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Googles Suchergebnisse für «tv television and film»: Es tauchen Fotos auf, die in einem Internet-Forum mit genau diesem Namen hochgeladen wurden. Aus Sicht der Software sind die Bilder von Kindern in Bikinis deshalb die besten Treffer. screenshot: google

Wieso Google heute vermeintlich kinderpornografische Inhalte zeigte

Google-Suchergebnisse mit pädophilenfreundlichen Ergebnissen auf dem Silbertablett? Eine Trefferliste mit Bildern löst Empörung aus. Ein Faktencheck, wie es dazu gekommen ist.

Lars Wienand / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Irgendwer hatte es in der Nacht zum Dienstag entdeckt, seither verbreitet es sich wie ein Lauffeuer: Was ist da mit Google los, fragen sich Nutzer angesichts der Ergebnisse bei einer Bildersuche: Wer «tv television and film» eingibt, sah zumindest am Dienstag als erste Treffer eine Galerie eindeutig minderjähriger Mädchen in Bikinis. Im Google-Hilfeforum wurde umgehend die Frage gepostet: «Was zur Hölle! Wie kann diese Kinderpornografie möglich sein?»

Die Erklärung liegt zum einen darin, dass die angezeigten Inhalte der Mädchen in Badebekleidung nicht verboten sind. Auch wenn die Zusammenstellung naheliegt, dass die Sammlung Menschen mit pädophilen Neigungen anspricht, handelt es sich nicht um kinderpornografisches Material. Verbotene Inhalte werden bei den grossen Seiten weitgehend automatisiert ausgefiltert. Der andere Grund ist die Funktionsweise der Suchmaschine: Sie sucht nach Bildern, die mit den eingegebenen Suchbegriffen idealerweise vielfach eng verknüpft sind.

Treffer führen zu Seite mit Name der Suche

In einem Imageboard gibt es eine entsprechende Unterseite mit dem Namen «/tv television and film», der genau diese Suchwörter in dieser Reihenfolge enthält. Die Suchtreffer der leichtbekleideten Kinder führen alle zu einer archivierten Version des Boards. Die Software schliesst daraus, dass diese Treffer dem Suchwunsch am besten entsprechen. Im Laufe des Tages veränderte sich die Google-Trefferliste, weil nun dort auch Beiträge zu dem Thema auftauchten.

Es ist aber unklar, wieso in dem 4chan-Board mit Beiträgen auf mehr als 30'000 Seiten gerade diese Bilder bei Google angezeigt werden. In der Szene dieser Seiten gab es auch in der Vergangenheit schon mehrfach erfolgreiche Versuche, Suchmaschinenergebnisse, Abstimmungen oder Darstellungen auf Google Maps zu manipulieren.

Verbreitet durch Naidoo-Umfeld 

Fahrt nahm die Entdeckung zunächst in Deutschland auf, nachdem sie in einem Telegram-Kanal aus dem Umfeld von Sänger Xavier Naidoo gepostet wurde. Dort dient das Google-Ergebnis manchen Menschen als Beleg für die im Dunstkreis der QAnon-Bewegung verbreitete Theorie, «Eliten» in Filmbranche und Politik seien Teil eines globalen Kinderschänder-Netzwerks. Angeblich hätte über Ostern auch die Befreiung Hunderttausender Kinder abgeschlossen werden sollen und es zu Massenfestnahmen «der Elite» kommen sollen.

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