Digital
Wissen

Plug-in-Hybride: Studie enthüllt schockierend hohen Benzinverbrauch

News Bilder des Tages September 6, 2023, Tokyo, Japan - Japan s automobile giant Toyota Motor chief branding officer Simon Humphries displays the company s new chauffeur driven luxury vehicle Century  ...
Plug-in-Hybride: Klimafreundlich oft nur auf dem Papier.Bild: www.imago-images.de

Plug-in-Hybride: Studie enthüllt schockierend hohen Benzinverbrauch

Sie gelten als saubere Alleskönner. Doch eine neue Analyse entlarvt Plug-in-Hybrid-Autos als Täuschung. Selbst die Forscher sind angesichts der Ergebnisse fassungslos.
20.02.2026, 09:2220.02.2026, 09:22
Markus Abrahamczyk / t-online
Ein Artikel von
t-online

Ein Verbrauch von höchstens zwei Litern und in vielen Ländern satte Steuervorteile: Die Argumente der Autoverkäufer ziehen. Der Plug-in-Hybrid boomt seit mehreren Jahren. Doch die Realität sieht anders aus. Eine Auswertung (PDF) von einer Million Autos, die dem deutschen TV-Sender SWR vorliegt, zeigt jetzt: Der angeblich saubere Antrieb schont nicht das Klima, sondern nur die Statistik der Konzerne.

Der Drei-Liter-Schock

Wissenschaftler des deutschen Fraunhofer-Instituts stiessen auf ein Detail, das selbst die Experten aus der Fassung bringt. Bisher galt die Annahme: Wer elektrisch fährt, verbraucht keinen Tropfen Benzin. Die Daten widersprechen dem massiv.

Selbst im Strombetrieb verbrennen die Plug-in-Hybride im Schnitt drei Liter Kraftstoff. Der Verbrennungsmotor springt viel häufiger an als gedacht. Patrick Plötz vom renommierten Fraunhofer-Institut spricht von einem «Schock» für alle beteiligten Forscher.

«Laut der Studie verbrauchen die eine Million untersuchten Fahrzeuge im Durchschnitt fast sechs Liter Kraftstoff und damit 300 Prozent mehr als in den Herstellerangaben der EU-Typgenehmigung.»

Grosse Unterschiede zwischen den Modellen

Das Gefälle zwischen den Marken ist gewaltig. Während Hersteller wie Kia, Toyota, Ford und Renault beweisen, dass niedrige Verbräuche möglich sind, landen schwere Premium-Modelle von Porsche und Ferrari am Ende der Tabelle. Auch Toyotas Premium-Marke Lexus schneidet schlechter als Toyota selbst ab.

Schlusslicht ist Porsche. Die Hybridmodelle aus Stuttgart verbrauchen bereits im sogenannten Elektromodus rund sieben Liter Benzin, im Verbrennermodus noch deutlich mehr. Auf Anfrage erklärt Porsche, man halte sich an die gesetzlich vorgeschriebenen Messverfahren.

Zwei Antriebe, ein Problem
Ein Plug-in-Hybrid kombiniert Verbrennungs- und Elektromotor. Strom lädt er an der Steckdose. Doch das Konzept leidet unter seinem Ballast: Die schwere Batterie wiegt Hunderte Kilo und treibt den Verbrauch hoch, sobald der Akku leer ist. Experten nennen die Technik oft «reines Marketing».

Milliardenstrafen drohen

Die Folgen dieser Enthüllung könnten die Autobranche Milliarden kosten. Bisher nutzen die Konzerne die niedrigen Laborwerte der Plug-in-Hybride, um ihre CO₂-Flottengrenzwerte zu erreichen und so Strafzahlungen für den zu hohen CO₂‑Ausstoss der Verbrenner-Modelle zu vermeiden. Die Forscher fordern nun Konsequenzen: Die EU soll den Verbrauch auf der Strasse statt im Labor ermitteln. Wer dort patzt, muss zahlen. Viele Plug-in-Hybrid-Modelle würden sich dann voraussichtlich für die Hersteller nicht mehr lohnen.

Kritik an der Förderung

Umweltschützer fordern Konsequenzen: Die Technik dürfe nicht länger mit Steuergeldern gefördert werden. Die Zahlen entlarven den Sparvorteil als Illusion. Wer einen Plug-in-Hybrid kauft, zahlt oftmals an der Zapfsäule drauf. Den versprochenen Klimaschutz gibt es nur im Prospekt.

Elektroauto

Dass Plug-in-Hybride ihr sauberes Image meist zu Unrecht tragen, zeigten bereits Analysen aus dem Jahr 2025 und von 2022.

Verwendete Quellen:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die 20 meistverkauften E-Autos in der Schweiz 2025
1 / 22
Die 20 meistverkauften E-Autos in der Schweiz 2025

Rang 20: Volvo EX40 (729 Neuzulassungen).

Auf Facebook teilenAuf X teilen
Darum solltest du bei Minustemperaturen keine Energy-Drinks im Auto lassen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
81 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Geff Joldblum
20.02.2026 09:30registriert August 2019
"Sie gelten als saubere Alleskönner." Aber auch nur für Leute, die sich 0 damit befasst haben. Hybride verbinden einfach nur die Nachteile beider Antriebe in einem Auto.
15722
Melden
Zum Kommentar
avatar
Magnum
20.02.2026 09:34registriert Februar 2015
Da baut man zwei Antriebssysteme in eine Karre und ist dann überrascht, dass wegen dem resultierenden Gewicht die Fahrdynamik flöten geht und der Verbrauch hoch schnellt? Mein Fazit: Autokonzerne haben lange sehr gut vom technischen Unvermögen der meisten Menschen profitiert.
10411
Melden
Zum Kommentar
avatar
Tschowanni
20.02.2026 10:18registriert Oktober 2015
Es ist ja nicht so dass dieser hohe Verbrauch erst seit gestern bekannt ist. War vor 10 Jahren schon Thema und so ein Fahrzeug ist in meinen Augen eine reine Mogelpackung
573
Melden
Zum Kommentar
81
Western Digital und Seagate bestätigen: Festplatten für das Jahr 2026 ausverkauft
Grosse Cloud-Anbieter sichern sich Festplatten-Kontingente bis 2028. Die beiden grössten Hersteller sind nahezu ausverkauft. Für Privatkäufer könnte es bald eng und teuer werden.
Western Digital hat seine Produktionskapazitäten für mechanische Festplatten im Jahr 2026 nahezu komplett verkauft. Das gab Irving Tan, Chef des Unternehmens, im Rahmen der jüngsten Quartalskonferenz bekannt. Gleiches trifft auf Seagate zu, den aktuell grössten Festplattenhersteller. Bei Toshiba dürfte die Situation ähnlich aussehen. Die Nachfrage von Rechenzentrumsanbietern für Künstliche Intelligenz fege den Markt leer, berichtete das Fachmagazin «Wccftech».

Die Nachfrage stammt also «grösstenteils von Hyperscalern, die Festplatten für ihre KI-Rechenzentren wollen, etwa um darauf Trainingsdaten zu speichern. Dazu zählen etwa Amazon (AWS), Google, Microsoft (Azure), Meta und OpenAI», schreibt das Techportal Heise.
Zur Story