DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa09366217 An Changrim (white) of South Korea in action against Tohar Butbul of Israel during their bout in the Judo Men -73kg quarter final at the Tokyo 2020 Olympic Games at the Nippon Budokan arena in Tokyo, Japan, 26 July 2021.  EPA/RUNGROJ YONGRIT

Butbul (blau) hat gegen den Südkoreaner An das Nachsehen. Bild: keystone

Judoka Tohar Butbul und die vielleicht traurigste Geschichte von Olympia

Zwei seiner Kontrahenten boykottierten die Wettkämpfe gegen ihn. Anschliessend war das Turnier für Tohar Butbul schnell vorbei. Die Olympischen Spiele hatte sich der Israeli ganz anders vorgestellt.



Tohar Butbul war mit grossen Ambitionen zu Olympia in Tokio gereist. Am Ende bleibt der israelische Judoka nicht wegen sportlicher Leistungen, sondern als traurigste Geschichte der Spiele in Erinnerung.

Gleich zwei Kontrahenten verzichteten freiwillig auf den Kampf gegen ihn. Der Algerier Fethi Nourine und sein Trainer hatten ihren Verzicht vergangene Woche in algerischen Medien damit begründet, nicht gegen einen Israeli kämpfen zu wollen.

Nachdem Nourine seine Teilnahme in der Klasse bis 73 kg abgesagt hatte, um nicht zu einem möglichen Zweitrunden-Duell gegen Butbul antreten zu müssen, stieg am Montag nun auch Mohamed Abdalrasool nicht gegen den Israeli auf die Matte.

Zwei Gegner treten nicht an

Der Sudanese erschien nicht zum Duell, obwohl er noch beim offiziellen Wiegen dabei gewesen war. Weder der Judo-Weltverband noch das sudanesische Team äusserten sich zu den Gründen des Rückzugs.

President of the IOC Thomas Bach, left, chats with a delegate as he watching the men's -73kg judo semifinal match, at the 2020 Summer Olympics in Tokyo, Japan, Monday, July 26, 2021. (AP Photo/Vincent Thian)

Auch IOC-Präsident Thomas Bach war am Montag in Tokios heiligen Judo-Hallen. Bild: keystone

Butbul durfte schliesslich im Achtelfinale gegen Victor Sterpu aus Moldawien seinen ersten Kampf bestreiten und gewann, ehe er kurze Zeit später im Viertelfinal dem späteren Bronzemedaillengewinner An Chang-Rim aus Südkorea unterlag. Die Enttäuschung über das frühe Aus überwog gegenüber der Verwirrung um die zwei Absagen der Gegner. «Auf dieses Ziel war meine ganze Karriere ausgerichtet», sagte Butbul nach dem Verpassen des Halbfinals.

«Das passiert uns israelischen Athleten eben»

Konkret auf das Verhalten seiner beiden Kontrahenten angesprochen, gab sich Butbal schmallippig. «Das sind Dinge, die im Judo manchmal passieren. Es war nicht so ungewöhnlich für mich. Das passiert uns israelischen Athleten eben. Ich möchte aber nicht zu viel über politische Dinge sprechen.»

Der geknickte Judoka nach seinem Ausscheiden.

Dass Sportler aus gewissen muslimischen Ländern nicht gegen israelische Kontrahenten antreten, ist keine Seltenheit und geschieht vor allem im Kampfsport häufiger. Die Situation wurde durch die jüngsten Spannungen zwischen jüdischen Israelis und Palästinensern noch verschärft.

Im Judo soll der Iran mehrere Male Druck auf seine Kämpfer ausgeübt haben, damit diese nicht gegen Israelis antreten. Der Weltverband IJF hatte den Iran im April wegen eines besonders offensichtlichen Vorfalls für vier Jahre gesperrt. Bei der WM vor zwei Jahren wurde der damalige Iraner Saeid Mollaei von seinem Verband durch Drohungen gegen ihn und seine Familie dazu gezwungen, absichtlich zu verlieren, um im Finale nicht gegen Sagi Muki aus Israel antreten zu müssen. (t-online)

Verwendete Quellen:
- Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und SID
- «Welt»: «Das passiert uns israelischen Athleten eben»

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die Israel-Palästina-Eskalation im Mai 2021 in Bildern

1 / 17
Die Israel-Palästina-Eskalation im Mai 2021 in Bildern
quelle: keystone / mohammed saber
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Unsere Libanesin reagiert auf Araber-Klischees

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Über 1000 Raketen und nur wenige Einschläge – dieses Abwehrsystem schützt die Israelis

Die Hamas hat in den letzten zwei Tagen über 1000 Raketen nach Israel abgefeuert. Die meisten davon fing Israels «Iron Dome» ab. Wir erklären, wie er funktioniert – und warum es trotzdem zu Todesfällen kommt.

Bei der sogenannten «Eisernen Kuppel» handelt es sich um ein israelisches mobiles Raketenabwehrsystem, genannt C-RAM (Counter Rocket, Artillery and Mortar System). Wie das System in Betrieb aussieht, zeigten am Dienstag und Mittwoch zahlreiche Videos auf Social Media. Folgendes Video wurde von dem israelischen Militär (IDF) gezeigt.

Je nach Quelle wehrt das System bis zu 90 Prozent der Raketen ab, schreibt etwa der Journalist Emanuel Fabian der «Times of Israel» auf Twitter.

Eine «Iron …

Artikel lesen
Link zum Artikel