Eishockey
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St. Louis Blues' Joel Edmundson (6) checks Columbus Blue Jackets' Calvin Thurkauf, left, of Switzerland, during the third period of an NHL preseason hockey game, Wednesday, Sept. 20, 2017, in St. Louis. (AP Photo/Bill Boyce)

Calvin Thürkauf im Einsatz für Columbus – hier in einem Testspiel gegen St.Louis. Bild: AP/FR84052 AP

Vater Thürkauf fliegt zum NHL-Debüt seines Sohnes – doch die Reise hat kein Happy End

Als Markus Thürkauf erfährt, dass sein Sohn Calvin bald in der NHL debütiert, lässt er alles stehen und liegen und fliegt in die USA, um diesen Meilenstein live im Stadion miterleben zu können. Doch die Reise verläuft nicht wie geplant.



Stell dir vor, du bist Mutter oder Vater eines Eishockeyspielers und dein Sohn gibt bald sein Debüt in der besten Eishockeyliga der Welt, der NHL. Natürlich willst du um jeden Preis dabei sein. So ging es auch Markus Thürkauf, dem Vater von Calvin Thürkauf.

Calvin, ein einstiger Zuger Junior und Siebtrundendraft der Columbus Blue Jackets von 2016, erhielt am Donnerstagabend nach einer 3:6-Niederlage mit den Cleveland Monsters in der AHL gegen die Syracruse Crunch die freudige Nachricht: Die verletzungsgeplagten Blue Jackets brauchen seine Dienste. Das nächste Spiel steht schon am Samstagabend in Nashville gegen Roman Josi und Co. an. Das NHL-Debüt steht kurz vor der Tür. Der Flügelstürmer hat es sich mit guten Leistungen in der AHL (15 Punkte aus den letzten 19 Spielen) erarbeitet.

Der 22-Jährige ruft seine Eltern an. Zu diesem Zeitpunkt zeigen die Wecker in der Schweiz vier Uhr morgens an. Doch das stört Vater Markus überhaupt nicht. Er bucht sofort den nächsten Flug nach Nashville.

Die Verbindung soll den Papa via Amsterdam und New York nach Nashville bringen. Doch schon beim ersten Stopp tauchen Probleme auf. «Er hatte Verspätung in Amsterdam», weiss Thürkauf Junior am Tag des Spiels nur. Er wisse nicht, ob es seinem Vater rechtzeitig zum Spiel reiche. Und auch bei Calvin herrscht Ungewissheit. Bis 90 Minuten vor dem Puckeinwurf in Nashville weiss er gar nicht, ob er tatsächlich zu seinem Debüt kommt.

Calvin Thürkauf gibt nach seinem Debüt Auskunft.

Doch dann ist es tatsächlich so weit. Thürkauf kommt gegen die Predators rund zehn Minuten zum Einsatz, zeigt ein solides, wenn auch unauffälliges Spiel. Am Ende verlieren die Blue Jackets mit 3:4 nach Penaltyschiessen. Der Zuger sagt:

«Ich bin enttäuscht, dass wir verloren haben. Aber es war dennoch eine tolle Erfahrung. Ich versuchte einfach, mein Spiel zu spielen und nicht gelähmt zu werden von den grossen Namen. Ich brauchte aber schon ein paar Minuten, um mich einzugewöhnen. Ich hoffe, dass ich weitermachen kann.»

Calvin Thürkauf

Was er zu diesem Zeitpunkt direkt nach dem Spiel noch nicht weiss, ist, ob es sein Vater rechtzeitig zum Spiel nach Nashville geschafft hat.

Hat er nicht.

Calvin Thürkauf mit Freundin und Eltern.

Markus Thürkauf landet erst rund 45 Minuten nach Spielende in Nashville. Aber kein Problem, die Blue Jackets spielen am Montag wieder – zuhause gegen Ottawa. Der Papa hat noch ein paar Tage Zeit, also kann er sich halt dieses Spiel seines Sohnemanns anschauen. Oder etwa nicht?

Nein, denn am Sonntag kommt die bittere Nachricht: Die Blue Jackets schicken Calvin Thürkauf nach nur einem Tag wieder zurück in die AHL nach Cleveland. Am Mittwoch steht ein Spiel in Toronto an.

Doch etwas Hoffnung bleibt der Zuger Familie: Es ist möglich, dass es nur eine reine Papier-Transaktion ist. Denn um in den AHL-Playoffs spielberechtigt zu sein, muss Calvin Thürkauf heute um 15 Uhr New Yorker Zeit im Kader der Cleveland Monsters stehen. Danach könnte er sofort wieder ins NHL-Kader berufen werden und gegen Ottawa spielen. Vor den Augen seines Vaters. (abu)

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