Österreich schlägt Jordanien, aber mit viel mehr Mühe als erwartet
Mit der Partie gegen den WM-Debütanten Jordanien ging für Österreich eine lange Zeit des Wartens zu Ende. 28 Jahre hatten sich unsere östlichen Nachbarn gedulden müssen, um wieder an einem globalen Turnier mitmachen zu dürfen. Noch acht Jahre weiter zurück lag der zuvor letzte Sieg an einer Weltmeisterschaft. Beim Turnier in Italien bezwangen die Österreicher in Florenz die USA 2:1 – und schieden gleichwohl in der Gruppenphase aus.
Diesmal soll es deutlich mehr werden als nur die Vorrunde. Damit diese Vorgabe umgesetzt werden kann, ist von Österreichs Team aber eine deutliche Leistungssteigerung vonnöten. Der Auftritt gegen Jordanien, das Ende Mai in einem Testspiel gegen die Schweiz 1:4 unterlegen war, liess sehr viele Wünsche offen. Wie die Schweiz gegen Katar oder Spanien gegen Kap Verde sahen sich die Österreicher einem Aussenseiter gegenüber, der sehr gut mithielt – und für den mit etwas mehr Glück durchaus ein besseres Ergebnis drin gelegen wäre.
«Jetzt geht's richtig los»
«Sie haben uns das Leben richtig schwer gemacht», sagte Trainer Ralf Rangnick im ORF. Für Ex-Nationalspieler Andreas Herzog als TV-Experte war die richtige Mentalität entscheidend: «Spielerisch ist noch Luft nach oben.» ÖFB-Star Marko Arnautovic, der zu Beginn Ersatz war, sah eine Anfangsnervosität, «die hat man gemerkt, aber das ist normal, es war für jeden das erste WM-Spiel». Für Herzog waren Rangnicks Auswechslungen ein wesentlicher Grund für den Sieg. «Jetzt geht die WM erst so richtig los, Pflichtsiege sind ja die schwierigsten Siege.»
Romano Schmid brachte Österreich nach 20 Minuten standesgemäss in Führung. Der Mittelfeldspieler von Werder Bremen traf aus 18 Metern herrlich in die rechte obere Ecke. Jordanien hatte aber bereits in der ersten Halbzeit seine Möglichkeiten, die grösste kurz nach dem ersten Gegentreffer. Ali Olwans Kopfball landete an der Querlatte. Torhüter Alexander Schlager musste mehrfach sein ganzes Können aufwenden, um Schlimmeres zu vermeiden, bei einem weiteren Abschlussversuch Olwans etwa oder gegen den bei Rennes in der Ligue 1 tätigen Musa Altamari.
Arnautovic jubelt zwei Mal, aber nur ein Treffer zählt
Fünf Minuten nach der Pause war dann auch Schlager machtlos. Olwan besorgte mit einem Schlenzer in die entfernte Torecke den Ausgleich. Österreich fand aber trotz aller Mühen doch noch den Weg zum Erfolg – dank gütiger Mithilfe von Yazan Alarab. Ein Abwehrversuch des Verteidigers per Kopf landete im eigenen Tor.
Österreich hatte schon zehn Minuten zuvor ein zweites Mal gejubelt. Das Tor des für die zweite Halbzeit eingewechselten Marko Arnautovic wurde aber aberkannt. Dem Treffer des nationalen Rekordtorschützen war ein Handspiel von Verteidiger Stefan Posch vorausgegangen. Den Schlusspunkt setzte dann gleichwohl Arnautovic. Der nunmehr bei Roter Stern Belgrad engagierte Stürmer war mit einem Handspenalty kurz vor dem Ende der zwölf Minuten dauernden Nachspielzeit erfolgreich.
Österreich – Jordanien 3:1 (1:0)
Santa Clara. - 68'527 Zuschauer. - SR Beida (MRT).
Tore: 21. Schmid (Schlager) 1:0. 50. Ali Olwan (Noor Al Rawabdeh) 1:1. 76. Yazan Al Arab (Eigentor) 2:1. 102. Arnautović (Penalty) 3:1.
Österreich: Alexander Schlager; Posch, Lienhart, Alaba (59. Danso), Mwene (59. Wanner); Seiwald, Xaver Schlager (59. Chukwuemeka); Schmid (83. Wimmer), Laimer, Sabitzer; Kalajdžić (46. Arnautović).
Jordanien: Yazeed Abulaila; Abdallah Nasib (81. Saed Al Rosan), Yazan Al Arab, Mohammad Abu Al Nadi (72. Saleem Obaid); Ehsan Haddad (81. Mahmoud Al Mardi), Nizar Al Rashdan, Noor Al Rawabdeh, Mohannad Abu Taha; Odeh Fakhoury (89. Ali Azaizeh), Ali Olwan; Mousa Al Tamari (88. Mohammad Al Daoud).
Bemerkungen: Verwarnungen: 77. Sabitzer. (ram/sda)
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