USA 2:1 – und schieden gleichwohl in der Gruppenphase aus.

Diesmal soll es deutlich mehr werden als nur die Vorrunde. Damit diese Vorgabe umgesetzt werden kann, ist von Österreichs Team aber eine deutliche Leistungssteigerung vonnöten. Der Auftritt gegen Jordanien, das Ende Mai in einem Testspiel gegen die Schweiz 1:4 unterlegen war, liess sehr viele Wünsche offen. Wie die Schweiz gegen Katar oder Spanien gegen Kap Verde sahen sich die Österreicher einem Aussenseiter gegenüber, der sehr gut mithielt – und für den mit etwas mehr Glück durchaus ein besseres Ergebnis drin gelegen wäre.

«Jetzt geht's richtig los»

«Sie haben uns das Leben richtig schwer gemacht», sagte Trainer Ralf Rangnick im ORF. Für Ex-Nationalspieler Andreas Herzog als TV-Experte war die richtige Mentalität entscheidend: «Spielerisch ist noch Luft nach oben.» ÖFB-Star Marko Arnautovic, der zu Beginn Ersatz war, sah eine Anfangsnervosität, «die hat man gemerkt, aber das ist normal, es war für jeden das erste WM-Spiel». Für Herzog waren Rangnicks Auswechslungen ein wesentlicher Grund für den Sieg. «Jetzt geht die WM erst so richtig los, Pflichtsiege sind ja die schwierigsten Siege.»

Romano Schmid brachte Österreich nach 20 Minuten standesgemäss in Führung. Der Mittelfeldspieler von Werder Bremen traf aus 18 Metern herrlich in die rechte obere Ecke. Jordanien hatte aber bereits in der ersten Halbzeit seine Möglichkeiten, die grösste kurz nach dem ersten Gegentreffer. Ali Olwans Kopfball landete an der Querlatte. Torhüter Alexander Schlager musste mehrfach sein ganzes Können aufwenden, um Schlimmeres zu vermeiden, bei einem weiteren Abschlussversuch Olwans etwa oder gegen den bei Rennes in der Ligue 1 tätigen Musa Altamari.

Arnautovic jubelt zwei Mal, aber nur ein Treffer zählt

Fünf Minuten nach der Pause war dann auch Schlager machtlos. Olwan besorgte mit einem Schlenzer in die entfernte Torecke den Ausgleich. Österreich fand aber trotz aller Mühen doch noch den Weg zum Erfolg – dank gütiger Mithilfe von Yazan Alarab. Ein Abwehrversuch des Verteidigers per Kopf landete im eigenen Tor.

Österreich hatte schon zehn Minuten zuvor ein zweites Mal gejubelt. Das Tor des für die zweite Halbzeit eingewechselten Marko Arnautovic wurde aber aberkannt. Dem Treffer des nationalen Rekordtorschützen war ein Handspiel von Verteidiger Stefan Posch vorausgegangen. Den Schlusspunkt setzte dann gleichwohl Arnautovic. Der nunmehr bei Roter Stern Belgrad engagierte Stürmer war mit einem Handspenalty kurz vor dem Ende der zwölf Minuten dauernden Nachspielzeit erfolgreich.

Österreich – Jordanien 3:1 (1:0)
Santa Clara. - 68'527 Zuschauer. - SR Beida (MRT).
Tore: 21. Schmid (Schlager) 1:0. 50. Ali Olwan (Noor Al Rawabdeh) 1:1. 76. Yazan Al Arab (Eigentor) 2:1. 102. Arnautović (Penalty) 3:1.
Österreich: Alexander Schlager; Posch, Lienhart, Alaba (59. Danso), Mwene (59. Wanner); Seiwald, Xaver Schlager (59. Chukwuemeka); Schmid (83. Wimmer), Laimer, Sabitzer; Kalajdžić (46. Arnautović).
Jordanien: Yazeed Abulaila; Abdallah Nasib (81. Saed Al Rosan), Yazan Al Arab, Mohammad Abu Al Nadi (72. Saleem Obaid); Ehsan Haddad (81. Mahmoud Al Mardi), Nizar Al Rashdan, Noor Al Rawabdeh, Mohannad Abu Taha; Odeh Fakhoury (89. Ali Azaizeh), Ali Olwan; Mousa Al Tamari (88. Mohammad Al Daoud).
Bemerkungen: Verwarnungen: 77. Sabitzer. (ram/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die besten Bilder der Fussball-WM 2026
1 / 42
Die besten Bilder der Fussball-WM 2026

Was für ein Public Viewing! Jordanische Fans sehen die 1:3-Niederlage ihrer Lieblinge im römischen Theater von Amman.

quelle: keystone / raad adayleh
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Schottland-Fans feiern im Baseballstadion
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
8 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Franky Neal
17.06.2026 08:28registriert Februar 2026
Im Gegensatz zu den Schweizern haben sie aber die 3 Punkte geholt. Bis zur 96‘ hartnäckig drangeblieben, das war der Unterschied…
391
Melden
Zum Kommentar
8
Messi mit seinem ersten Hattrick an WM – Argentinien schiesst Algerien ab
Lionel Messi, wer sonst? Mit einem Hattrick führt der Superstar den Titelverteidiger Argentinien zum WM-Auftakt in Kansas City zu einem ungefährdeten 3:0 gegen Algerien.
Lionel Messi erzielte seinen ersten Hattrick in einem WM-Spiel. Und das in seinem 200. Länderspiel, bei seiner sechsten WM-Endrunde. Argentinien startete damit deutlich besser, als beim Titelgewinn vor vier Jahren in Katar. Damals hatten Messi und Co. zum Auftakt überraschend 1:2 gegen den Aussenseiter Saudi Arabien verloren.
Zur Story